Smudge Sticks selbst binden

Am Wochenende hatte ich endlich mal wieder Zeit eigene Räucherbündel zu schnüren. Smudge Sticks hast du bestimmt schon einmal gesehen oder sogar in der Hand gehabt, im Internet erleben sie gerade einen regelrechten Trend. Meine allerersten Erfahrungen mit Smudge Sticks hatte ich vor vielen Jahren in Form von weißem Salbei den man in diversen Esoterikgeschäften kaufen kann, mittlerweile sogar in Yogaläden oder sogar Buchhandlungen. Die Benutzung ist denkbar einfach:
Den Stick aus trockenen Kräutern am oberen Ende anzünden und die Flamme durch Pusten oder wedeln nach einigen Sekunden löschen, so dass die Pflanzenenden glimmen und rauchen. Nun kann man mit dem Stick durch die Wohnung gehen, ihn durch die Luft ziehen oder einfach nur auf eine feuerfeste Unterlage legen. Bei letzterem geht er allerdings häufig relativ schnell wieder aus. Wenn man die Räucherung beenden möchte, erlischt man die Glut indem man den Stick in Erde oder Sand drückt, oder ihn auf einer feuerfesten Unterlage ausglimmen lässt.
Früher habe ich meine eigenen Sticks hauptsächlich aus Beifuß gebunden, ein sehr altes und traditionsreiches Kraut welches man unter anderem ganz wunderbar zum Reinigen und Räuchern verwenden kann. In diesem Jahr habe ich geguckt, was mein Garten noch so zu bieten hat.


Für meine Bündel habe ich dieses mal wie immer zwei Beifußarten genutzt die bei uns im Garten wachsen, außerdem zwei Sorten Minze und verschiedene Rosen.
Du kannst alle Pflanzen einbinden die ungiftig sind und sich zum räuchern eignen. Eine Liste mit Beispielen findest du unter anderem hier, oder du kaufst dir entsprechende Literatur wie das empfehlenswerte „Räuchern mit heimischen Kräutern: Anwendung, Wirkung und Rituale im Jahreskreis„.


Du benötigst: frische Pflanzen/Kräuter, eine Schere, Garn – am besten reißfester Bindfaden oder anderes Naturmaterial
Zuerst sammelst du die entsprechenden Kräuter und legst sie nach Sorten getrennt vor dir hin.
Dann legst du dir ein Bünde auf verschiedenen Kräutern zusammen. Am besten sind die Kräuter ungefähr gleich lang, kürzere Blätter oder Blüten verteilst du gleichmäßig. Ich schneide mir das untere Ende immer auf eine Höhe gerade zurecht.
Dann wickelst du den Faden fest und mehrfach um das untere Ende des Bündels und wanderst nach einigen Umrundungen schräg nach oben. Achte darauf das zwischen den Fäden ein Abstand von ca. 1cm entsteht und die Blätter idealerweise alle in eine Richtung liegen um vom Faden erfasst zu werden. Ein eher straffes Zusammenbinden trägt Sorge dafür, dass beim späteren räuchern nicht so viele noch glimmende Pflanzenteile aus dem Bündel herausfallen und unkontrolliert durch die Gegend fliegen.


An der Spitze angekommen wickelst du einfach von oben nach unten zurück, dabei den Faden entgegengesetzt führen so das ein Netz entsteht. Verlief der Faden zum Beispiel auf dem Weg nach oben noch schräg nach rechts oben, verläuft er jetzt schräg nach links unten.

Unten angekommen umrundest du das Ende noch zwei bis drei Mal und verknotest den Faden. Lass einige Zentimeter Faden übrig damit du die Smudge Sticks zum Trocknen aufhängen kannst.
Je nach Kräuterwahl, Dicke und Länge der Sticks, brauchen sie verschieden lange Zeit um komplett durchzutrocknen. Sobald sie trocken sind, kannst du sie verschenken oder selbst verräuchern. Viel Spaß damit!

