Eine Schwangerschaft ist eine wundervolle Zeit, oder sollte es zumindest sein. Doch die Realität sieht manchmal anders aus als es uns Bücher, Hochglanzmagazine, Spielfilme und Serien weismachen wollen. Nicht jeder Frau geht es während der Schwangerschaft prächtig. Manchmal sind es die Hormone die verrückt zu spielen scheinen und uns in tiefe Täler stürzen, wir weinen, fühlen uns ängstlich und verunsichert. Vielleicht gibt es äußere Umstände die uns umtreiben, wir sind ungewollt schwanger, haben gerade erst unseren Traumjob gefunden in dem wir seit kurzem arbeiten, haben Partnerschaftsprobleme oder leiden unter einer Trennung und stehen nun alleine da – mit Kind in unserem Bauch. Fast jede Frau kennt mit der Schwangerschaft zusammenhängende Sorgen um das Kind, um die ersten zwölf Wochen, um die Geburt oder darum ob wir wohl in der Lage sind gute Mütter zu sein und das Leben mit Kind auf die Reihe bekommen.
Last but not least gibt es darüber hinaus viele Frauen – will man Statistiken glauben sogar die überwiegende Mehrzahl – denen es mindestens im ersten Trimenon körperlich schlecht geht, allem voran wegen starker Übelkeit und häufigem Erbrechen. All dies ist vollkommen normal und okay, denn ein Kind bedeutet nun einmal Veränderungen und zwar riesige. Eine Schwangerschaft kann uns himmelhochjauchzen lassen oder uns zu tode betrüben. Es ist ein Abenteuer und eine Zeit voller Höhen und Tiefen.

Bei mir war es eine bunte Mischung – zuerst der Schock darüber plötzlich tatsächlich schwanger zu sein nachdem ich damit abgeschlossen hatte und mich voll mit einem kinderlosen Leben arrangiert hatte. Die Hormone taten  ihr übriges um meine Gefühle Achterbahn fahren zu lassen. Ich wurde krank und blieb es über 5 Wochen lang. Die lange Zeit auf der Couch oder im Bett ohne Besserung, ohne körperliche Aktivität, Sonne und frische Luft taten ihr übriges. Im Laufe dieser Zeit verstarb plötzlich und unerwartet mein Vater und ich stand auf einmal ganz ohne Eltern da und musste mich auch noch ganz alleine – Einzelkind – um den Nachlass kümmern. Ihr könnt euch vorstellen das es mir alles andere als blendend ging.

Doch irgendwann nach einigen Wochen beschloss ich, meinen Fokus zu verändern, nach Vorne zu schauen, mich auf das Gute und Schöne in meinem Leben zu konzentrieren und aus meinem Tief heraus zu kommen. Daher möchte ich heute mit euch einige Wege und Methoden teilen, die in diesen dunklen Stunden einer Schwangerschaft helfen können.

Was mir geholfen hat:

Dankbarkeit und der Fokus auf die schönen Dinge – ich empfehle es oft und wende es sehr gerne selbst an: Dankbarkeit praktizieren! Dabei geht es nicht darum für alles dankbar zu sein was doch augenscheinlich schlecht ist (dankbar für eine Krankheit zu sein, für Schmerzen, für einen Streit oder ähnliches), sondern trotz diese schwierigen Dinge Ausschau zu halten nach den Dingen die schön und angenehm sind. Gerade am Anfang als es mir noch sehr schlecht ging, hat mich das natürlich mehr Kraft und vor allem Überwindung gekostet. Aber zum Glück bin ich in dieser Technik ja schon sehr geübt. Also habe ich angefangen wieder jeden Abend drei Dinge aufzuschreiben für die ich an diesem Tag dankbar war oder – falls mir nichts einfiel – drei Dinge in meinem Leben für die ich dankbar bin. Ich habe auf Spaziergängen wieder bewusst auf die Natur geachtet, darauf wie schön es ist wenn nach Tagen voller Grau die Sonnen herauskommt und sich warm auf der Haut anfühlt. Das schöne Gefühl einer heißen Badewanne, der Duft von frisch gebackenen Waffeln, ein Vogel der vor unserem Fenster sitzt… Du musst dabei gar nicht jedes mal innerlich „danke dafür“ sagen, es reicht bewusst zu merken „oh, dass ist jetzt schön“.
Streitest du dich zum Beispiel momentan viel mit deinem Partner, versuche dir ins Gedächtnis zu rufen was du an ihm liebst, welche wunderbaren Eigenschaften er hat. Wir neigen alle dazu uns in der Routine unseres Alltags verstärkt auf die Macken, Fehler und Unzulänglichkeiten des anderen zu achten, anstatt wahrzunehmen das es auch immernoch all diese liebenswerten Seiten an unserem Gegenüber gibt.

