Unser wundervolles Handfasting

Heute sind es schon 21 Tage, die vergangen sind seit mein Mann und ich uns in Irland noch einmal ein Eheversprechen gegeben haben. Bereits kurz nach unserer Verlobung im November 2015 stand für uns fest, dass wir uns nicht nur standesamtlich trauen lassen wollten, sondern auch ein Handfasting feiern möchten. So genossen wir im Juli 2016 unsere standesamtliche Hochzeit und widmeten uns kurze Zeit später der Planung für unsere keltische Zeremonie.

Welcher Ort wäre passender für ein solches Ritual als die Insel, die nicht nur eine der größten Lieben meines Lebens ist, sondern auch noch der Ort, an dem ich an jenem verregneten Novembertag im vorletzten Jahr meinen Heiratsantrag bekommen habe?! Wir wussten: Unser Handfasting wird in Irland stattfinden!

Statt einer pompösen Feier mit vielen Menschen, luden wir nur enge Freunde mit einem Sinn für unsere Art der Spiritualität ein, eine Woche mit uns in Irland zu verbringen. –Funfact am Rande: Es ist bei weitem günstiger für fast 20 Menschen eine Woche lang eine Unterkunft in Irland zu stellen, als eine Boho-Hochzeit an einem einzigen Nachmittag und Abend zu feiern.-
Gemeinsam verbrachten wir sieben Tage in einem gemütlichen großen Cottage am Fuße eines Berges nahe Sligo. Die Zeit vor und nach dem großen Tag verbrachten wir mit wunderschönen Ausflügen in die Umgebung. Eirè beglückte uns mit einem unglaublichen Wetter. Jeden Tag gab es sommerliche 20 Grad, Sonne und blauen Himmel.

Das Handfasting fand am ersten Vollmond nach Beltane statt. In einer Prozession ging es hinauf auf einen schön gelegenen Hügel zu einem megalithischen Court Tomb. Dort erwartete uns unsere Freundin und Ritualleiterin Aine. Unsere Freundinnen Ravena und Betty räucherten alle Teilnehmenden ab und schon bald standen wir alle im Kreis im Herzen dieses mystischen Platzes.
Im Rahmen des Rituals wurden wir unter anderem als Paar durch die vier Elemente geführt, mussten den Stürmen des Lebens trotzen, uns gegenseitig reinen Wein einschenken, gemeinsam durchs Feuer gehen und uns gegenseitig Halt und Stütze geben. Darauf hin kamen wir zum Kern des Handfastings, bei dem sich das Paar die Hände reicht und diese mit einem sogenannten Handfasting Cord – einem meist gewebten oder geknüpften Band – zusammen gebunden werden. Während wir mit gebundenen Händen im Zentrum des Kreises unserer Liebsten standen, wurde uns erneut ein Eheversprechen abgenommen bevor wir einen irischen und einen druidischen Segen erhielten.

Bevor das Ritual mit Wein und Kuchen zum Ende kam, hatten wir großen Spaß bei einem gemeinsamen Kreistanz, der für allgemeine Erheiterung sorgte und uns noch Tage und Wochen später einen Ohrwurm verpasste.
Glücklich und bewegt fuhren wir Abends zurück in unser Cottage, warfen den Grill an, labten uns an dem großen Buffet zu dem jeder etwas beigesteuert hatte, lachten und redeten, tanzten zu den Klängen von Gitarre, Bodhrán und Flöte und lauschten gälischem Gesang bis tief in die Nacht.