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Ogham Fearn/die Erle

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Als drittes begegnet uns im Ogham die Erle, ein wunderschöne Baum, bekannt für sein wasserresistentes Holz und seine Liebe zu feuchten, Ufernahen Standorten. Sie gehört zu den alten Bäumen, wächst schon seit tausenden von Jahren in unseren Gefilden. An Flußufer und auf schlammigem Untergrund, siedelt sie sich am liebsten an. Ihr Wurzeln helfen das Ufer zu befestigen und produzieren Stickstoff. Die Erle ist der einzige breitblättrige Baum welcher Zapfen trägt, winzig kleine, niedlich aussehende Samenträger die im Verlauf aufplatzen und als knorrige, schwarze Zapfen zurücklassen. Sowohl weibliche als auch männliche Kätzchen finden sich an einem Baum. Das ölige Holz ist sehr beliebt, da es im Wasser kaum oder zumindest nur sehr langsam verrottet, es wird im Wasser schwarz und besonders hart und widerstandsfähig. Schon zu frühen Zeiten wurde es verwendet um Brücken, Häusersteelen, Boote, Wasserpumpen, Milchkübel, Mühlräder usw. zu bauen. Flöten aus dem Holz der Erle gefertigt wurden für Rituale und heilige Zeremonien genutzt, außerdem gibt es viele Hinweise darauf das die Schilder keltischer Krieger aus Erlenholz gefertigt wurden.

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Foto von Betty, aufgenommen an den Externsteinen Januar 2016


Buchstabe:
F
Irischer Name: Fearn
Heutige divinatorische Bedeutung: Verteidigung, Schutz, Standhaftigkeit, Balance, Durchsetzungsvermögen

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Schneidet man frische Erlen oder fällt einen Baum, so verfärbt sich das frisch geschnittene Holz blutrot bevor es später gelb wird.  Der rote Saft wurde als Gesichtsbemalung im Kampf benutzt, schon in den keltischen Mythen steht die Erle für Courage und Enthusiasmus im Kampf. Doch der Baum machte den Menschen auch Angst, er galt schon immer als Verbunden mit der Anderswelt und seinen Bewohnern, den Sidhe. Sein Standort an Grenzübergängen zwischen Erde und Wasser macht ihn zu einem Grenzbaum zur Anderswelt. Wassergeister und Nymphen beschützen ihn sowie die Erle selbst als ein Schutzbaum des Feenreichs gilt. Auch hier zu Lande kennen wir den Begriff des Erlkönigs – einem Elfenkönig (auch wenn dies wahrscheinlich auf einer Fehlübersetzung Goethes beruht). Als heiliger Vogel der Erle gilt der Rabe, ein klassischer Andersweltbote.

Im keltischen Schöpfungsmythos entsteht die erste Frau aus einer Eberesche und der erste Mann aus einer Erle. Wie passend das Eberesche und Erle sich auch im Ogham nachfolgend treffen. Während die Eberesche uns weltlichen Schutz bringt, so gibt die Erle und Schutz auf einer Ebene des spirituellen Kriegers. Der Schutz der Erle ist einer der Verteidigung. Ein imaginäres Erlenschild vor unserem Herzen gehalten kann uns helfen uns zu verteidigen und zu schützen, es ist jedoch nicht zum Angriff gedacht. Die Erle hilft, sich Unbekanntem zu stellen und Dingen denen man bisher aus dem Weg gegangen ist. Herausforderungen können angegangen werden. Als Baum der Balance hilft sie uns zu entscheiden wann es von Nöten ist weiterzugehen und wann Inne zu halten. Die Erle verbindet reine Feuerenergie (männlich) mit der Energie des Wassers (weiblich) in dem sie wächst. Aktiv und passiv, Innen und Außen, Intuition und Logik hilft sie zu vereinen und unsere innere Balance zu stärken. Somit dient die als Katalysator für Veränderungen und Herausforderungen im Leben, bringt und Heilung und ein tieferes Verständnis für uns selbst.

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Ein Schild aus Erlenästen gewebt und gebunden kann uns als Symbol für den Schutz der Erlengeistes dienen. Aus Blättern und Rinde der Erle lassen sich heilkräftige Tees und Tinkturen herstellen. Ein einfaches Rezept ist das Gurgeln mit einem Sud aus Erlenrinde bei Halsentzündungen. Dazu im Herbst oder Winter Erlenrinde abschälen und trocknen. 1TL Rinde mit kaltem Wasser übergießen, aufgekocht und 5 Minuten kochen lassen, danach abseihen und zum Gurgeln benutzen.

 

Ogham – Louis/die Ebersche

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Der zweite Baum im Ogham Alphabet ist die Eberesche, in Deutschland auch als „Vogelbeere“ bekannt. Im Mai beschenkt uns die Eberesche mit dem Anblick ihrer wunderschönen weißen Blütendolden welche sich im Herbst in prächtige rote Beeren verwandeln. Ihr Blätter sind von einem hellen, satten Grün und verfärben sich im Herbst zu leuchtenden Rottönen. Auch wenn die Eberesche meistens nicht sonderlich groß wird, so wächst sie dafür auch auf hohen Bergen oberhalb von Grenzen an denen nicht mehr viele andere Bäume gedeihen.