Meditation – zu meditieren hilft dir zur Ruhe zu kommen und Ängste und Sorgen zu mindern. Ich habe eine Zeit lang versucht mindestens ein Mal täglich eine Meditation für schwangere zu machen. Bei Youtube findet du unter „Schwangerschafts Meditation“ viele schöne, kurze und lange Meditationen und geführte Tiefenentspannungen.

Schöne und inspirierende Bücher lesen – das muss gar nichts schwangerschaftsspezifisches sein. Jede Art von Buch oder Zeitschrift die dich mit Freude erfüllt, dich inspiriert, anregt und deine Seele nährt ist erlaubt. Ich lese zum Beispiel immer wieder gene die lebensbejahenden Bücher von Louise L. Hay oder Zeitschriften wie die Happinez.

Komödien gucken – lustige, lebensbejahende Filme können uns ebenfalls helfen unsere Stimmung zu verbessern. In den Wochen rund um Weihnachten herum hatte ich zum Beispiel ein großes Bedürfnis nach Animationsfilmen, Disneyproduktionen, Kinderfilmen. Einfach ein bisschen heile Welt und noch dazu leichte Kost.

Raus gehen und bewegen – es ist ein Klassiker und doch soooooo wichtig. Unser Körper braucht Bewegung und es gilt mittlerweile als wissenschaftlich erwiesen, dass Bewegung und Sport antidepressiv wirken. Unser Baby im Bauch freut sich außerdem darüber hinaus wenn es schön schaukelt und wir bereiten unseren Körper im Laufe der Monate auf die bevorstehende Geburt vor. Durch Bewegung bauen wir Stresshormone ab, verbessern unsere Stimmung und haben ein Erfolgserlebnis (meist fühlt es sich doch besser an etwas getan zu haben als den ganzen Tag auf dem Sofa gesessen zu haben). Ich habe einfach mit häufigeren Spaziergängen begonnen, da ich körperlich von meiner Lungenentzündung noch recht geschwächt war. Aber natürlich kannst du dich auch richtig sportlich betätigen, dabei aber auf risikoreiche Sportarten wie Inline Skaten, klettern etc. verzichten. Ich hab mich mittlerweile bei einem Kurs für schwangeren Pilates und Aquafit für schwangere Frauen angemeldet.

Sonne tanken – gerade in den Wintermonten erleiden wir schnell einen Vitamin D Mangel. Das ist nicht nur schlecht für unsere Stimmung und unser Energielevel, sondern auch für die Entwicklung unseres ungeborenen Babys. Daher auch im Winter so oft es geht vor die Tür und ein bisschen Tageslicht tanken. Achte im Sommer auf guten Sonnenschutz und halte dich lieber im Schatten auf, da es sonst zu dauerhaften Pigmentverfärbungen kommen kann.

Schreiben –  schreib dir dein Leid, deinen Frust, deine Sorgen und Ängste von der Seele. Ob du Briefe ans Universum, dich selbst oder dein ungeborenes Kind schreibst, Tagebuch führst oder dich regelmäßig zum schreiben an den Computer setzt. Über deine Gefühle zu schreiben kann dir helfen, dich entlasten und befreien. Niemand muss zu lesen bekommen was du dir von der Seele schreibst, dieser Prozess ist nur für dich.

Beten – wenn du ein gläubiger oder religiöser Mensch bist kann es dir helfen deine Sorgen und Nöte auf diese Art und Weise abzugeben. Erzähle dem göttlichen, Gott, der großen Mutter, deinen Engeln oder Spirits von deinen Nöten und bitte um Hilfe und Führung.

Mit Freundinnen treffen- alleine sein kann uns noch einsamer machen. Desto mehr wir uns zurückziehen, desto mehr berauben wir uns der Möglichkeit schöne Erlebnisse zu haben. Versuche Zeit zu schaffen für Treffen mit deinen Freundinnen. Unternehmt etwas schönes, geht gemeinsam spazieren, frühstücken oder in ein Restaurant. Geht ins Kino oder macht einen DVD Abend, vielleicht verwöhnt ihr euch mit einem Wellnesstag oder kuschelt euch einfach gemeinsam auf die Couch und…:

redet! – ob mit deinen Freundinnen, deinem Partner oder jemand anderem dem du vertraust. Teile dein Befinden mit anderen Menschen. Gerade in der Schwangerschaft kann uns ein schlechtes Gewissen plagen, die Gedanken das es uns doch gar nicht schlecht gehen darf, dass wir uns doch einfach freuen sollten und die Frage an uns selbst, was mit uns nicht stimmt. Sich mitzuteilen kann sehr heilsam sein, einfach Dinge auszusprechen, ein offenes Ohr zu finden welches einfach nur zuhört. Wenn dir niemand einfällt dem du dich anvertrauen magst findest du vielleicht in Schwangerschafts-Foren geschützt durch den Deckmantel der Anonymität andere Mütter denen du dich öffnen kannst und die vielleicht sogar schon ähnlichs durchlebt haben. Sei in diesem Fall aber vorsichtig, denn ein anderer Rat lautet:

Schwangerschafts-Foren meiden – denn dort wird dir oft unnötig viel Angst gemacht. Meiner Erfahrung nach bieten solche Foren ein Sammelsorium an Horrogeschichten von großteils sehr ängstlichen schwangeren die selbst schon viel schlimmes erlitten haben. Zu Beginn habe ich noch in einem Forenabschnitt mitgeschrieben, in dem man sich über den Verlauf der ersten 12 Wochen ausgetauscht hat. Aber schlussendlich habe ich mich bzgl. meiner Schwangerschaft lieber mit Freundinnen ausgetauscht die bereits Kinder haben als jeden Tag von Frauen zu lesen die panisch über diverse Symptome oder das ausbleiben „guter“ Symptome berichten.

Sich verwöhnen, Zeit lassen & weniger streng mit sich sein– denn du bist schwanger und darfst jetzt ganz besonders gut auf dich achten. Ich habe mir gerne eine warme Wanne eingelassen, leckeren Tee getrunken oder Kakao mit extra viel Schlagsahne, Gesichtsmasken aufgelegt, schöne Musik gehört. Die wohl schwerste Lektion für mich war es einen Schritt zurück zu treten und nicht mehr alles und möglichst sofort zu machen. Einfach mal Fünfe gerade sein lassen, keinen perfekten, staubfreien und rückstandlosen Haushalt führen. Dafür auch mal um Hilfe bitten, den Liebsten bitten die Einkäufe reinzutragen oder nach dem Feierabend durch die Wohnung zu saugen.

Bachblüten – ich liebe Blütenessenzen! Letzten Sommer habe ich noch einige selbst hergstellt. Bei meiner Hebamme entdeckt ich kürzlich das Buch „Blütenessenzen in der Schwangerschaft“ welches ich sehr ansprechend finde. Neben verschiedenen inneren und äußeren Anwendunsgmöglichkeiten gibt es eine Fülle an verschiedenen Essenzen für alle möglichen Beschwerden unter der Schwangerschaft. Natürlich auch Symptome wie Ängste, Niedergestimmtheit etc. Ich habe mit meiner Heilpraktikerin zusammen eine Mischung klassischer Bachblüten zusammengestellt die genau auf mich und meine Symptome abgestimmt sind und  nehme davon ca. 3 Mal täglich 3-4 Tropfen ein.

Zeit mit dem Partner verbringen – hilft sich weniger alleine zu fühlen. Wenn du in einer Partnerschaft lebst, versucht die Zeit der Schwangerschaft bewusst zu gestalten und euch noch einmal viel Zeit füreinander zu nehmen. Nichts nur das Leben der schwangeren Frau sondern auch des werdenden Vaters wird sich von Grund auf verwandeln und vieles wird anders werden. Gerade in der ersten Zeit nach der Geburt eures Kindes, wird es schwer sein Zeit für euch zu haben und Zweisamkeit zu genießen. Daher nutzt diese Monate um noch einmal gemeinsam Essen zu haben, ins Kino, vielleicht einen Ausflug oder sogar Urlaub zu machen. Vertraue dich deinem Partner mit deinen Sorgen und Ängsten an. Mein Mann durfte mich in den ersten 12 Wochen einige Male in den Armen wiegend trösten wenn ich wieder einmal unter der Last meiner Sorgen und Ängste zusammenbrach. Danach ging es mir immer gleich besser, denn ich wußte da ist jemand der für mich da ist, der mir Halt gibt und der mich auch wieder ein Stück zurück holen kann heraus aus der Angst, zurück in die Realität und auf den Boden der Tatsachen.
Schafft euch Zeit für Zärtlichkeiten, nehmt euch einfach ein paar Mal am Tag richtig in den Arm, küsst euch, schenckt euch kleine Aufmerksamkeiten. Bitte deinen Partner vielleicht dir etwas leckeres zu kochen, dir die schmerzenden und geschwollenen Füße zu massieren oder dir Frühstück ans Bett zu bringen.

Denkt bitte daran das Frauen auch an einer schweren Schwangerschafts-Depression erkranken können. Dies ist eine ernsthafte Erkrankunge und in diesem Fall, vor allem wenn ihr Symptome wie Selbstmordgedanken, starke Ängste bis hin zu Panikattacken und ähnliches an euch beobachten könnt, solltet ihr euch sofort an einen Arzt oder Psychologen eures Vertrauens wenden.

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