Unsere Hochzeit im letzten Jahr war einfach wunderschönen, eine wahre Traumhochzeit, die mir immer in Erinnerung bleiben wird. So ganz anders und so wundervoll war unser Handfasting in diesem Jahr. Nach all dem Stress um die Organisation unserer großen Boho-Feier, war ich dieses Jahr die Gelassenheit in Person. Es gab keinen wirklichen Plan, dieses Mal lies ich einfach alles laufen, überzeugt davon dass es sich fügen würde und genau so wird, wie es sein soll. Es gab nur die mündliche Einladung an unsere Gäste, das Cottage, die Hin- und Rückreise. Erst einen Abend vor dem Ritual sprachen wir erstmals etwas näher über Ablauf und Organisation. Mein Mann und ich ließen uns größtenteils einfach treiben und überraschen. Obwohl es im Vorhinein auf privater und zwischenmenschlicher Ebene viele Unruhen und Konflikte gab und sich das Frühjahr dieses Jahres als wirklich anstregend, kräfte- und nervenzehrend zeigte, in Irland fühlte sich alles nur noch hundertprozent richtig an. Alles war genau so gekommen wie es sein sollte und es waren genau die richtigen Menschen dort. Im Vorhinein war so viel passiert, was schlussendlich nicht nur reinigend sondern auch bereichernd gewesen ist und uns als Paar noch enger zusammen gebracht hat. Der Ort war perfekt, das Wetter war perfekt, die Stimmung war perfekt. So intensiv und berührend unsere Hochzeit war, so bewegend und ergreifend war unser Handfasting. Eine unvergessliche Zeit, für uns und für unsere Gäste.

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Irland Reiseempfehlungen

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Frische Luft strömt in meine Lungen, in meiner Nase der Geruch des Atlantiks. Meine Augen weiden auf grünen Hängen und saftigem Gras, in meinen Ohren hallt Ruhe und Klarheit wie man sie in Irland vielerorts findet. Ich gebe es gerne zu, ich liebe Irland von ganzem Herzen. Dieses Mal fiel mir der Abschied besonders schwer. Wir verbrachten eine kurze aber wie immer wundervolle Zeit auf der grünen Insel. An Hand meiner Erlebnisse gibt es heute einige Reiseempfehlungen für alle, die es auch nach Eiré zieht.

 

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Meistens besuchen wir die Gegend rund um Sligo im Nordwesten der Insel. In diesem Jahr war ich erstmals zu Besuch im Organic Center , County Sligo. Dort erwartet den Besucher eine groß angelegte Anlage mit Kräutern, Gemüse und Zierpflanzen, riesige Polytunnel, Heilkräuterbeete, einen permakulturellen Waldgarten und einigem mehr. Ein Cafe bietet leckere, größtenteils vegane und sogar glutenfreie, Speisen und Getränke. Unter anderem habe ich köstliche selbstgemachte Löwenzahn-Kletten Limonade probiert. Neben diversen Kursen und Lehrgängen kann man hier natürlich das Gelände besichtigen und im angegliederten Shop interessante Bücher, Biosnacks, tolle Samen und allerlei nützliches für den Garten erstehen. Auf den Fotos seht ihr mich gerade bei der Herstellung eines eigenen Seils bei Heritage Crafts Alive deren Betreiberin Steffi Otto anlässlich des Organic Center „Gardenday“ dort vertreten war.

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Nahe des Knocknarea in Sligo findet ihr die wundervolle Fairy Glen, eine alte Schlucht zwischen Küste und Inland, traumhaft grün bewachsen mit einem feuchten Klima, vielen Pflanzen, kleinen Rinnsalen und Wasserspielen an den Wänden. Egal ob zum sammeln von Wildkräutern, einem Treffen mit Lagerfeuer, einem verwunschenen Spaziergang oder zum Verstecken spielen: Die Fairy Glen ist immer einen Besuch wert. Gutes wasserdichtes Schuhwerk ist zu empfehlen denn manche Passagen sind nach starken Regenfällen regelrecht überschwemmt.

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Nicht weit vom Stadtzentrum Sligo findet ihr das kleine Surfmekka Irlands: Strandhill. An der malerischen Küste mit seinem beliebten Wellengang findet sich neben dem Seaweed Baths der Naturkosmetikmarke Voya eines meiner liebsten Cafés in Irland – das „Shells Café„. In modernem blau weißen Design mit einem verspielten Küstenflair werden leckere fish and chips Klassiker serviert, ebenso wie leckere hausgemachte Kuchen. Meine Wahl fällt in der Regel auf den vegetarischen Kichererbsenburger mit einer eisgekühten hausgemachten Limonade. Seit dem letzten Jahr schließt sich an das Cafe ein schöner kleiner Laden mit Dekoartikeln, Accessoires und allerlei leckeren Gewürzen sowie anderen Küchenutensilien an. Die Besitzer des Cafés haben übrigens schon zwei Bücher veröffentlicht – das Surf Café Cookbook welches ich nur wärmstens empfehlen kann und seit neustem das Surf Café Living: Eat, Live, Inspire.

