Im vergangenen November hatte ich angekündigt 2018 einen Selbstversuch zu starten und (fast) konsumfrei zu leben. Durch die Arbeit an meinem Buch Detox your life, habe ich mich noch intensiver mit den Themen des Entrümpelns, Minimalismus und sparsamem Leben auseinandergesetzt. So wuchs in mir die Idee auch mein eigenes Leben noch mehr nach diesen Prinzipien auszurichten als ich es eh schon tue und es ein Jahr lang darauf ankommen zu lassen, indem ich versuche nichts zu konsumieren was ich nicht wirklich brauche. Wie genau ich diesen Versuch gestalte könnt ihr hier noch einmal nachlesen.

Was ich im Sommer während der Ausarbeitung meiner Pläne noch nicht wissen konnte war, dass ich in eben jenem konsumfreien Jahr schwanger sein würde und ein Kind zur Welt bringe. Ich war schon kurz davor alles über den Haufen zu werfen, besann mich dann jedoch darauf den Versuch trotzdem in die Tat umzusetzen. Schließlich geht es mir darum unnötige Anschaffungen zu vermeiden und nicht darum, gar nichts zu kaufen/konsumieren. Daher wurde schnell klar, es würde mehr Konsum geben als ursprünglich gedacht, aber ich würde versuchen auch hier meinen Prinzipien treu zu bleiben was bedeutet keinen Unsinn zu kaufen und möglichst Second Hand zu konsumieren.
Der Januar legte direkt ein paar Fallstricke offen. So passierte es mir an einem Tag der Langeweile, einfach so aus reiner Neugierde mal bei einem meiner Lieblings-Onlineshops vorbei zu surfen da mich interessierte, ob es bereits eine neue Kollektion gibt. Die gab es zwar nicht, dafür war großer Winterschlussverkauf und viele schöne Stücke die ich mir schon im letzten Jahr gerne gekauft hätte waren deutlich reduziert.
In voller Freude gerade ein super Schnäppchen zu machen – aber auch mit einer großen Portion schlechtem Gewissen – entschied ich mich für zwei Kleidungsstücke und bestellte sie. Die Aktivierung meines Belohnungszentrums war natürlich längst abgeklungen als das Paket Tage später bei mir eintraf. Ich entschied mich dafür die zwei Kleidungsstücke die ich eigentlich wirklich nicht benötige wieder zurück zu schicken.
Daraus gelernt habe ich: Gar nicht erst die entsprechenden Onlineshops besuchen!
Kataloge die ich diesen Monat zugesand bekommen habe, wanderten vorsichtshalber ungelesen sofort ins Altpapier.

Was wir diesen Monat gekauft haben:

einen Kinderwagen
Wir wollten auf jeden Fall einen Kinderwagen haben, auch wenn wir planen das Kind überwiegend zu tragen. Eben genau aus diesem Grund sollte es aber kein neues und teures Highend Produkt sein. Wichtig war uns eine gute Geländegängigkeit, da wir hier mitten auf dem Land wohnen mit starkem Gefälle und überwiegend holprigen Waldwegen. Schlussendlich wurden wir bei Ebay Kleinanzeigen fündig und kauften für gerade mal 150€ einen gebrauchten, aber gut erhaltenen Kinderwagen der unseren Vorstellungen entsprach.

eine Wickelkommode/Tisch mit passendem Kinderbett
Auch hier wurden wir bei Ebay Kleinanzeigen fündig. Ich habe einige Zeit hin und her überlegt ob wir überhaupt einen Wickeltisch wollen, da dieser ja nicht zwingend notwenig ist. Allerdings brauchen wir sowieso Mobilar fürs Kinderzimmer und dringend Stauraum für Kleidung, Windeln und Co. Nun besitzen wir eine Kommode die mit einem Wickeltischaufsatz vom Schreiner versehen ist. Somit kann die Kommode für sich auch nach dem Einsatz als Wickeltisch ohne Auflage weiter genutzt werden. Da wir noch kein Bettchen haben, kam es uns sehr gelegen vom gleichen Anbieter ein passendes erwerben zu können. Auch wenn das Kind in der ersten Zeit im Familienbett schlafen soll, haben wir für später ein Babybett welches sich auch zum Kinderbett umrüsten läßt wenn das Kind älter ist. Zusammen mit Matratze und mehreren Bettlaken sind wir mit den beiden Möbelstücken sogar günstiger weggekommen als für den Kinderwagen und die Möbel sind wie wir es uns gewünscht hatten aus langlebigem Massivholz.

Stoffwindeln
Bereits diesen Monat habe ich mich beginnend intensiver mit dem Thema Stoffwindeln auseinander gesetzt. Wenn unser Kind auf der Welt ist möchte ich gerne zwei oder drei verschiedene Systeme testen. Beim Mamikreisel habe ich zwei sehr gut erhaltene Überhosen mit Innenwindeln der Marke WindelManufaktur in Neugeborenengröße gefunden. Natürlich ist geplant diese nach dem Herauswachsen des Babys wieder weiter zu verkaufen. Da Stoffwindeln in der Anschaffung nicht sehr billig sind, wollte ich jetzt schonmal damit beginnen hier und da welche zu kaufen.

eine Wickeltasche
Ebenfalls ein Ebay Kleinanzeigen Fund. Bei der Wickeltasche waren mir neben der Optik vor allem Stauraum und ökologische Aspekte wichtig. Daher habe ich mich für eine Tasche der Marke Lässig aus recycelten PET Flaschen entschieden.

