Sunday Sweets Spezial – Flitterwochen

flitterwochen

Gratitude unlocks the fullness of life. It turns what we have into enough, and more. It turns denial into acceptance, chaos to order, confusion to clarity. It can turn a meal into a feast, a house into a home, a stranger into a friend. -Melody Beattie

 

Während ist diese Zeilen tippe, sitze ich noch in Frankreich, genauer gesagt in der wunderschönen Bretagne, auf unserer Terrasse in der Sonne. Zu meiner linken unser verträumtes, kleines weißes Strandhaus mit den hellblauen Fensterläden, zu meiner rechten unser großer Garten und in meinem Rücken der wilde Atlantik mit seinem kristallklaren, türkisen Wasser und dem weißen Sandstrand in unserer Bucht. Das ganze Land scheint geprägt von maritimem Flair, Menhiren und großen Steingräbern die sich in der Landschaft so häufig finden wie Kirchen in Dörfern. Häusern aus Stein und blühende Hortensienbüsche bestimmen das Bild vieler Orte und der Himmel ist so klar und blau, dass ich mich ernsthaft frage was mit dem bei uns zu Hause nicht stimmt.

Ich schreibe heute – an einem Donnerstag – meine Sunday Sweets vor, weil ich gerade von solch tiefer, übersprudelnder Dankbarkeit erfüllt bin.

Hinter mir liegt eine traumhafte, einfach perfekte Hochzeit und so bereichernde, schöne Flitterwochen. Kurz nachdem wir hier in Frankreich angekommen sind, habe ich oft vergeblich nach diesem Gefühl der Dankbarkeit gesucht. Ich glaube, so kurz nach dem großen Tag, all dem Stress, der Aufregung und Anspannung, dem organisieren und feiern, dem Treffen von so vielen Freunden und Verwandten, blieb erst einmal eine Art Leere in mir zurück. Eine positive, entspannte Leere. Plötzlich war der große Tag vorbei, alles worauf man sich monatelang vorbereitet hat ist wunderbar verlaufen, die Anspannung fällt ab und wir sind ganz weit weg. Weit entfernt von den Menschen die wir lieben, der Hektik unseres Alltags, unserem zu Hause. Hier scheint die Zeit anders zu verlaufen, neue Eindrücke fließen auf uns ein. Es ist nicht ganz wie wir es erwartet hatten, statt Sommerhitze herrschen Durchschnittstemperaturen von 18Grad, ein frischer Wind weht meistens über das Land und lässt uns frösteln, dass einladend aussehende Wasser ist so bitterkalt, dass man es nur in einem Neoprenanzug auszuhalten scheint. Tagelang übe ich mich immer wieder in Achtsamkeit, versuche mich in Dankbarkeitsmeditationen und bemühe mich aufzulisten wofür ich gerade dankbar bin. Aber trotz das es uns so gut geht, wir jeden Tag genießen und ich es toll hier finde, Dankbarkeit will nicht in mir aufsteigen. Es ist, als wäre ich einfach auf eine merkwürdige, nicht unangenehme weise leer, blande, Teflonbeschichtet.

Doch vor einigen Tagen kam sie, rollte an wie eine riesige Meereswelle und schwappte über mir zusammen. Dankbarkeit, zu Tränen rührende, überwältigende, erfüllende Dankbarkeit.

Dankbarkeit für unsere Hochzeit, für das Wiedersehen all der lieben Menschen in unserem Leben, für unsere Zeit hier, die Ausflüge nach Morlaix, Roscoff, Carnac, Quimper, Rennes, Saint Marlo, zum Hügelgrab von Barnenez, auf die Insel Gavrinis mit ihrem beeindruckenden Cairn, den unzähligen Menhiren, Dolmen und Kraftplätzen wie Norte Dame de la Garde und dem Zauberwald Borceliande mit seinem Heiligtümern, Feenteichen, Wasserschlangen, Libellen und Schmetterlingen in dem das kleine Volk wachsam und trickreich ist.