Die Eberesche ist nicht mit der Esche verwandt, sondern zählt zu den Rosengewächsen. Sie ist dem Planeten Merkur zugeordnet und mit dem Gott der Jagd verbunden. Außerdem ist sie ein Baum der inneren Vitalität, Intuition und des Schutzes. Neben das Haus gepflanzt soll sie vor bösen Geistern schützen, vor Verwünschungen und Krankheiten. Früher wurde sie in Wales auf Friedhöfe gepflanzt um die Toten zu beschützen, die Druiden umrahmten ihre Orakel- und Gerichtsplätze mit Ebereschen. Legenden besagen das sie von Drachen beschütze sei, vielleicht hat ihre Verbundenheit mit heiligen Orten also auch etwas mit den sogenannten Drachenlinien – Leylines, dem Netz aus Kraftlinien welchen den Planten überziehen- zu tun.

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Buchstabe:
L
Irischer Name: Luis
Heutige divinatorische Bedeutung: Schutz, Intuition, Visionen, Schutz vor übersinnlichen Angriffen, Vorhersage, sich neuen Möglichkeiten in Freude öffnen, unseren eigenen Weg gehen

Neben ihrer immensen Schutzwirkung hat die Eberesche vor allem einen Aspekt der „Hellsicht“. Sie soll die geistigen Fähigkeiten fördern und bei der Divination behilflich sein, Ruten um Wasser aufzuspüren werden aus ihrem Holz gemacht, sie wurde genutzt für Schutzzauber und zur Divination. Es ist daher auch eine naheliegende Idee sich ein Ogham-Set aus 20 Ebereschenhölzern zu fertigen.
Druiden entfachten vor Kriegsschlachten großer Feuer aus Ebereschenholz um aus dem Rauch Omen für die Schlacht zu erkennen. Sie verhilft zu Visionen, meditativen Zuständen, klärt die Gedanken und hebt unsere Energie an. Darüber hinaus soll sie den Geist heilen, unsere persönliche Kraft stärken und Fruchtbarkeit bringen.

Die Beeren gelten im Volksmund als giftig, was an ihrem hohen Gehalt an Parasorbinsäure liegt. Bei Verzehr größerer Mengen der rohen Beeren kann es zu Durchfall und Erbrechen kommen. Wer jedoch einmal rohe Ebereschenbeeren probiert hat, wird bestätigen können, dass der überaus bittere und saure Geschmack davon abhält solche Mengen zu sich zu nehmen. Erhitzt können die Beeren jedoch zu allerhand Leckereien verarbeitet werden. So läßt sich daraus Marmelade oder Gelee kochen – ich hatte es mal mit Holunder-Vogelbeer-Gelee probiert – Getränke zubereiten, die Beeren zu Wildgerichten reichen usw. Die Beeren enthalten viel mehr Vitamin C als Zitronen, natürlich können aus den ihnen wie ebenso aus den Blättern auch Tee und kalte Auszüge hergestellt werden. Richtig angewandt wirken sie stopfend und helfen bei Durchfallerkrankungen.

Aus den Beeren, welche übrigens alle mit einem kleinen Pentagram versehen sind, lassen sich auch schöne Dekorationen herstellen. Früher hing man Ebereschenzweige zum Schutz des Viehs in den Stall (man konnte ja nie wissen was das Elfenvolk im Schilde führte).

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Eine der vielen Botschaften diesen wundervollen Baumes ist es, dass beste aus unserem Leben zu machen, unserem eigenen Pfad zu folgen, uns mit den anderen Ebenen des Lebens zu verbinden und den Lebenspuls zu spüren. Sie hilft und mit Energien zu arbeiten, uns auf Energien und Orte einzulassen und uns für alle Möglichkeiten zu öffnen.

 

Ogham – Beithe / die Birke

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Seit Samhain 2015 beschäftige ich mich nach einigen Jahren wieder einmal eingehender mit dem Ogham – auch als keltisches Baumalphabet bekannt. Jeden Monat am Schwarzmond beginnend, nähere ich mich dem entsprechenden Oghamzeichen und dazugehörigen Baum an. In einer neuen Blogreihe möchte ich gerne über die verschiedenen Ogham-Bäume und ihre Bedeutung berichten. Den Anfang macht die Birke.