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Wo wir gerade beim Thema „Meer“ sind – wer in Irland ist sollte sich unbedingt ein Mal näher mit Algen beschäftigen. Auf der grünen Insel findet man nicht nur verschiedenste tolle Algen-Naturkosmetikprodukte (meine Lieblingsmarke ist übrigens Algaran), viele der grünen Meerespflanzen sind auch noch essbar. Eine wunderbare Fundstelle bot uns ein Strand in der Nähe des Lissadell House in Sligo. Die Algen später mit Zwiebeln in der Pfanne angebraten, ein bisschen Brennessel und Mangold dazu und mit einem Schuß Frischkäse serviert: Perfekt! Auf dem obigen Foto erhascht man übrigens einen Blick auf die hellgrüne berühmte Spirulinaalge.

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Ebenfalls im wunderschönen County Sligo findet ihr das sogenannte Giants Grave oder auch den Court Cairn Tomb im Deerpark. Auf dem ca. 3,5km langen Rundweg vom Parkplatz aus findet sich eine wundervolle Flora und verträumte kleine Waldwege die sich zum Hügel hinaufschlängeln. Die neolithische Stätte ist ca. 5000 Jahre alt und hat eine ganz besonderen Aufbau. Ein Hof, vermutlich für Rituale genutzt, befindet sich zwischen den einzelnen von insgesamt drei Grabkammern und nicht wie bei neolithischen Grabstätten üblich davor. Um den Tomb herum erstreckt sich eine wundervolle Landschaft mit einer grandiosen Aussicht auf die umliegenden Berge und Täler.

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Dieses Jahr stand ein stets empfehlendwerter Carrowkeelbesuch auf dem Plan. Leider hatten wir dieses Mal typisch irisches Wetter, sobald wir auf dem Berg ankamen fing es an zu regnen. Durchnäßt und frierend bot sich natürlich ein sehr guter Grund direkt nach dem Besuch wieder in eines der wundervollen Cafés zu fahren um sich aufzuwärmen und zu stärken. Über Carrowkeel könnt ihr in einem meiner alten Beiträge lesen. Neu war mir die Höhle welche man hinter den Grabstätten findet. Dazu sollte man am letzten Cairn vorbeigehen, sich links haltend über den Zaun steigen und einfach gerade aus durch die Heidekrautlandschaft stapfen. Schon nach wenigen Metern tut sich im Boden ein großes Loch auf, welches beim Abstieg mit einer kleine Höhle und üppiger Vegetation überrascht.

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Erstmals mit eigenem Mietwagen mobil, fuhren wir auf dem Rückweg zum Flughafen am Boyne Valley vorbei und besuchten Irlands berühmteste neolithische Grab- und Kultstätte New Grange. Diese wunderschöne Gegend ist nur etwa 30-45 Autominuten von Dublin entfernt und bietet eine Landschaft mit 37 alten Tombs, darunter zwei restaurierte Grabstätten welche man in Führungen besichtigen kann. Die Größe und Präzision von New Grange ist wirklich beeindruckend. Im Inneren gibt es sogar eine kleine Light Show um einen Eindruck von dem Schauspiel hat welches sich jedes Jahr rund um die Wintersonnenwende am 21.12. abspielt zu vermitteln. Der goldene Strahl der aufgehenden Sonne fällt durch den 9 Meter langen Eingang bis hinein ins Grabinnere. Natürlich steht die Erdachse nicht mehr zu 100% an der gleichen Position wie vor den tausenden Jahren als New Grange gebaut wurde. Daher reicht der Lichtstrahl nur noch bis einen Meter vor die hinterste Grabkammer die er früher einmal ganz erhellt haben muss. Wer einmal dieses Schauspiel am eigenen Leibe erfahren will kann bei einer Lotterie mitmachen und einen der begehrten Plätze gewinnen um zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort sein zu dürfen. Natürlich muss dann nur noch das irische Wetter mitspielen.

