Bereits Ende 2017 habe ich den Sauberkasten bei seiner Crowdfunding Kampagne unterstützt und mir somit eine Grundausstattung inklusive Rezepten gesichert. Schon lange bevor ich auf den Kasten aufmerksam wurde, wollte ich mit selbstgemachten Reinigungsmitteln herum experimentieren. Ich benutze schon seit Jahren ausschließlich ökologische Reinigungsmittel zum Beispiel von Sonett. Aber auch dabei fällt natürlich immer wieder Verpackungsmüll an den ich unter anderem gerne reduzieren möchte.

Vor ein paar Wochen war es dann soweit, mein Badreiniger sowie Spülmaschinentabs und das WC Gel waren aus. Doch anstatt direkt in die Stadt zu wandern um neues zu kaufen, kramte ich mein Sauberkasten Set heraus und mixte mir Allzweckreiniger, Spülmaschinenpulver und Waschmittel. Da ich kein Rezept für einen speziellen WC Reiniger fand, suchte ich im Internet nach Möglichkeiten und entschied mich für WC-Tabs aus Zitronensäure und Natron.

Nach ein paar Wochen der regelmäßigen Anwendung hier mein bisheriges Fazit:

Allzweckreiniger auf Essigbasis
Beginnen wir direkt mit meinem Favoriten. Der Allzweckreiniger den ich vor allem benutze um unsere Badezimmer zu reinigen leistet mir gute Dienste. Zwar finde ich den Geruch trotz dem Zusatz ätherischer Öle ziemlich unangenehm – man könnte auch gleich puren Essig zur Raumbeduftung versprühen – aber er reinigt gut und löst vor allem Kalk den selbst all die bisher speziell gekauften Badreiniger nicht zu lösen vermochten. An manchen Stellen vermisse ich meine alten Tenside und habe bei manchen Ablagerungen zum Beispiel im Waschbecken das Gefühl, etwas mehr schrubben zu müssen als vorher.

Waschmittel
Das Flüssigwaschmittel für die Waschmaschine ist auf der Basis von Kernseife aufgebaut. Ich benutze es im Wechsel mit meinen alten Waschmittelresten und den in der Maschine integrierten Kartuschen.  Mit richtig verschmutzter Wäsche konnte ich bisher keinen Testlauf machen, allerdings durfte ich schon feststellen das die Wirkung manchmal zu schwach ist um Gerüche aus Kleidung zu entfernen. So habe ich vor einiger Zeit einen Pullover meiner Vaters gewaschen der stark nach seinem Aftershave roch. Dies hatte sich nach der Wäsche kaum abgemildert. Auch finde ich das Waschmittel nicht sehr ergiebig, da man relativ viel benötigt. Die Wäsche hat kaum Eigengeruch (ich habe das Waschmittel mit Melissenöl versetzt, daher ein zarter Hauch von Melisse direkt nach dem waschen der aber beim trocknen verfliegt) und ist nicht härter als bei Gebrauch meiner sonstigen Waschmittel.

Spülmaschinenpulver
Bei diesem Pulver bin ich etwas hin und her gerissen. Es stellt auf jeden Fall eine günstige und umweltfreundliche Alternative zu Spülmaschinentabs da. Allerdings habe ich mehrfach die Erfahrung gemacht – das Pulver war von allen Reinigungsmitteln am häufigsten im Einsatz – dass unser Geschirr nicht richtig sauber wird. Schlussendlich musste ich um sicher zu stellen das ich keine Reste an Besteck und Geschirr habe, alles erst einmal unter fließendem Wasser abspülen bevor ich es in die Maschine geräumt habe. Das finde ich zum einen nicht sehr umweltfreundlich und zum anderen einfach einen nervigen Mehraufwand. Gläser und Geschirr fühlen sich manchmal nach dem Waschgang merkwürdig stumpf an. Was mich letzten Endes dazu gebracht hat wieder eine Packung Öko-Tabs zu kaufen war der unangenehme Geruch der sich plötzlich in unserer Waschmaschine bildete. Ich benutze das Pulver jetzt immer noch, aber im Wechsel mit den Tabs und je nachdem wie verschmutze der Inhalt der Maschine ist.

WC-Tabs
Der absolute fail zum Schluss: Schon bei der Herstellung wunderte ich mich, ob ich vielleicht irgendetwas falsch gemacht hatte. Vermengt wurden Zitronensäure und Natron mit einer winzigen Menge Wasser. Die Masse sollte dann in Badekugel- oder Eiswürfelformen gegeben werden und dort ein paar Stunden aushärten. Kaum hatte ich meine Mischung in die herzförmigen Formen gefüllt begann diese unkontrolliert anzuschwellen und lief stundenlang (!) über. Am nächsten Morgen war mindestens die Hälfte davon übergelaufen, die Herzen komplett in sich zusammen gefallen und das ganze ergab eine einzige sehr zähe Masse. Ich dachte wer legt schon wert auf hübsche Herzchen und zerstückelte und kratze alles in ein großes Marmeladenglas um es schlussendlich mit einem Esslöffel zu portionieren. Die Anwendung war eine große Enttäuschung, denn anstatt sich sprudelnd im Wasser der Toilette aufzulösen und Ablagerungen zu entfernen, fielen die Natronzitronensäurestücke wie Steine zu Boden, lösten sich überhaupt nicht auf und hatten auch keinen Reinigungseffekt.

Alles in allem waren sie bisherigen Versuche etwas ernüchternd. Bei allen ökologischen Aspekten darf man sicherlich einfach nicht außer Acht lassen, dass hinter der Entwicklung heutiger käuflich erwerblicher Reinigungsmittlung viele Jahre/Jahrzehnte der Forschung, Technologie und stellenweise auch ausgereifte Rezepturen stecken. Diese sind nicht unbedingt umweltfreundlich, enthalten größtenteils sogar schädliche oder giftige Inhaltsstoffe und verursachen darüber hinaus Plastikmüll. Alles gute Gründe um sich nach Alternativen umzusehen. Aber sie bieten eben auch eine Reinigungskraft an die wir uns im Laufe unseres Lebens gewöhnen und als Standard ansehen. Eine selbstgemachtes Ökowaschmittel wird unsere Wäsche niemals so duften und sich anfühlen lassen wie mit einem namenhaften Waschmittel und womöglich noch Weichspüler gewaschen. Für mich persönlich muss dies auch gar nicht so sein, es hilft im Hinterkopf zu haben das die Reinigungswirkung einfach eine andere ist.
Ich werde auf jeden Fall noch weiter experimentieren und berichten wie es mir damit ergeht.

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