einen Badeanzug
Vor über einer Woche war ich erstmals schwanger im Schwimmbad und stellte Morgens entsetz fest: Ich passe in nichts mehr rein. Bei all meinen Bikinitops gucken meine halben Brustwarzen mit raus und ich war nach jeder Bewegung damit beschäftigt alles wieder nach oben zu ziehen und zurecht zu zuppeln. Da ich vergangenes WE einen Wellnesstrip mit einer Freundin geplant hatte und auch schon fürs schwangeren Aqua Fit angemeldet bin stand schnell fest: Neue Badebekleidung muss her! Ich habe erst einmal lange Second Hand online gesucht, aber es gestaltete sich schwierig. Da es sich um Umstandbademode handelt, fand ich keine im normalen Second Hand Shop um die Ecke und wie das auch mit BHs ist: Die kauf ich auch nicht Second Hand weil das oft einfach nicht 100% passt und dann kann ichs nicht umtauschen.
Also habe ich schlussendlich verschiedene neuwertige Badeanzüge und Tankinis bestellt und mich für einen Badeanzug entschieden der schon sehr gut passt, oben herum aber noch etwas Luft hat da ich ja noch nicht ausgewachsen bin 😉

Wolle
Ganz zu Beginn des Monats habe ich mir neue Wolle gekauft, da ich im Winter immer fleißig stricke.Was dieses Hobby angeht bin ich recht perfektionistisch. Wenn ich schon so viel Zeit und Energie in ein Kleidungsstück investiere, möchte ich auch die passende, schöne, weiche und qualitativ hochwertige Wolle dazu verarbeiten. Daher hab ich mich dagegen entschieden Second Hand im Internet auf die Suche zu gehen. Ich finde es auch schwierig wenn man die Wolle vorher nicht anfassen kann. Das tolle an unserem Wollladen ist, dass er übrige Wolle zurück nimmt wenn man zu viel gekauft hat und noch Stränge übrig sind.

Affirmationskarten
Damit wären wir bei der zweiten, streng genommen unnötigen Geldausgabe neben der Wolle. Schon seit ihrem Erscheinen liebäugel ich mit  Pregnency & Birth Affirmation Cards von Teepeelearing. Immerhin ware ich all die Zeit so vernünftig sie mir nicht „einfach schonmal zu bestellen“, aber ich wußte genau: Wenn ich mal schwanger bin, dann kaufe ich mir dieses Set! Tja, nun war es soweit und ich wollte die Karten natürlich umbedingt haben, wartete ich doch schon so lange auf diese Gelegenheit. Also Habe ich sie mir bestellt – erfreulicher Weise sind sie zur Zeit reduziert – und erfreue mich jeden Tag daran.

Freundschafts-Mala
Last but not least denn alle guten Dinge sind drei: Bei dem Wellnesstrip mit meiner Freundin entdeckten wir auf einem Stadtbummel sehr hübsche Malas für einen noch dazu sehr günstigen Preis und entschieden uns ganz Teenager mäßig dafür das wir uns jede eine kaufen würden um uns an unser Wochenende zu erinnern und eine Art Freundschaftskette zu haben.

Ich weiß nun Dank den Erfahrungen im Januar worauf ich noch mehr achten muss, wie anfällig ich bin für spontane Impulskäufe in einschlägigen Onlineshops und das es eben auch manchmal Sachen gibt (wie die Wolle oder das Kartenset) ohne die man zwar überleben würde, deren Besitz jedoch tatsächlich einen Mehrwert haben können.

Was noch nicht so gut klappt:
*Weniger Lieferservice beanspruchen da ich jetzt eine lange Phase des absolut nicht kochen wollens hinter mir habe. Seit einigen Tagen läuft dies aber schon deutlich besser!
*Mich an den Einkaufszettel halten, denn dadurch das ich wenig geplant gekocht habe, kaufte ich auch sehr unorganisiert ein. Auch das wurde gegen Ende des Monats deutlich besser.
*Plastikfreies einkaufen. Das letzte Mal war ich extra in unserem recht teuren Biomarkt weil es mich furchtbar aufregt das bei allen größeren Supermarktketten im Umkreis die Biowaren in Plastik verpackt sind. Egal ob Bananen, Tomaten, Zucchini oder Äpfel. Für die nächsten Einkäufe will ich auch unbedingt meine Gemüsenetze wieder rauskramen um unnötiger Plastiktüten bei Abwiege-Artikeln zu vermeiden.
*Im Restaurant nur einen Hauptgang bestellen und dabei ein möglichst günstiges Gericht. Ich muss ehrlich zugeben das Appetit und Genuß mir da schnell einen Strich durch die Rechnung machen…

Was gut klappt:
*Ich bin fast ein bisschen stolz mir kein Buch gekauft zu haben diesen Monat, denn das ist eine meiner großen Schwächen. Stattdessen habe ich mich an die vielen ungelesenen Exemplare in meinem Bücherregal gehalten.
*Babykleidung und Ausstattung von Freunden und Verwandten erhalten. Wir haben schon richtig viel Kram geschenkt und geliehen bekommen. Erst kürzlich hat eine Freundin uns 2 Kartons Kinderbücher aus einer Haushaltsauflösung mitgebracht. Kleidung habe ich noch überhaupt keine gekauft und will mir damit auch Zeit lassen da wir damit rechnen noch mehr geschenkt zu bekommen und so ein kleines Würmchen ja auch nur wenig braucht.

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