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Zum Abschluss möchte ich noch von einem wundervollen 1. Mai berichten, denn an diesem Tag feierten wir die Namensgebung und das Weiheritual der kleinen Elfentochter von Aine und Diarmuid. Trotz regnerischem Wetter erlebten wir ein erwärmendes und rührendes Ritual an meiner lieblings Quelle in Irland. Danach gab es eine große Party mit vielen Freunden und Bekannten der kleinen Familie, sogar die Sonne schenkte uns ihre Strahlen und Wärme. Ein ganz unvergessliches Erlebnis!

{Interview mit Diarmuid} Permakultureller Waldgarten in Irland

Mitten im schönen County Leitrim in Irland lebt Diarmuid. Der gebürtige Ire und stolzer Vater dreier Kinder ist in Dublin, Sligo & Südafrika aufgewachsen. Sprachbegeistert spricht er fließend englisch, irisch, italienisch, deutsch und französisch. Nach seinem Wirtschaftswissenschaftsstudium und seiner Tätigkeit als Finanzjournalist in Anstellung und Eigenständigkeit entschießt er vor ca. 15 Jahren einen radikalen Cut zu machen und sich von der gesellschaftlichen Norm abzuwenden, hin zum Abenteuer des Selbstversorgerlebens. Er kaufte sich ein großes verwildertes Grundstück, baute ein Haus und legte die Grundsteine für einen permakulturellen Waldgarten. Bei meinem letzten Besuch in Irland war es mir möglich Diarmuid nicht nur wie gewohnt zu besuchen, sondern auch ein kleines Interview mit ihm über sein Leben und seinen Traum zu führen.

Diarmuid, wann hast du dieses Grundstück gekauft und was war dein ursprünbglicher Traum den du hier zu verwirklichen versuchst?
Ich habe dieses Grundstück vor fast genau 14 Jahren gekauft und das Ziel war, ein bisschen weg zu kommen und außerhalb des Systems zu leben, mein eigenes Essen anzubauen und für meine Bedürfnisse selbst zu sorgen.


Was genau ist permakulturelles Gärtnern und was verbirgt sich hinter dem Begriff „Waldgarten“ so wie du ihn hier aufgebaut hast?
Er ist noch nicht zu 100% fertig aufgebaut aber schon bald. Bei einem Forestgarden möchte man Pflanzen nutzen die jedes Jahr wachsen. Diese werden in einer größeren Anzahl auf verschiedenen Nivaus gepflanzt. Obstbäume werden für Früchte und andere Materialien gepfanzt, davor setzt man Büsche, ebenfalls für Früchte, auch für essbare Blätter. Auf dem Boden pflanzt man andere nützliche Pflanzen. Das Ziel ist es einen Garten voller nützlicher Pflanzen zu haben, der sich selbst entwickelt und dabei nicht so viel Arbeit macht, so das man Zeit hat für ernten, tanzen und Musik machen.

Küchenimpressionen


Was ist das spezielle an permakulturellem Gärtnern in einer nordeuropäischen Zone wie Irland im Vergleich zu warmen südlichen Ländern?
Die Schnecken – das ist der Hauptunterschied denn sie fressen sehr viele Dinge. Man muss sie ein bisschen verstehen, ihnen auch Respekt entgegenbringen, manche Pflanzen muss man sehr verteidigen gegen die Schnecken bis sie groß genug sind. Man sollte auch Pflanzen wählen die nicht so gerne schon Schnecken gefressen werden. 

