{Gluecklich sein} Selbstliebe


Selbstliebe, ein Wort das uns nicht nur in Therapien oder Gesprächen, sondern auch in vielen Büchern und Zeitschriften begegnet und derzeit auch in der Blogwelt immer wieder auftaucht. Gerne im Zusammenhang mit den berühmten Neujahrsvorsätzen. „Dieses Jahr möchte ich mich endlich mehr selber lieben“. Tja und wie stelle ich das an? Ich könnte einfach beschließen mich ab jetzt selbst zu lieben, aber leider funktioniert das nicht so einfach. Denn Selbstliebe hat weniger mit unserem Intellekt zu tun als vielmehr mit unserem Innenleben, unseren Emotionen. Selbstliebe entsteht nicht von Heute auf Morgen, aber wir können daran arbeiten sie immer weiter zu kultivieren bis sie irgendwann zu uns gehört und wir wirklich aus vollem Herzen sagen können „Ich liebe mich“.
 
Ich spreche liebevoll von und mit mir
Wenn wir unsere Achtsamkeit während des Tages ab und zu auf unsere Selbstgespräche und Gedanken richten, so fällt auf wie oft wir schlecht mit oder über uns sprechen. Was geht mir durch den Kopf wenn mir etwas herunterfällt, ich etwas umstoße oder mir irgendetwas misslingt? Vielleicht „maaaahn, ich Trottel!“? Welche Gedanken gehen mir durch den Kopf wenn ich in den Spiegel gucke? „Wie sehe ich denn heute wieder aus? Meine Güte ich muss dringend abnehmen! Der Pulli geht echt gar nicht, darin sehe ich ja so schei*** aus!“? Müssen wir vor anderen Menschen sprechen oder unserer Standpunkt vertreten denken wir uns oft wie peinlich das jetzt ist. In kritischen Situationen wie Streiterein, Absagen auf Bewerbungen usw. können wir uns sogar richtig fertig machen. Beispielhafte Gedanken sind: „Ich bin einfach nicht liebenswert. Ich hasse mich. War ja so klar das ich das nicht schaffe. Ich bin ein einfach ein totaler Versager. Mir passiert ja immer so ein Mist.“
Versuch eine Achtsamkeit für diese Art negativer Selbstgespräche zu entwickeln. Der erste Schritt ist es, sich überhaupt dieser Vorgänge bewusst zu sein. Im zweiten Schritt gilt es dann diese negativen Gedanken zu neutralisieren oder ins positive umzuformulieren. Wenn ich einen Fehler mache kann ich auch sagen „so etwas kann jedem mal passieren“ oder „dumm gelaufen“ anstatt mich selbst fertig zu machen. Anstelle der Konzentration auf meine Vermeintlichen Nachteile optischer Natur konzentriere dich auf deine schönen Seiten. „Ich mag meine Augen“, „die Farbe meiner Shirt passt wirklich gut zu meiner Haut“ oder „mein Haar liegt heute mal richtig gut“. Lob dich dafür wenn etwas gelingt, sei stolz auf dich wenn du dir oder anderen etwas gutes getan hast.
Mir selbst der beste Freund sein
Es gibt Tage und Situationen in denen es uns unglaublich schwer fallen mag gut zu uns zu sein oder unsere negativen Selbstgespräche umzuformulieren. Versuch dich öfter einmal in die Lage eines Freundes zu versetzen. Hättest nicht du sondern deine beste Freundin sich auf einen Job beworben und eine Absage bekommen, was würdest du ihr sagen wenn sie schluchzend vor dir sitzt und sich darüber ausläßt wie dumm sie ist und das es ja klar war das sie diesen Job auch nicht bekommt?  Wenn ein Freund dir sagt „meine Güte ich hab über die Feiertage 3 Kilo zugenommen und sehe so unglaublich fett und hässlich aus“? Sei dir in solchen Situationen selbst ein guter Freund. Wenn dir keine alternativen, positiven Gedanken und Aufmunterungen einfallen, stell dir vor nicht dir, sondern einem sehr guten Freund würde es schlecht gehen. Wir be- und verurteilen uns selbst in den meisten Fällen viel strenger als andere Menschen, denn wir sind unsere größten Kritiker. Entscheide dich dafür von deinem größten Kritiker zu deinem besten Freund zu werden.
Dinge die ich an mir liebe
Setze dich in einer ruhigen Minute gemütlich mit einer heißen Tasse Tee oder was auch immer du gerne magst an einen schönen Ort und schreibe eine Liste mit allen Dingen die du an dir liebst. Wenn das zu hoch gegriffen ist, so schreib Dinge auf die du zumindest an dir magst. Was sind deine Stärken und Talente? Was glaubst du gut zu können? Gehe dabei durch alle Lebensbereiche. Dein Körper/Aussehen, deine Hobbies, Freundschaften und Beziehungen, Arbeit, Sport, Charaktereigenschaften…
Ich bin liebenswert
Erinnerst du dich noch an Poesie- und Freundschaftsalben die sich in Kindheitstagen großer Beliebtheit erfreuten? Dort gab es oft eine Spalte in denen unsere Freunde dazu befragt wurden was sie an uns besonders mögen und schätzen. Manchmal, vielleicht vor allem wenn es uns besonders schwer fällt uns selbst zu lieben, kann es hilfreich sein unsere Mitmenschen zu fragen was sie besonders an uns lieben. Trage auch diese Antworten zusammen und erstelle eine Liste.
 
