Fastenzeit 2017 – 7 weeks offline

by rheabambulu.tumblr.com
 

 

Vielleicht kennt ihr das auch: Ständig erreichbar sein & fast immer online.
Oft denke ich am Ende des Tages oder wenn ich nur mal ganz kurz was online erledigen wollte: „Was ist das Internet doch für eine Zeitfressermaschine!“

Nachdem ich in den vergangenen Jahren in der traditionellen Fastenzeit zwischen Karneval und Ostern mehrfach Negativtität oder alte Gewohnheiten gefastet habe, möchte ich mein Augenmerk in 2017 auf meinen Online- und damit vor allem auf meinen Handykonsum richten.
Ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich für meinen Teil verbringe  deutlich zu viel Zeit mit meinem Handy, genauer gesagt: Mein Smartphone.
Es ist so praktisch! Den ganzen Tag über kann ich mich mit Freunden austauschen und Kontakte aufrecht erhalten. Eben mal eine Voicemail senden ermöglicht mir schnell viele Infos weiterzugeben ohne in einem Telefonat festzuhängen. Langeweile an der Bahnhaltstelle – mal eben Mails checken und bei Facebook reingucken.
Schöne Motive und tolle Momente sofort auf Instagram mit meinen Followern teilen. Bei jedem unbekannten Wort, interessanten Tipp oder einem Einfall das Handy zücken und die Suchmaschine befragen. Immer eine Kamera dabei haben und auch immer nachsehen können, wieviel Uhr es gerade ist. So manche sich wie Kaugummi ziehende Stunde im Wartezimmer eines Arztes kann kurzweilig überbrückt werden. Timer oder Wecker stellen, Musik hören, Einkaufslisten schreiben und lesen. Und so weiter und so fort…

Doch wenn ich alle 10 Minuten versucht bin auf mein Handy zu gucken, weil ich keine Nachricht verpassen will oder nicht einmal konzentriert ein Buch lesen kann, weil ich in der Zeit mehrfach Begriffe nachschlage, Querverweise weiterverfolge etc., dann wird es irgendwann echt nervig. Während ich Filme oder Serien gucke, auf Spaziergängen, beim Sport, in der Badewanne, in der Pause auf der Arbeit, beim Einkaufen, während ich ein Buch lese… Mein Handy ist omnipräsent.
Außer Nachts, da ist es lautlos am Strom in einem anderen Raum abgelegt.

Ich wünsche mir, mich wieder unabhängiger zu fühlen. Die Ruhe und Gelassenheit, nicht an mein Handy zu denken, nicht erreichbar sein zu müssen. Wieder mit Achtsamkeit und Konzentration voll dabei sein und mich wirklich auf Dinge einlassen zu können ohne durch ständiges „aufs Handy gucken“ rausgerissen zu werden.  Daher habe ich mir vorgenommen meinen Smartphonekonsum in der 40tägigen Fastenzeit vom 01. März bis zum 15. April drastisch zu reduzieren. Dazu mein Fünf-Punkte-Plan:

Back to the Roots, oder: Schön dich wiederzusehen Armbanduhr
Ich trage seit Jahren keine Uhr mehr. Wozu auch? Ich habe ja immer mein Handy dabei und kann darauf sehen wie spät es ist. Leider verführt das natürlich zu ständigem „aufs Handy gucken“, Nachrichten von Whats App und Co bleiben nicht unbemerkt und schwupps bin ich in einen Chat vertieft oder öffne zum gefühlt tausensten Mal an diesem Tag meine Facebook App.
Daher wird mein Handgelenk bald wieder von einer Armbanduhr geziert sein.

Feste Zeiten
Ich plane mir ca. drei Mal am Tag Zeit für mein Handy zu nehmen. Morgens, am Mittag oder Nachmittag und Abends. Schließlich möchte ich meine sozialen Kontakte weiter aufrechterhalten und auch geliebte Apps wie Instagram benutzen. Ein Großteil meiner Zeit geht bisher für unkontrollierte Nutzung des Handys drauf, aber es geht mir nicht darum mein Smartphone zu verteufeln und es gar nicht mehr zu nutzen. Wie heißt es so schön: Die Dosis macht das Gift.

Infos an meine Freunde
Natürlich werde ich meinen Freunden von meinem Vorhaben berichten. Nicht, dass sich jemand Sorgen macht, weil ich plötzlich längere Zeit nicht antworte. Ich werde darum bitten mich bei wirklich wichtigen, dringenden Anliegen einfach anzurufen.