 
Ist permakulturelles Gärtnern hier in Irland schwieriger als in südlichen Ländern?

hier wird mit Schafswolle gemulcht

Es hängt davon ab, im Süden muss man sich viele Sorgen um die Wasserversorgung machen. Hier müssen wir uns um diese Frage meistens keine Gedanken machen. Wir wissen woher das Wasser kommt. Ich denke wenn ein Permakulturgarten hier gut und durchdacht angelegt ist, klappt es auch bei uns im Norden gut. Wir sind ja nicht in der Tundra.

Du hast hier nicht nur einen Waldgarten angelegt, sondern du lebst auch in einem selbstgebauten Holzhaus. Als ich über dein Grundstück gegangen bin habe ich auch noch andere Dinge zwischen all den Bäumen & Pflanzen gesehen. Kannst du so ein bisschen beschreiben was du bisher alles gebaut hast hier?
Ein Entenhaus mit einem Wasserloch, ein Hühnerhaus, ein Gewächshaus und Polytunnel, ein paar Schuppen, eine Eco-Dusche, ja das ist es mehr oder weniger. Ich möchte gerne etwas aus Lehm bauen, aber bisher habe ich nur Probesteine gefertigt. 

Du hast hier ganz schön viel gebaut und angelegt in den letzten 14 Jahren, hast du dir dieses Wissen selbst anggeignet, gelesen oder woher wußtest du wie man das alles baut und gestaltet?
Viel habe ich natürlich aus Büchern aber am besten ist es sich mit Menschen auszutauschen die Erfahrung haben und dir genau zeigen können oder sogar mithelfen. Also ein bisschen aus Bücher aber ich glaube am besten lernt man von anderen.

Du hast hier das Jahr über immer wieder Menschen die dir helfen, sogenannte Woofer die für Kost & Logie bei dir leben und dir unter die Arme greifen. Was sind das für Menschen?
Alle möglichen Menschen, meistens sehr gut wie ich sagen muss. Im Sommer kommen immer sehr viele, vor allem Studenten. Im Winter wird es ein bisschen weniger. Aber so ein Projekt bewerkstelligt man besser nicht alleine sondern immer mit ein paar Leuten zusammen. So geht alles besser und schneller und es macht mehr Spaß. Insgesamt kommen hier wirklich gute Leute hin.

Was sind deine Pläne für die Zukunft?

Ich möchte viel mehr schwarze Johannisbeeren anbauen, viel viel vielmehr schwarze Johannisbeeren! Und auch noch viel mehr Kräuter für den Boden. Im Moment habe ich einen kleinen Kräutergarten aber ich möchte eine menge verschiedener Pflanzen hier kultivieren. Es gibt so eine große Auswahl von verschiedenen Pflanzen und ich möchte noch viel mehr davon probieren. 
Außerdem möchte ich ein schönes bequemes Ecohaus aus Lehm, Stroh und Sand – soetwas in der Art, es steht noch nicht 100% fest – bauen. Ein gut isoliertes Haus nur aus Naturmaterialien, also natürlich auch mit Holz, einem Holzgerüst und Lehmwänden. Also wenn es da draußen irgendwelche Wandergesellen gibt die nächsten Sommer frei sind, Zeit und Lust haben nach Irland zu kommen und mir zu helfen, das wäre toll!

Du sagtest vor dem Interview das du nur jedem raten kannst sich zu trauen solch ein Selbstversorgerleben zu verwirklichen wenn er sich danach sehnt, so wie du deinen Traum verwirklichst. Gibt es noch abschliessende Worte die du meinen Lesern gerne mitgeben möchtest, gibt es eine Botschaft die du mit der Welt teilen möchtest?
Ich glaube es gibt viele Möglichkeiten selbstversorgend zu leben, auch wenn man in der Stadt lebt. Man kann viel machen, zum Beispiel eigenes Brot backen, einen Kleingarten pachten, Pflanzen auf dem Balkon oder der Fensterbank wachsen lassen. Egal wo du lebst, du kannst viel viel machen!

Vielen Dank für das Interview!