Sie ist ein faszinierender, wunderschöner Baum. Die silbrig-weiß glänzende Rinde der Birken ist unverkennbar. Viele kennen vor allem die Silberbirke, deren Äste – im Gegensatz zu denen der Moorbirke – wie langes Haar von ihrer Krone herab hängen und sind mit Blättern sowie grünen & braunen Kätzchen geschmückt sind.

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Buchstabe:
B
Irischer Name: Beithe
Heutige divinatorische Bedeutung: Erneuerung, Anfang, Reinigung, neue Ideen gebären, bevorstehendes Abenteuer, Selbstlosigkeit

Die Birke zählt zu den sogenannten Pionierbäumen,  sie siedelt sich auch auf kargen, nährstoffarmen Böden an und erschafft somit für andere Bäume neuen Lebensraum. Dabei opfert die Birke sich letztendlich oft selbst, da die anderen Bäume sie bald überragen und ihr Licht und Nahrung rauben. Übrig bleibt bis zum Schluss die unverwechselbare Rinde.
Das Holz der Birke eignet sich selbst im frischen Zustand Dank dem hohen Gehalt von Birkenteer zum Feuer machen, das Licht des Birkenfeuers ist besonders hell und leuchtend. Die Rinde wurde schon zu frühen Zeiten genutzt um schnell ein Feuer zu entfachen. Außerdem ist sie kälteabweisend und gut isolierend, enthält viel Vitamin C und Gerbstoffe.

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Heilträchtig und gesundheitsfördernd wirkt die Birke auf vielerlei Art. Früher aß man die Innenrinde wegen ihrem hohen Vitamin C Gehalt, aus den Blättern läßt sich Tee brauen, im Frühjahr kann man durch das Anstechen des Stammes pures Birkenwasser gewinnen. Letzteres erfreut sich seit einigen Monaten immer größerer Beliebtheit, in vielen Bioläden findet sich sogenannter Birkensaft in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Da die wenigsten von uns eine Birke im Garten haben um selber Birkenwasser zu gewinnen, ist dies eine willkommene und ganzjährig verfügbare Alternative. Die Wirkung der Birke ist blutreinigend, stärkend und spült Nieren und Blase. Vor allem im Frühling kann man sich die Kräfte der Birke zunutze machen und eine kleine Frühjahrskur einlegen. Dazu kann man sowohl Birkenwasser als auch Birkentee trinken, die ganz jungen, frischen Blätter eigenen sich auch als Salatbeilage.
Als Haarwasser kann die Birke helfen schuppige und juckende Kopfhaut zu beruhigen und schnellen nachfetten vorzubeugen. Von der Weleda findet man sogar Birkemassagenöl welches helfen soll die Haut zu straffen und Cellulitis zu mildern. Birkensaft für eine Frühjahrskur, gewonnen aus jungen Blättern, bietet die Firma Weleda übrigens auch an.

 

Schottland

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Die letzten Wochen war es hier sehr still, was an meinem diesjährigen Sommerurlaub, lag den ich zusammen mit meinem Liebsten und einem befreundeten Pärchen in Schottland verbracht habe. Ein ganz besonderer Urlaub, denn vieles war neu für mich. Der erste Besuch in Schottland, das erste mal campen und der erste Urlaub zu viert.
Schottland begrüßte uns mit einer nasskalten Witterung und zehrte immer wieder an meinen Nerven. Zugegeben hatte ich hier und da ein wenig „Heimweh“ nach Irland, es ist doch beeindruckend wie sehr man sich einem Fleckchen Erde verbunden fühlen kann. Obwohl Schottland der grünen Insel rein landschaftlich in nichts nachsteht. Grandiose Berge und Hügelketten, Flüsse, Fjorde, Wasserfälle, betörende Grüntöne, bunte Tupfer durch Heidekraut und Fingerhut, verfallene Ruinen und nette kleine Ortschaften und Städte.