Was tut mir gut?
Unsere Achtsamkeit sollten wir nicht nur hinsichtlich unserer Selbstgespräche schulen, sondern auch bzgl. unseren Verhalten im Alltag.. Frage dich den Tag über immer mal wieder wie du dich gerade fühlst, so wie du gehst, steht, liegst, deine Tätigkeiten ausführst. Sitzt zu wirklich bequem mit den übereinander geschlagenen und in sich verhakten Beinen? Wie fühlen sich deine Füße in den engen, spitzen und hohen Schuhen? Ist die Luft um dich herum frisch oder ist dir vielleicht danach das Fenster aufzumachen und ein paar mal tief durchzuatmen? Wenn du im Bus sitzt, fühlt dein Körper sich gut an oder ist dir eigentlich eher danach die letzten Haltestellen zu Fuß zu gehen? Wir sollten uns nicht nur liebevoll behandeln indem wir uns schöne Dinge wie ein heißes Bad, eine Massage oder ein gutes Essen gönnen. Gerade im Alltag gehen wir ganz oft unbemerkt schlecht und lieblos mit uns um. Daher gilt es schon im Kleinen anzufangen und über den Tag verteilt immer mal wieder inne zu halten und mich zu fragen „Wie geht es mir gerade? Wie fühle ich mich, sitze/stehe/laufe ich bequem? Braucht mein Körper gerade eine bestimmte Bewegung; Tätigkeit oder Ruhe?“ und diese Bedürfnisse wenn möglich auch erfüllen.
 
Positive Rückmeldungen annehmen
Ebenfalls eine schöne Achtsamkeitsübung für den Alltag ist das Annehmen von Dankbarkeit und Komplimenten. Wenn uns jemand für etwas dankt neigen wir dazu dies abzuwiegen. „Ach, dafür doch nicht! Das ist doch selbstverständlich…“ Vielen Menschen ist Dankbarkeit unangenehm, sie denken es sei bescheidener und tugendhafter Dank abzulehnen und sich selbst kleinzureden. Versuch stattdessen beim nächsten Mal diesen Dank einfach anzunehmen. Ein „Bittesehr“ oder „das habe ich gerne gemacht“ würdigt die Dankbarkeit des anderen und ermöglicht uns zeitgleich die Präsenz des Dankes auch anzunehmen.
Noch schwerer fällt es einigen Menschen Lob und anerkennende Worte anzunehmen. Sei es unser Äußeres betreffend oder bzgl. unseres Verhaltens und unserer Fähigkeiten. Vermeide Reaktionen wie „ach was das war doch gar nichts, dass kann doch jeder“ oder gar „hör auf du spinnst doch“ oder was vor allem Frauen gerne machen wenn sie ein Kompliment für ihr Aussehnen bekommen: „Was? Meine Nase ist doch überhaupt nicht schön, hast du bitte mal gesehen was für ein Zinken das eigentlich ist? Hier sieh mal aus der Perspektive, aber noch schlimmer finde ich ja eigentlich meine Ohren, die stehen so grauenvoll ab, die Haare offen tragen geht echt gar nicht“… Wenn du merkst das du ein Kompliment abwenden willst oder es dich sogar dazu antreibt dich selbst schlecht zu machen stopp dich selbst, hol einfach einmal tief Luft und sag „Dankeschön“.
 
Ich liebe meinen Körper
Das Universum hat uns mit einem wundervollen Körper erschaffen der es uns ermöglicht über diese Erde zu wandeln, Dinge zu erleben, zu riechen, zu schmecken, zu hören, zu spüren. Ohne ihn könnten wir nicht in dieser Existenz verweilen. Billionen von Zellen leisten jeden Tag Höchstarbeit, ein Wunderwerk bestehend aus unseren Organen, unserem Blutsystem, Enzymen, Hormonen und Botenstoffen und vielem mehr schenken uns jedes Tag aufs Neue das Leben. Streng genommen ist jede Zigarette die wir rauchen, jedes Glas Alkohol das wir trinken, jeder Fastfoodburger den wir essen ein Angriff auf dieses Wunderwerk. Dies soll natürlich nicht heißen das wir nie wieder ein Stück Torte essen oder ein Glas Wein trinken sollen. Aber gelebte Selbstliebe sollte auch bedeuten unseren Körper wie einen Tempel zu behandeln in dem unsere Seele lebt. Stellen wir uns einen Tempel vor unserem inneren Auge vor so mögen wir unterschiedlichste Bilder haben. Vielleicht von einem sauberen, schönen hellen Raum durch den ein leichter Wind weht, vielleicht sehen wir Kerzen brennen, es durftet nach Räucherwerk, eine schöne Statue steht auf einem Altar. Es mögen bunte Blumen als Opfergaben dem Raum erfüllen oder vielleicht sehen wir auch einen heiligen Baumhain auf einer grünen Anhöhe. Was sich aber sicherlich niemand vorstellen mag ist ein dunkler, zugezogener Raum über dem ein modriger, fauliger Geruch liegt und der vollgemüllt ist mit Verdorbenem und Unrat. Also ernähre dich gesund mit viel frischem Obst, Gemüse und Getreide, trinke viel frisches Wasser, Kräuter- oder Grünen Tee, bewege dich jeden Tag ein bisschen an der frischen Luft. Optimal wäre es täglich für 30 Minuten ins schwitzen zu geraten.
Spiegelübung
Du magst dir dumm vorkommen, aber es bewirkt wirklich viel dich zwei, drei oder sogar noch öfter am Tag im Spiegel zu betrachten und dir ins Gesicht zu sagen: „Ich liebe dich“.  Das alberne Gefühl das am Anfang oft auftritt lässt mit der Zeit nach und macht Platz für den positiven und wohltuenden Effekt dieser Übung.

 

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