Klein aber fein – Shops mit Herz und Seele: Die Kräuterwerkstatt

In diesem Jahr stelle ich euch jeden Monat einen kleinen Shop vor, betrieben von leidenschaftlichen, künstlerischen und kreativen Menschen. Sie verkaufen dort was sie selbst erschaffen haben, liebevolle Einzelstücke und Unikate wie man sie bei keiner großen Firma findet. Mit jedem dieser leidenschaftlichen Menschen führe ich für euch ein kleines Interview und zeige euch natürlich einige schöne Stücke aus ihren Händen.
Vielleicht findet ihr in einem der Shops etwas, wenn ihr das nächste mal ein schönes Geschenk für jemanden sucht oder euch selbst eine Freude machen wollt. Ich liebe es Kleinhändler zu unterstützen und sie darin zu bestärken, mit ihrer Arbeit weiter zu machen.
Bei wundervollem goldenen Oktober Sonnenschein stelle ich heute Sonja Sacher und ihre Kräuterwerkstatt vor. Sonja ist langjährige Kräuterexpertin, Heilerin, und Autorin. Darüber hinaus Mitautorin bei Intuitiv Magie und natürlich auch bei Instagram vertreten. In ihrem Shop vertreibt sie wundervolle Kräuterwaren, Dekorationsgegenstände, Kartensets und viele weitere zauberhafte Dinge.
Auf dem Blog den du mit einer Freundin zusammen betreibst kann man lesen, dass du schon seit 25 Jahren mit Kräutern arbeitest. Wie kamst du zu dieser Arbeit und hat dazu geführt, dass diese Leidenschaft zu einem festen Bestandteil deines Lebens wurde?
Die Heilpflanzen ziehen sich tatsächlich wie ein roter Faden durch mein Leben. Ich war etwa 17 Jahre alt, als mich die Leidenschaft für Kräuter packte und seither nie wieder losließ. Ein recht ungewöhnliches Alter, um sich mit Naturheilkunde zu befassen, aber bis zu diesem Zeitpunkt war mein Leben auch schon alles andere als gewöhnlich. Kamillenblüten waren damals das erste Kräutlein, das ich sammelte, außer Löwenzahn und Brennnessel auch das einzige, welches ich sicher bestimmen konnte. Ich kann nicht erklären, was mich dazu brachte, diese feinen, zarten Blütchen zu sammeln. Es war wohl mein Bauchgefühl, das mich leitete, denn niemand in meiner Familie beschäftigte sich mit diesem Thema, obwohl meine Eltern einen riesigen Gemüsegarten hatten. Kamillentee gab es bis dahin nur im Beutel. Meine Intuition lenkte mich in die richtige Richtung. Ich fand in den Heilpflanzen Trost, den ich damals nach einem schweren Schicksalsschlag in unserer Familie auch dringend brauchte.
Im Laufe der Jahre häufte ich einiges an Kräuterwissen an, zum einen natürlich durch Lesen von Fachliteratur, zum anderen aber auch durch unzählige Experimente. 2004 bot sich mir dann die wundervolle Gelegenheit, mein Wissen anderen Menschen zu vermitteln. Ich arbeitete bei einem Heilpraktiker als Praxishelferin. In diesem Rahmen begann ich mit Vorträgen, Kräuterwanderungen und Seminaren für Patienten und Interessierte. Dies war im Nachhinein für meine spätere Arbeit eine sehr wertvolle Erfahrung. Ich muss allerdings dazu sagen, dass sich mein Wissen über Pflanzen bis zu diesem Zeitpunkt mehr auf die körperliche Wirkung beschränkte und der Seelenaspekt noch nicht so wirklich zu mir durchdrang. Erst im Jahr 2011, nach einem weiteren schweren Schicksalsschlag, eröffnete sich mir die Seelenebene der Pflanzen und seither kann ich ihre Wirkung auf die Seele eines Menschen „sehen“. Das war auch der Zeitpunkt, an dem ich  mit dem Schreiben meines Buches begann und ich darin dem Seelenaspekt der Pflanzen mindestens soviel Beachtung schenkte, wie der allgemein medizinischen Wirkung. Seit dieser Zeit richte ich persönlich mein Augenmerk fast noch mehr auf die Seelen-Heilwirkung als auf die Wirkung der Inhaltsstoffe einer Pflanze.
Gibt es Pflanzen denen du dich besonders verbunden fühlst und mit denen du am liebsten arbeitest?