Unsere Reise führte uns vorbei an Glasgow durch das Loch Lomond und das Glencoe Tal bis nach Oban, unserer ersten Station. Von dort aus ging es weiter nach Loch Ness, die Isle of Skye, Nairn und zum Abschluss Scone in der Nähe von Perth. Durch den andauernden Regen der letzten Woche versagten uns leider zwei der geplanten Campingplätze den Zeltplatz, aber wir fanden nette Alternativen. Besonders viel Freude hatte ich an dem Tagesausflug nach Skye, der dortigen Fairy Glenn und den Fairy Pools.
Wir beobachteten wilden Delfine am Strand von Rosemarkie oberhalb von Inverness, paddelten mit dem Kajak auf Loch Ness, wanderten durch gleich zwei Fairy Glenns, besuchten Castles & erkundeten Findhorn, betraten Hügelgräber und Steinkreise, besuchten Museen und spazierten durch die ein oder andere Stadt.

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Aber anstelle vieler Worte möchte ich euch lieber an einigen Impressionen teilhaben lassen.

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Herbstgefühle

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Es fing schon letzte Woche an, noch bevor die Temperaturen in den Keller stürzten, ich die Wolldecke ins Bett und die warme Jacke mit nach draußen nehmen musste. Dieses Gefühl das der Herbst naht.
In den kommenden Tagen soll es nocheinmal so richtig heiß werden, aber innerlich habe ich mich schon vom Sommer verabschiedet. Dabei liegt noch der ganze August vor uns, ein wundervoller, warmer Sommermonat.
Früher habe ich den Frühling immer als meine liebste Jahreszeit benannt, gefolgt vom Sommer mit seiner Sonne und Hitze. Doch in den letzten Jahren ist meine Liebe zum Herbst extrem gewachsen. Das besondere Licht, der Nebel, buntes Laub, heißer Tee, basteln und stricken, Pilze und Beeren sammeln, Marmelade einkochen.

Ich bin zutiefst dankbar in einem Land zu leben in dem der Wechsel der Jahreszeiten so stark spürbar ist. Im Verlauf der Monate spüre ich immer wieder deutlich wie ich mich auf die kommende Jahreszeit freue und beschwingt Abschied nehme von Winter, Frühling, Sommer oder Herbst. Irgendwann erreicht jede Jahreszeit den Punkt an dem die Vorfreude auf das was vor mir liegt steigt.

Welches ist eure liebste Jahreszeit und spürt ihr auch schon den Herbst im Wind oder seid ihr noch vollkommen auf Sommer gestimmt?

Witches Cauldron – Fichten Wipfel Rezepte

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Der Mai ist die ideale Zeit um uns einen Vorrat an Fichtenwipfel-Medizin anzulegen. Denn Fichtenwipfel enthalten viel Vitamin C, wertvolle ätherische Öle, Tanine und Harze. Dank ihrer antiseptischen Wirkung sind sie ein wirksames Mittel gegen krankmachende Bakterien und leisten gute Dienste in der Erkältungs- und Hustenzeit.
Fichtenwipfel sind die jungen Triebe der Fichten die sich in leuchtendem Hellgrün vom Rest des Baumes abheben. Eine ganz ähnliche Heilkraft besitzen übrigens Tannen, es ist also möglich die folgenden Rezepte ebenso aus Tannenwipfel oder einer Mischung von beidem zuzubereiten. Neben den Zapfen unterschieden sich die beiden Bäume vor allem durch die Anordnung der Nadeln. Fichten haben eher puschelige rundum benadelte Äste, Tannen dagegen eine Art Scheitel von dem aus die Nadeln nach links und recht gerade wachsen.
Solltest du dich überhaupt nicht mit Nadelbäumen auskennen hüte dich davor Wipfel der giftigen Eibe zu sammeln. Prinzipiell sollten wir für die innere Anwendung immer nur von Pflanzen und Bäumen sammeln die wir sicher bestimmen können.

Wie immer gilt auch beim Sammeln von Wipfeln:
Nimm nur so viel wie du wirklich brauchst und sammle niemals große Mengen von einer einzigen Pflanze. Bediene dich lieber mit kleinere Mengen von verschiedenen Pflanzen & Bäumen. Ich nehme nie von einer Pflanze bevor ich um Erlaubnis gefragt habe und bedanke mich im Nachhinein immer bei ihr. Höre dabei einfach auf dein Gefühl, kommt dir eher etwas ablehnendes oder etwas einladendes entgegen?