Grünkohl soweit das Auge reicht
Grünkohl & Senf
Aine & Diarmuid mit ihrer Tochter
erste Versuche mit Lehmmischung
Polytunnel
Eco-Dusche
irische Gemütlichkeit
über mangelndes Wasser muss man sich hier wirklich keine Sorgen machen
 
das Entengehege
hier stapelt sich Brennmaterial
ein Übergang in Arbeit

Noch mehr Informationen über Diarmuid Forestgarden findet ihr bei Aine hier, hier und auch noch hier. Falls ihr gerne Kontakt zu Diarmuid hättet, gerne einmal bei ihm vorbeischauen wollte, einen Woofer-Platz sucht oder sogar Wandergesellen seid die beim Ecohausbau helfen wollen könnt ihr über Aine natürlich Kontakt aufnehmen. Oder unter den folgenden Kontaktmöglichkeiten:

Diarmuids Homepage
seine Paddlemonky Facebookseite

{Dies & Das} Zurueck aus Irland & Julzeit voller Wunder

Montag Abend landete unser Flieger in Düsseldorf. Seitdem sind wir wieder zu Hause, nach 10 Tagen auf der grünen Insel. Zu meinem Urlaub wird es noch ein paar Worte geben, natürlich auch einige Fotos. Es dauert ein paar Tage alles zu ordnen. Reisetaschen wollen ausgepackt, Mitbringsel überreicht und Päckchen geschnürt werden. Die Katzen haben in der Wohnung während unserer Abwesenheit freudig rumgewuselt, Schmutz und Unordnung verbreitet. Berge von Wäsche türmen sich auf, über 400 Blogbeiträge auf meiner Liste wollen gesichtet, hunderte Mails sortiert werden, Foren durchstöbert und nebenher ruft natürlich der ganz alltägliche Wahnsinn inkl. meiner Arbeit.

Aber ich möchte schoneinmal berichten das ich dieses Jahr wieder bei der Julzeit voller Wunder mitmachen werde. Letztes Jahr gab es die Sternengeschwister zu gewinnen, mal schaun was ich mir dieses Jahr einfallen lasse.

 

{Things about your life} Your 5 Favorite Places

Heute Abend ist mir eingefallen, dass heute ja schon wieder der 20. des Monats ist und damit neuer Abgabetag für den Beitrag zu Inas „Things about your life“. Das Thema im Mai lautet „Your 5 Favourit Places“.