Ja, auf jeden Fall. Ich arbeite eh schon mal grundsätzlich fast nur mit heimischen Pflanzen, da ich ganz einfach der Meinung bin, dass alles was wir brauchen auch vor unserer Türe wächst. Wir haben den gleichen Boden unter den Füßen und die gleichen „Schwingungen“. Am meisten Verwendung finden bei mir die Mistel, der Waldmeister, der Holunder und die Malve. Ich nutze sie sowohl medizinisch zu Tees oder als Tinktur, ganz oft aber auch zum räuchern. Zu zwei weiteren Pflanzen habe ich eine ganz besondere Seelenverbindung, nämlich zum Schwarzen Nachtschatten und zum Ackergauchheil. Ich wende sie eigentlich in keiner Form an, sondern verbinde mich nur mit ihrer Seele. Die beiden waren es nämlich, die sich mir in den dunkelsten Stunden meines Lebens gezeigt hatten und mir zum Seelentröster wurden.
Gibt es etwas – ideell gesehen – was du mit dem Verkauf deiner Stücke bewirken möchtest?
Ich möchte mit meinen Produkten schlicht und einfach darauf aufmerksam machen, was für wundervolle, mächtige Pflanzen uns Mutter Natur zur Verfügung stellt! Wir müssen nichts anderes tun, als rauszugehen und achtsam die Pflanzen zu sammeln, die um uns herum zu finden sind. So erhalten wir kostbare Schätze und das auch noch ganz umsonst! Wer selbst sammelt und dabei einige Regeln beachtet, tut auch etwas für die Umwelt! Lange Transportwege, wo möglich auch noch mit Schiff und Flugzeug, fallen dabei weg. Bisher bestanden fast alle meine Produkte ausschließlich aus heimischen Kräutern. Ich möchte andere Menschen dazu inspirieren, sich mit der heimischen Pflanzenwelt zu verbinden und auf das eigene Bauchgefühl bei der Verarbeitung und Anwendung der Pflanzen zu achten. Im Grunde genommen möchte ich eine HIlfestellung zur Selbsthilfe geben. Das steht auch nicht im Widerspruch zu meinem Gewerbe, denn es gibt auch Menschen, die leider nicht die Zeit  haben, sich mit diesem Thema näher zu befassen und meine Arbeit und mein Wissen schätzen und sich letzten Endes auch am fertigen Produkt erfreuen.
Was inspiriert dich bei deiner Arbeit und bringt dir Ideen für neue Produkte?
Am meisten Inspriation ziehe ich entweder aus einer Pflanze selbst, oder aber aus Traditionen und ganz einfachen Hausmittelchen. So wurden zum Beispiel aus einfachen Lavendelsäckchen meine Schlafkissen zu unterschiedlichen Themen, auf die ich auch noch das passende Symbol darauf malte. Oder der medizinische Kräuteressig, der Bakterien im Krankenzimmer abtötet, war der Vorläufer meiner Pflanzenessenzen, die zur energetischen Reinigung von Räumen dienen. Oder Medizinbeutel, die von Schamanen mit Kräutern, Steinen und tierischen Bestandteilen befüllt wurden, sind die Vorgänger meiner handgenähten, bemalten Medizinsäckchen. Eigentlich wandle ich die Dinge nur ab, die es zuvor auch schon gegeben hat. Ich finde das aber auch nicht schlimm, denn ich für mich habe nicht den Anspruch, etwas Bahnbrechendes auf den Markt bringen zu müssen. Ich möchte auch nichts Neues“erfinden“. Ich mache einfach das, was mir in den Sinn kommt und das ganz ohne Druck.

Woher stammen die Pflanzen die du benutzt? Hast du einen eigenen Garten oder findest du das meiste auf Wildsammlungen?
Ja, ich habe einen Garten und zwar einen sehr wilden! Einige der Pflanzen, die ich für meine Produkte verwende, stammen daraus wie z.B. Minze, Ysop, Weinraute und Wermut. Das meiste ernte ich jedoch in freier Wildbahn. Natürlich achte ich darauf, dass keine geschützten Pflanzen dabei sind und immer genügend Exemplare einer Sorte stehen bleiben. Es gibt nur ganz wenige Pflanzen für meine Erzeugnisse, die ich über einen bio-zertifizierten Großhandel beziehe. Ich für mich habe den Anspruch, meine Energien von Anfang an in ein Produkt zu stecken und das bedeutet für mich, dass ich damit schon beim Sammeln der Pflanzen beginne.
Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...
0 Kommentare

Dein Kommentar

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.