Wipfel Sirup I (vegan)
Wunderbar für die Erkältungszeit und bei Husten, pur eingenommen oder in Tee gerührt

Zutaten:
*ein Schraubglas
*Wipfel um dieses zu ca 3/4 zu befüllen
*Haushaltszucker

Zubereitung:
Fülle abwechselnd je eine Lage Wipfel und Zucker in das Glas, dabei ist es wichtig mit einer Schicht Wipfel zu beginnen und mit einer Zuckerschicht zu enden. Die Wipfelschichten sollten ungefähr doppelt so hoch sein wie die Zuckerschichten. Das Glas gut verschrauben und für 2-3 Wochen an einen warmen sonnigen Ort stellen. Den dabei entstehenden Sirup nach Ablauf der Zeit durch ein Sieb filtern und in ein steriles verschließbares Gefäß füllen. An einem dunklen, kühlen Ort aufbewahren.

Wipfel Sirup II
die unvegane Version, die Heilkraft des Honigs bereichert dieses Rezept

Zutaten:
*ein Glas Honig (bio)
*eine Hand voll Wipfel

Zubereitung:
Den Honig falls nötig in einem Wasserbad erhitzen damit er flüssig wird. Die Wipfel einrühren und alles in einem verschlossenen Glas 3-5 Wochen an einem dunklen Ort stehen lassen. Im Anschluss durch ein Sieb geben (bei Bedarf vorher erneut leicht erhitzen) und den gewonnenen Wipfelhonig gut verschlossen, kühl und dunkel aufbewahren.

Wipfel Bad
Ideal bei Erkältungen oder um einfach mal „in den Wald abzutauchen“

Zutaten:
*1 Liter Wasser
*500gramm Wipfel

Die Wipfel in das kalte Wasser geben, auf dem Herd aufkochen und ca. 1 Minute köcheln lassen. Wipfelwasser durch ein Tuch abseihen, das so gewonnene Wasser noch einmal kurz aufkochen und entweder in eine große oder in vier 250ml -reicht jeweils für ein Vollbad – Flaschen abfüllen.

Witches Cauldron – Waldmeister Rezepte

Dieses Jahr hat sich unser Waldmeister endlich so stark verbreitet das ich getrost etwas abernten konnte. Schon im April nutze ich die Gunst der Stunde und setzte die erste Waldmeisterbowle mit eigenem Waldmeister an. Da ich noch ein wenig Zeit bis zur Blüte hatte, pflückte ich einige Tage darauf noch einmal einen schönen kleinen Bund und setzte Waldmeistersirup an. Beide Rezepte sind schnell, einfach, schmackhaft und somit perfekt zum nachmachen geeignet.

Wichtige Tipps rund um Waldmeister:
Waldmeister sollte grundsätzlich am besten vor der Blüte geerntet werden da durch das blühen der Curmarin Gehalt ansteigt. Dieser Inhaltsstoff verstärkt zwar das Aroma, wirkt überdosiert jedoch giftig und kann zu Beschwerden wie Übelkeit, Schwindel, Kopfschmerzen und Erbrechen führen.
Damit der Waldmeister mehr Aroma abgibt ist es gut ihn etwas anwelken zu lassen. Dazu kann man ihn zum Beispiel schon einen Tag vor der Nutzung ernten, zusammenbinden und an einen trockenen Platz hängen oder man legt den frischen Waldmeister 15 Minuten lang in den Gefrierschrank.

Waldmeisterbowle:
1 kleiner Bund Waldmeister
1 Liter Roséwein
1 Liter Rosésekt
2 Orangen
ca. 2-4 EL Zucker

Den angewelkten Waldmeister an einem Faden in den Wein hängen, darauf achten das die Stielenden aus dem Wein heraus ragen damit dieser nicht bitter wird. 15-20 Minuten ziehen lassen und den Waldmeister wieder entfernen. Den Zucker pur oder in wenig Wasser ausgelöst in den Wein geben, die Orangen schälen, in kleine Stücke schneiden und in die Bowle geben. Kurz vor dem servieren mit Sekt aufschütten.

Waldmeistersirup:
2 Liter Wasser
1200 Gramm Zucker
4 Bio Zitronen
1 Bund Waldmeister
nach Belieben grüne Lebensmittelfarbe

Das Wasser aufkochen und den Zucker darin auflösen. Den angewelkten Waldmeisterbund in die abgekühlte Zuckerlösung geben, die Zitronen in Scheiben schneiden und ebenfalls dazu geben. Wer es grün mag gibt 1-3 Tropfen Lebensmittelfarbe hinzu. An einem dunklen Ort (nicht im Kühlschrank) 5 bis 7 Tage ziehen lassen. Dann durch einen Filter – ich habe große Teebeutel genommen – in ausgekochte Flaschen füllen. Da der Waldmeistersirup nicht nocheinmal erhitzt wird kann er rein theoretisch im Laufe der Zeit gären. Daher füllt man größere Mengen besser in Flaschen mit einem Korken ab anstatt eines Drehverschlusses.