Byebye Apps
Einige Apps werde ich mindestens für die Fastenzeit – und evtl. darüber hinaus – löschen. Zum Beispiel meine Facebook App inkl. Messenger. Wenn ich wissen will was bei Facebook so passiert ist, werde ich mich wie früher an meinen Computer setzen und nachsehen. Zum Glück spiele ich nichts auf meinem Smartphone, sonst würde ich die entsprechenden Apps auch direkt mit entfernen.

Flugzeugmodus
In einigen Situationen, werde ich auf meinem Smartphone einfach den Flugzeugmodus aktivieren. Wenn keine Meldungen reinkommen bin ich gleich weniger stark in Versuchung „nur mal kurz nachzulesen“ was denn da los ist auf meinem Bildschirm.

Ehrlich gesagt, hab ich dieses Jahr ganz schön Respekt vor der Fastenzeit, denn was ich vorhabe wird mir echt schwer fallen. Ich erinnere mich noch an den ein oder anderen Tag der vegangenen Jahre, an dem ich mein Handy zu Hause vergessen hatte. Wie oft ich am Tag irgendwas nachgucken wollte, automatisch in meiner Tasche nach dem Handy gewühlt habe… Es war wirklich erschreckend und darüber hinaus wirklich unangenehm. Die Gewohnheiten sitzen tief, aber vielleicht kann ich einige davon in den bald kommenden 40 Tagen dauerhaft ablegen.

Wie immer seid ihr herzlich eingeladen, euch meinem Fastenvorhaben anzuschießen und euren eigenen Handy- und/oder Onlinekonsum für sieben Wochen zu reduzieren. Wenn ihr Lust habt meldet euch bei mir, hinterlasst vielleicht einen Kommentar, bloggt über euer Vorhaben oder nutzt wie ich in der Fastenzeit den Hasttag #7weeksoff . Denn Gemeinschaft gibt Rückhalt und Motivation.
Natürlich werde ich für euch auf Glowing Life  über meine Erfahrungen bloggen.

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...

2 comments / Add your comment below

  1. Liebe Karmi,das ist eine tolle Idee. Zum Glück bin ich nicht so abhängig vom „Smarty“ und beschränke mich lieber auf mein Laptop zuhause,aber ich weiß wie es anderen geht…..und das betrifft mich dann auch 🙂 Treffe ich mich mit Freunden,wird ständig auf’s Handy geschaut,schnell mal ’ne Nachricht verschickt,weil der andere nicht so lange auf eine Antwort warten kann. Egal ob das Treffen im Lokal oder Zuhause stattfindet,gibt das Phone auch nur einen Laut von sich,wird hektisch draufgeschaut und reagiert. So werden selbst die angeregtesten Unterhaltungen immer wieder unterbrochen,weil die Konzentration fehlt…..hat da eben das Handy gepiept???? Ich wünsche mir sehr,dass Du durch die Fastenzeit ein klein wenig Deine Unabhängigkeit wiedererlangst und das DING eine weniger wichtige Rolle in Deinem Leben spielt 🙂 <3

  2. Liebe Karmi,
    genau das selbe ging mir bereits im letzten Jahr durch den Kopf. Irgendwann ist mir aufgefallen, welchen Stellenwert mein Smartphone in meinem Leben hat und dass ich, obwohl ich es bei Treffen mit Familie&Freunden stets in meiner Tasche gelassen habe, doch in etlichen Situationen dieses Ding in meinen Händen hatte und das wahre Leben irgendwie an mir vorbei geprasselt ist. Ich hatte mir dann auch feste Smartphone-Zeiten vorgenommen und bin leider konsequent gescheitert. Irgendwann war ich von mir selbst genervt und habe einen Schlussstrich gezogen. Facebook+Messenger App & Instagram vom Handy gelöscht. Und damit ich mich auch ja nicht selbst bescheiße, habe ich mich darüber hinaus noch bei facebook abgemeldet. Die ersten Tage waren merkwürdig, weil ich aus Reflex mein Telefon in die Hand genommen habe, nur um dann festzustellen, dass gewünschte Apps ja gar nicht mehr installiert sind. Nach ca 1 Woche hat sich ein unglaubliches Gefühl von Freiheit eingestellt. Es ist wunderbar zu wissen, nicht für jeden ständig erreichbar zu sein. Es ist ein herrliches Gefühl, nicht zu wissen, was andere gerade so treiben. Man besinnt sich viel mehr auf sich selbst und sein Umfeld. Herrlich!
    Ich wünsche dir viel Erfolg bei deiner Fastenzeit und großes Durchhaltevermögen! <3

Schreibe einen Kommentar