 Eiré
Wie könnte es anders sein, zu meinen fünf liebsten Plätzen gehört natürlich Irland, die grüne Insel. Meine Liebe für diesen Ort wurde mir schon in die Wiege gelegt. Meine Eltern verbrachten ihre einzige ferne Reise an diesem wundersamen Ort. Schon von klein auf lebte in mir eine tiefe Sehnsucht nach diesem wundervollen Fleck Erde und es sollte fast 27 Jahre dauern bis ich dem Ruf meines Herzens endlich Folge leistete und das erste Mal nach Irland reiste. Dieses Jahr war ich leider noch gar nicht dort, aber ich kann nicht dafür garantieren das sich dieser Umstand nicht doch noch ändert…
Grugapark
Nach meinem Abitur zog ich vom gemütlichen Rheinland in den pulsierenden Ruhrpott, genau gesagt nach Essen. Dort lebte ich einige Jahre lang und noch immer schlägt mein Herz sehr für diese Stadt – was man als Außenstehender wohl kaum nachvollziehen mag. Einer meiner Lieblingsplätze dort ist der Grugapark, eine riesige Anlage die vor einigen Jahrzehnten für eine Bundesgartenschau entstand. Einige Zeit lebte ich sogar in direkter Nachbarschaft zum Park mit seinen verschlungenen Wegen, der abwechslungsreichen vielfältigen Pflanzenwelt und den vielen Erholungsmöglichkeiten. Wer einmal im Ruhrpott unterwegs ist, dem kann ich einen ausgiebigen Spaziergang im Grugapark nur empfehlen. Es finden auch immerwieder wunderbare Führungen, Pflanzentauschbörsen und Veranstaltungen statt.
Heimat
Meine jetzige Heimat gehört eindeutig zu meinen liebsten Plätzen. Direkt vor der Haustür finde ich Berge und Täler, Hügel, Weiden, die wunderbare Ruhr, alte Fachwerkhäuser, jede Menge Tiere von Bussard, Fuchs und Reh bis zu Kuh und Pferd. Hier kann man eindeutig die Seele baumeln lassen wenn es einem danach ist und wenn man etwas Aktion sucht, ist man in ziemlich kurzer Zeit in den großen Metropolen des Ruhrgebiets.
Atlantik
Ich muss ja zugeben das ich nie ein großer Fan vom Meer war. Ich bevorzugte immer Berge und Wälder, gerne auch mit großen Seen oder Flüssen. Aber das Meer fand ich irgendwie langweilig. Gleichbleibend, der Blick hinaus ins Nichts, nur der Horizont zwischen Wasseroberfläche und Himmel. Dazu das eintönige Rauschen der Wellen. Erst durch meine Urlaube in Irland lernte ich das Meer, in diesem Fall den Atlantik lieben. Spaziergänge an der Küste, Muscheln sammeln, schwimmen gehen bei 13 Grad Wassertemperatur, Wind und Regen von oben, dem Rauschen der Wellen lauschen und der Meeresmutter ein Lied singen. Ja, mittlerweile verstehe ich die Liebe der meisten Menschen zum Meer.
La Basilique du Sacré Coer de Monmartre
Mein zweiter und bisher letzter Besuch in Paris ist schon wieder ca. 3 Jahre her. Es hat einige Zeit gedauert bis ich mit dieser Stadt, ihrem pulsierendem Leben, dem Lärm und dem Dreck warm wurde.Wir haben uns damals einige Sehenswürdigkeiten angesehen, darunter natürlich auch verschiedene Kirchen. Am meisten beeindruckt hat mich Sacré Coer, was nicht unbedingt an der Optik des Bauwerkes lag oder an dem phantastischen Blick vom Monmarte hinunter über die Stadt. Es war einfach die Atmosphäre in dieser Kirche, die mich sehr berührt hat.

Zeitraffer

Die Zeit fliegt momentan nur so an mir vorbei. Ich bin immer noch nicht so ganz aus Irlands Anderswelt aufgetaucht habe ich das Gefühl. Aber ich knüpfe dicke Fäden die mich in der Wirklichkeit meiner Alltagsrealität verwurzeln.
Neben fast täglicher Arbeit häufen sich eine Menge Termine, wenn auch schöner Natur. Ich treffe mich mit meinen Liebsten, gehe zum Frühstück, Brunch oder Dinner, schlendere durch die Stadt, dekoriere mein Heim, zaubere den Haushalt, sortiere aus und räume um, stelle mich meiner Höhenangst im Kletterwald, trotze dem wechselhaften Wetter, erledige Einkäufe, versuche hier und da mal ein Blick in eines der Bücher zu werfen die ich so gerne lesen würde und mir nebenher das stricken wieder beizubringen.

Traumfängerin

Mir fällt es noch immer schwer einen vernünftigen Eintrag zu meinem letzten Irlandaufenthalt zu schreiben. Einfach weil da so wenig Vernunft ist, so wenig klare Worte. In meinem Kopf sind nur Erinnerungen, Poesie, Liebe. Bilder von Grün, von Quellen, dem Meer, von Hügel und Bergen, alten Kultstätten und Feenorten. Eirè und ich, wir brauchen keine Worte. Mein Aufenthalt war mehr Meditation, Innenschau, Rückverbindung, Kraft tanken, Dankbarkeit spüren. Da Sein, einfach Sein, im Hier und Jetzt leben, genießen, aufsaugen, in mich aufnehmen, spüren, hören, fühlen, schmecken. Bei strahlendem Sonnenschein Berge erklimmen, sich einen Weg schlagen, sich verlaufen, hinfallen, über sich selbst lachen. Auf einem Cairn liegen und sich den Wind um die Ohren fegen lassen, in Ameisenhaufen stehen und nicht in Panik verfallen, mit verhassten Spinnen Frieden schließen und bei ihnen zu Gast sein. Heilige Quellen besuchen, Gebete an Mutter Erde richten, Barfuß wandern, sich mit den Energien des Landes verbinden, sie spüren, durch die Füße, die Beine, den Körper immer höher ziehen bis tief ins Herz. Satte Landschaften in wunderbarem grün und violett, Wacholderbeeren sammeln, Brombeeren naschen, sich gerade mit dem Regen anfreunden wenn die Sonne schon wieder herausbricht. Mir von Mutter Mare ein Lied geben lassen und es für sie singen während sie mich mit ihren Gaben aus Steinen und Muscheln beschenkt, mich reinigen durch salziges Wasser und starken Wind, im kalten Atlantik bei Regen schwimmen, ein heißes Algenvollbad genießen. 

