Klein aber fein – Shops mit Herz und Seele: Yncana stained glass

In diesem Jahr stelle ich euch jeden Monat einen kleinen Shop vor, betrieben von leidenschaftlichen, künstlerischen und kreativen Menschen. Sie verkaufen dort was sie selbst erschaffen haben, liebevolle Einzelstücke und Unikate wie man sie bei keiner großen Firma findet. Mit jedem dieser leidenschaftlichen Menschen führe ich für euch ein kleines Interview und zeige euch natürlich einige schöne Stücke aus ihren Händen.
Vielleicht findet ihr in einem der Shops etwas, wenn ihr das nächste mal ein schönes Geschenk für jemanden sucht oder euch selbst eine Freude machen wollt. Ich liebe es Kleinhändler zu unterstützen und sie darin zu bestärken, mit ihrer Arbeit weiter zu machen.
Heute stelle ich euch im Rahmen meiner „Klein aber fein – Shops mit Herz und Seele“ Reihe Lydia Eslinger vor. Lydia verkauft unter Yncana stained glass und fertigt auch auf Wunsch sehr schöne, ausgefallene und indiviuelle Tiffany-Kunstwerke. Vor allem naturreligiöse, heidnische Motive wie Göttinnen, keltisches und nordisches könnt ihr bei ihr bestauen. Ihr könnt über ihre fb Seite oder per Mail mit ihr Kontakt aufnehmen. Lest hier das Interview mit ihr:

Wann bist du das erste Mal mit Tiffany-Glaskunst in Berührung gekommen?
Das kann ich so genau eigentlich gar nicht sagen. Es begann alles mit Window Colours. Eine ehemalige Arbeitskollegin in Essen, in den 90er Jahren, machte mich mit dem Malen mit diesen Farben bekannt, was mir sehr gut gefiel und ich als Hobby übernahm. Dafür habe ich eine Menge Vorlagenhefte gekauft – und darunter waren nicht unerheblich wenige Tiffany-Vorlagen-Hefte. Die Vorlagen dieser Tiffanyhefte waren einfach schöner, meiner Meinung nach.

Ich sah also, dass es noch eine andere Welt gab… eine Welt, in der diese tollen Bilder nicht gemalt, sondern dauerhaft aus Glas hergestellt wurden. Das fand ich interessant. Die Window Colours-Bilder verblassten irgendwann oder, wenn sie auf Folie gemalt wurden, rollten sie sich ein oder wurden wellig… sie waren leider total ungeeignet als dauerhaften Raumschmuck. Und wenn ich die Bilder direkt aufs Glas, also die reine Farbe ohne Trägerfolie, applizierte, dann bekam ich das Bild nach einigen Monaten nicht mehr herunter. Das musste ich feststellen, als ich aus einer Wohnung auszog und die ganzen Motive mit einem Glasspachtel abkratzen musste… war nicht schön. Aber in Glas wären alle diese Bilder quasi für die Ewigkeit – sofern man es nicht herunterwirft. Und ab- und aufhängbar, wann und wo und wie man es möchte.

Irgendwann machte ich mich schlau, was man alles für dieses Hobby benötigt und welche Voraussetzungen man erfüllen sollte.

Eine dieser Voraussetzungen bestand aus einem Kurs – und den machte ich dann vor ungefähr 5 Jahren. Ich war sofort Feuer und Flamme! Meine Window Colours (eine MENGE Farben, bestimmt über 300 Fläschchen) plus Vorlagenhefte plus Folien verschenkte ich – ich benötigte den Platz halt anderweitig.


Woher nimmst du deine Inspiration für deine Werke?

Die „klassischen“ Tiffanymotive interessieren mich nicht so… Libellenlampen und Blümchen und Hundewelpen und so weiter. Ich finde es halt faszinierend, heidnische, naturreligiöse Motive in Glas umzusetzen. Götter und Göttinnen, Symbole, Runen, die Elemente… das sind Motive, die mich begeistern und die ich gern fertige.

Allerdings habe ich eine Anfrage nach einem Motiv ohne heidnischen Background noch nie abschlägig behandelt. Meistens steckt eine Geschichte hinter einem solchen Motiv, und das macht es zu etwas Persönlichem. Außerdem probiere ich gern neue Motive aus.


Kannst du dich noch an deine erste Arbeit erinnern?
Meine erste Arbeit habe ich im Verlauf des Kurses angefertigt – eine liegende Katze. Diese Katze habe ich auch nach wie vor noch, weil es einfach mein erstes Werkstück ist. Sie ist alles andere als perfekt. Aber sie ist mein Startpunkt. Das zweite Motiv war ein Frettchen, das Männchen macht – ein Geschenk für eine Freundin, die selber mehrere Frettchen hält. Das dritte Motiv war ein röhrender Hirsch im Grün, ein Geschenk für eine weitere Freundin – ihr Krafttier ist der Hirsch. Und das vierte Motiv war ein kompliziertes Triskel, auch ein Geschenk an eine Freundin.

Gibt es etwas – ideell gesehen – was du mit dem Verkauf deiner Stücke bewirken möchtest?
Im Allgemeinen möchte ich es gern sehen, dass heidnische Motive weiter verbreitet werden, dass Heidentum und Naturreligion zu etwas ganz Normalem werden. Und dass Tiffany als Handwerk wieder gefragt wird, weil es einfach wunderschön ist, ein Spiel mit den unterschiedlichsten Gläsern, mit Farben und Formen. Tiffany ist Handarbeit, und das ist etwas Kostbares.

Im Speziellen freue ich mich darüber, wenn Hexen und Asatru und Keltoi und Schamanen und Magier (und was es eben alles gibt), Werkstücke von mir auf ihre Altäre stellen und sich ins Fenster hängen und sich daran freuen. Das ist ein gutes Gefühl.


Unter all den Kunstwerken die du bisher erschaffen hast, gibt es eines an dem du besonders hängst oder von dem du dich nur schwer trennen konntest?
Ooooh ja. Das gab es. Ich habe vor vier Jahren ein Windlicht hergestellt, ein Geburtstagsgeschenk für eine Arbeitskollegin. Ich bin von einer anderen Kollegin gefragt worden, ob ich das machen würde… und ich sagte zu, weil mich die Aufgabe reizte.

Ein vierseitiges Windlicht mit vier verschiedenen keltischen Knoten-Motiven in unterschiedlichen Farben wurde es. Der Boden bestand aus Spiegelglas. Was soll ich sagen? Es ist wunderschön geworden. Es ist sogar traumhaft schön geworden. Es war so toll, dass es mir sehr, sehr schwer fiel, mich davon zu trennen. Ich muss es noch einmal machen – irgendwann. Wenn ich die Zeit dafür finde.


Finden sich in deiner Wohnung auf Tiffany-Werke von anderen Künstlern?
Bislang nicht. Dazu muss man allerdings auch sagen, dass Tiffany als Handwerk zum einen nicht (mehr) sehr verbreitet ist, zum anderen diejenigen, die sich damit beschäftigen, nicht unbedingt naturreligiöse Motive bevorzugen. Und naturreligiöse Motive sind wirklich meine Lieblingsmotive.

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