Schlafwohl Tee & Säckchen:
Waldmeister wird eine schlafförderne Wirkung nachgesagt. Waldmeister getrocknet mit heißem Wasser überbrüht und am Abend als Tee getrunken kann daher einer ruhigen Nacht dienlich sein, ebenso kann man das getrocknete Kraut in Stoff einnähen und auf den Nachtschrank oder unser Kissen legen. Auch beruhigende Mischungen mit Lavendel, Salbei, Baldrian und Co sind möglich und bergen ein intensives Dufterlebnis.

Wer noch mehr über den Waldmeister, seine Heilwirkung und Rezeptmöglichkeiten lesen will findet hier eine schöne Seite.

 

Rezension: Die alte Göttin und ihre Pflanzen

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Vor einigen Tagen erschien das neue Buch von Wolf Dieter Storl mit dem Titel „Die alte Göttin und ihre Pflanzen„.
Wer regelmäßig bei mir zu Gast ist wird wissen das ich ein großer Storl Fan bin und daher in regelmäßigen Abständen Bücher von ihm hier vorstelle. Auch in diesem Fall bin ich wieder einmal angetan und möchte daher ein bisschen über sein neustes Buch berichten.

Storl führt uns im Verlauf des Buches zuerst durch den Jahreskreis mit seiner Bedeutung für unsere Ahnen bis zu den noch heute gelebten Ausläufern und Brauchtümern in teils neuem Gewand. Er nennt es „Das Medizinrad der europäischen Waldvölker„. Im Anschluß steigt er in das eigentlich Thema des Buches ein – Märchen und ihre enthaltenen Botschaften. Neben sehr bekannten Märchen wie Frau Holle, Schneewitchen oder die zwölf wilden Schwäne geht es auch um unbekanntere Sagen und Erzählungen, auch Geschichten und Märchen anderer Völker und Kulturen finden Erwähnung. Neben Pflanzen – allem voran sicherlich der Holunder – geht es auch um Tiere und Farben der Göttin. Das Buch ist neben dem Medizinrad in acht weitere Überkapitel eingeteilt:

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Frau Holle und der Holunder
Hier geht Storl auf eine ganze handvoll verschiedener Märchen ein, logischerweise auch auf „Frau Holle“. Er erläutert die Farben der Göttin und zeigt Beispiele an welcher Stelle sie uns im Märchen begegnen, es geht um Störche, Schwäne und Käfer, um Orte der Kinderempfängnis, Schicksalsgöttinnen und natürlich um den Holunder.

Der Teufel und seine Großmutter
Teufel und Göttin? Wo ist da ein Zusammenhang? Was hat der Holunder mit all dem zu tun und wie entsorgt man eigentlich Krankheiten auf schamanischem Weg?

Wacholder: Schutz auf dem Weg ins Jenseits
Das Märchen vom „Machandelboom“ wird erzählt, es geht um schamanische Zerstückelung und Wiederbelebungsrituale

Hagedorn: Schutz gegen alles Böse
Neben dem Märchen von „Schneeweißchen und Rosenrot“ erfährt der Leser einiges über die Bedeutung des Weiß- und Rotdorns sowie über Bärenkräfte.

Haselstrauch:Verbindung zur Anderswelt
An Hand von drei Märchen – darunter das bekannte „Aschenputtel“ – geht es um Haselwürmer, Wünschelruten und Wollust sowie die Magie des Haselstrauchs.

Brennnessel: Schwanenflug und das Hier und Jetzt
Storl erzählt das Märchen „die Sechs Schwäne“ und beleuchtet die Nessel von allerlei Seiten.

Von Gänseblümchen, Beifuß und Pferden
Das zentrale Märchen dieses Kapitels ist „die Gänsemagd“, es geht um die Bedeutung des Pferdes für unsere Ahnen sowie die Beifuß Pflanze.

Der Pfad zu den Ahnen
Das Buch schließt mit einem langen und sehr interessanten Kapitel über unsere Ahnen. Hier bewegt Strol die Frage wie alt unsere  Märchen womöglich sind, er zeigt den Verlauf der Geschichte unserer Ahnen, jener europäischen Waldvölker auf. Wer waren die Urgermanen? Wann kamen die kriegerischen Hirtenvölker hinzu? Es geht um Kelten, heilige Tiere, über die Stellung der Frau, um die Bedeutung der Sonne und schlussendlich um den Schatz und die verborgenen Botschaften welche unsere Märchen von einer sehr frühen Zeit bis heute bewahrt haben. Welchen Aufschluss geben uns unsere Märchen über die Ursprünge unserer Kultur und die Geschichte unserer Ahnen?