Wasserfälle und die Feenschlucht besuchen, lauschen, neugierig sein, Willkommen geheißen werden. Vertrauen in sich selbst haben, Kajak fahren und unzugängliche Welten erkunden. Wundervolle Menschen treffen, fremde Sprachen sprechen, mutig sein, authentisch sein, sich anvertrauen, Hilfe suchen und annehmen, sich mit den Geistern verbinden. Den Körper durchfließen lassen von Musik, sich mitreißen lassen, sich treiben lassen, es nicht nur hören sondern spüren. Tränen weinen, Tränen der Dankbarkeit, des Glücks und Tränen des Abschiedes. 

 

 

Irland

Seit gestern bin ich zurück von der grünen Insel, der Heimat meines Herzens :). Es war wieder einmal eine wundervolle Zeit die ich dort verleben durfte. Unsere Gastgeberin Aine hat uns liebevoll bewirtet. Nun ist mein Herz voll von schönen Erinnerungen, meine Wohnung und Küche voll von Mitbringseln und mein Kopf voller Ideen und Inspirationen. Wenn ich ein bisschen mehr angekommen bin werde ich sicherlich das ein oder andere von unserer Reise berichten.

Fundstücke & Nesselbegegnungen

Langsam ist auf meinem Altar wieder eine gewisse Ruhe eingekehrt, nachdem ich nach jedem Irlandaufenthalt erstmal stapelweise Fundgut darauf ablege. Nach ein paar Tagen geht es dann darum zu sortieren, auszulesen, anzuordnen, hineinzuspüren, zuzuhören & wirken zu lassen. In der Mitte hat sich mittlerweile ein kleiner Irlandschrein entwickelt. Hier liegen Steine, Wolle und Hölzer auf bedeutsamer Erde gebettet. Mein kleines Kraftzentrum.

Meine Katzen lieben meinen Altar ja. Dort kann man wunderbar rumliegen, sich über die flüsternden Steine, Statuen und Äste hinweg fletzen und die schöne Decke die vor der Kälte des kühlen Marmors schützt vollhaaren. Ich hoffe nur das mir das nicht zeigen sollte das mein Altar Feng Shui mäßig an einem sehr negativen Platz steht…

Heute habe ich es auch endlich geschafft noch ein paar letzte Brennesseln zu ernten. Nachdem ich bei der Baumkriegerin darüber gelesen hatte wie gesund und wirkungsvoll die Samen der Nesseln sind hatte ich nämlich den Plan gefasst eigene zu sammeln. Da ich jetzt keine Zeit hatte die Samen abzuschneiden habe ich sie einfach samt Stiel & Blättern zum trocknen aufgehängt. Werde die Samen dann nach dem trocknen von der restlichen Pflanze trenne.

Landschaften Connemaras

Während meines Aufenthaltes in Irland waren wir auch ein Wochenende in Galway und sind ein bisschen durch die Landschaft Connemaras gefahren. Dort ist es wirklich ausgesprochen karg. Streckenweise sieht man nur Berge, Steine, Seen und Morrlandschaften. Keine der für Irland so typischen grünen Wiesen, keine Rinder, nur einige Schafe die hier nichteinmal eingezäunt sind und wild über die Strasse laufen. Es gibt kaum Häuser, dafür sieht man immer wieder einige der berühmten Connemara Ponys. Eine sehr wilde Landschaft, wild und sehr schön!

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