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Neben interessanten Texten und Auslegungen darf sich das Auge an einigen schönen Zeichnungen erfreuen. Das Buch ist in neben schwarz auf weiß auch in einigen waldigen Grüntönen gehalten was ich zur Thematik sehr passend fand. Nun ist Storls neustes Werk nicht das erste Buch das ich von ihm lese, geschweige denn mein erstes Buch zum Thema Märchen im Zusammenhang mit Göttinnensymbolik. Von daher war mir vieles von dem geschriebenen bereits vertraut. Storls Auslegungen zum Holunder habe ich zum Beispiel nicht nur in einigen seiner Bücher verfolgt sondern auch schon live bei einer Führung unterm Hollerstrauch von ihm gehört. Trotzdem gab es auch für mich einige neue Erkenntnisse. Mir gefällt vor allem der Boden den Storl geschlagen hat zwischen Brauchtum und Tradition unserer Vorfahren und heutigem Märchengut. Wer sich für einen heidnisch – schamanisch orientierten Blick auf Märchen und Göttinnen interessiert wird an diesem Buch sicherlich seine Freude haben.

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Ideenwerkstatt – Brennesselsamen

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Meine Urlaubsreife hat sich heute mal wieder vollends gezeigt denn ich habe heiter das Thema der Ideenwerkstatt für  September aufgegriffen. Natürlich wäre heute eigentlich das Augustthema dran gewesen!!! Aber nun ist es zu spät und anstelle von „Schönheit & Kosmetik“ gibt es von mir schon etwas zum Thema „Wild- und Heilkräuter“. Natürlich dürfen eure Beiträge sich um Schönheits und Kosmetik drehen – ich werde dies dann im September nachholen. In Rahmen des verfrühten Septemberthema berichte ich heute von Brennesselsamen.
Die Samen sind voller Linolsäure, Proteine, Vitamine und Eisen. Wie auch die übrigens Teile der Brennessel  hilft uns der Samen bei Erkrankungen der Harnwege durch seine harntreibende Wirkung. Darüber hinaus ist er blutreinigend und ein wahre „Männermedizin“ denn man sagt ihm eine luststeigernde und potenzförderne Wirkung nach. Es stärkt unser Immunsystem, vitalisierend hilft er gegen Müdigkeit und Stress. Bei Frauen soll er die Milchbildung anregen, Östrogenmangel ausgleichen und auch noch das Haarwuchstum fördern. Ein wahres allround Talent also!
Brennesselsamen können in Tee gemischt, über Müsli, Joghurt, Salat oder Gemüsegerichte gestreut werden. Auch über die Herstellung von Brennesselsamenbutter, Kräutersalz und Brennesselsamenhonig habe ich schon gelesen. Man kann die Samen sowohl frisch als auch getrocknet und geröstet zu sich nehmen. Wichtig ist eine dunkle Lagerung. 1-3 EL am Tag sind eine ideale Dosierung.

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Natürlich gibt es viele Anbieter für Brennesselsamen. Wer sich aber lieber selbst versorgen möchte findet zu dieser Jahreszeit fast überall Brennessel mit reifen Samen. Um die Samen zu ernten gibt es mehrere Möglichkeiten. Ihr könnt entweder die Samenbüschel direkt von der Pflanze abpflücken, oder die ganzen Pflanzen abschneiden und mit nach Hause nehmen. Dort kann man sie für 24 Stunden auf alte Zeitungen legen. Nach einem Tag brennen die Nesseln kaum noch so das die samentragenden Fäden einfach abgeschnitten werden können. Füllt diese Büschel in eine Papiertüte und schüttelte sie 1x am Tag so das sich die trockenen Samen lösen. Nach einer Woche könnt ihr dann die leeren Büschel aus der Tüte nehmen und die übrig bleibenden Samen in luftdichte Gläser abfüllen. Wer einen besonders nussigen Geschmack wünscht kann die Samen aus einem Backblech bei 150°C ca. 10-15 Minuten rösten.

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Wie sehen eure Beitröge zur Ideenwerkstatt diesen Monat aus?

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