Dankbar für unzählige Crêpes und Gallets, Grillabende, Fischgerichte, Amann, Chrossaints, Cidre, Chouchen, Rosé mit Pampelmusenlikör und salziges Karamel in jeder Form die in den letzten Tagen in meinem Magen und auf meinen Hüften gelandet sind.

Dankbar für jeden einzelnen Sonnenstrahl der auf meiner Haut landete und mich im außen wie im innen wärmt und erhellt hat, dafür das es kaum Regen gab und wir trotz aller Widrigkeiten zwei Mal schwimmen waren.

Dankbar für die wilde Landschaft, beeindruckende, atemberaubende Felsformationen, weiße Sandstrände, sich an Felsen brechende Wellen, Algen, wunderschöne kleine und große Tiere, ein Meer von Wildblumen, einsame Küsten und Buchten, Muscheln, Schnecken, Felder und exotische Blumen.

Dankbar für die Zweisamkeit, die romantischen Stunden, das Reden und lachen, die Entspannung und Vertrautheit, Filmabende, Spaziergänge und endlose Vorlesestunden mit meinem Mann.

Ganz besonders dankbar bin ich auch für das Schicksal, dessen Fäden sich zu einem spontanen Treffen mir Ar Gwarc’h und ihrer Familie webten mit denen wir 3 wunderschöne, erfüllende Tage verbrachten.

Dankbar für all die Heilung und Transformation <3

Wofür bist du heute dankbar? Genießt du die süßen Seiten des Lebens? Fühle dich eingeladen mit dieser Frage in den Tag zu gehen, deine eigene Liste zu schreiben, zu bloggen, bei facebook zu posten oder sie einfach nur für dich in deinem Herzen zu halten!

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10 Kommentare
  1. Maren
    Maren says:

    Oh, du hast es getan, du warst in der Bretagne <3 Schööön! Und du hast geheiratet, ganz ganz herzliche Glückwünsche von mir! Es freut mich sehr, dass du so glücklich bist. Liebe Grüße

    Antworten
  2. Lorkyn
    Lorkyn says:

    Ahhh, wie schööön, herzlichen Glückwunsch und alles alles Liebe für euch❤❤❤
    Deine Urlaubsbilder habe ich ja schon bei Instagram gestalkt, wirklich traumhaft!❤

    Antworten
  3. Yvonne
    Yvonne says:

    Alles, alles Liebe auch von mir für euch beide. Freude über soviel Erfreuliches bei dir in deinem Leben. 🙂
    Ich kann deiner Dankbarkeitswelle nachempfinden, sie rollte auch bei mir (in Südfrankreich) ziemlich unverhofft – und schon auf dem Rückweg – über mich hinweg. 😉 Magie lässt sich halt nicht planen, sie passiert, wenn wir sie entdecken. <3

    Herzensgruß,

    Antworten
  4. Lilith
    Lilith says:

    Herzlichen Glückwunsch auch von mir. Obwohl wir nach unserer Hochzeit (schon ein paar Jährchen her *s*) keine Flitterwochen gemacht haben, kann ich mich noch gut an das leere Gefühl danach erinnern. All das, was ich geplant hatte, alles worauf ich mich gefreut hatte, alles was mich nervös gemacht hat, lag plötzlich hinter mir.
    Manchmal braucht die Seele aber auch einfach etwas Zeit um hinterher zu kommen. Sowohl bei Ereignissen, als auch beim Reisen 🙂
    Ich fahre mit meiner Familie am Samstag in die Bretange (für 2 1/2 Wochen), hast du einen Tipp, gibt’s was, von dem du meinst, dass man es unbedingt gesehen haben sollte? Ich möchte unbedingt nach Carnac und in den Wald von Borceliande… Hast du vielleicht irgendwo ein magisch – mystisches Lädchen entdeckt?
    Liebe Grüße
    Lilith

    Antworten
    • Karmindra
      Karmindra says:

      Hallo Lilith.
      Auf der Seite http://grosssteingraeber.de findest du eine bebilderte Auflistung von ganz vielen neolithischen Anlagen in der Bretagne, daran haben wir uns ein wenig orientiert. Die meiner Meinung nach schönste Anlage ist das Hügelgrab von Gavrinis. Es liegt auf einer Insel und ist mit einem Boot von Lamor Baden aus zu erreichen (ca. 30 Autominuten von Carnac entfernt). Die Tickets dafür sollte man schon im Vorfeld telefonisch reservieren. Auf der Insel und im Grab gibt es eine Führung, leider auf französisch. Im Grab selbst finden sich riesige Steine mit wunderschönen, gut erhaltenen Gravuren.
      Die Menhirfelder von Carnac sind natürlich auch toll anzusehen. In Carnac selbst gibt es ein neolithisches Museum, dass hatten wir uns zu allererst angesehen weil dort auf viele Orte in der Bretagne Bezug genommen wird.
      Sehr schön ist die Küste der Halbinsel Quiberon wenn man eh schon unten in der Gegend ist.
      In Broceliande selbst gibt es meiner Zählung nach zwei Hexen/Esoläden. Direkt in der Nähe vom Touristenzentrum neben der Gralskirche befindet sich ein Parkplatz mit öffentlichen Toiletten. Links daneben ist ein Café die auch draußen Stühle stehen haben, zu dem gehört ein kleiner Laden mit einem super netten Besitzer der sogar fliessend deutsch spricht. Der Laden liegt etwas versteckt genau gegenüber dem Eingang vom Café. Gegenüber auf der anderen Straßenseite ist ein weiterer Laden.
      In Paimpont ganz nahe dem Wald gibt es mehrere Hexen/Esoläden auf der Hauptstraße verteilt.
      Städtisch fanden wir Quimper, Morlaix und Rennes besonders schön. Toll ist auch Saint Malo und Concarneau ist auch spannend, da liegt die Altstadt quasi vorgelagert innerhalb massiver Mauern -der Ville close – und ist fast rundum vom Wasser umgeben.
      Wovon ich abraten würde ist ein Besuch in Brest. Verschwendete Zeit, sehr hässliche Stadt…
      Ansonsten solltet ihr mal Amann probieren (aber falls ihr welchen im Supermark kauft, unbedingt nochmal ca. 10 Min bei 180 Grad warm machen). Fand ich als Süßmaul ultra lecker.

      Ich wünsch euch eine phantastische Reise!

      Liebe Grüße,
      Karmi

      Antworten
      • Lilith
        Lilith says:

        Hallo Karmi,
        ich wollte dir noch für deine ausführliche Antwort danken. Sie war mir tatsächlich eine große Hilfe. Wir haben uns zwar nicht alles angesehen, z.B. Gavrinis und die meisten Städte haben wir weg gelassen. Obwohl Gavrinis bestimmt sehenswert gewesen wäre. Eigentlich hatte ich das Hügelgrab auch eingeplant, aber in den letzten Tagen unseres Urlaubes war es so heiß, dass wir einfach nicht vom Strand weg wollten.
        Die ersten 10 Tage habe wir unser Zelt in Lannilis (oberhalb von Brest) aufgestellt. Von dort aus haben wir den kleinen Dolmen besucht, der so nah an eurem Haus war. Und die wunderschöne Küste dort *schwärm*. Wir waren am Tumulus Barnenez und bei dem knapp 10 Meter hohen Menhir de Kerloas. Die einzige Stadt, die wir uns angeschaut haben war Morlaix, die Fachwerkhäuser waren toll, aber ein bisschen runtergeranzt war es schon, viele lehr stehende Läden und Häuser, fand ich.
        Nachdem ich verstanden habe, dass wir bis Carnac gut drei Stunden hätten fahren müssen haben wir kurzerhand das Zelt eingepackt,sind runter nach Carnac gefahren und haben es da für den Rest des Urlaubs aufgebaut. Das Museum fand ich auch sehr interessant. Von den Steinreihen in Carnac war ich begeistert, obwohl mich der Zaun ziemlich genervt hat. Damit habe ich aber einfach auch nicht gerechnet. Ich wäre so gerne näher in Verbindung getreten.
        Zum Glück gab es nur ein paar Minuten von unserem Campingplatz entfernt eine etwas weniger bekannte und daher nicht eingezäunte Reihenserie.
        Den Wald von Broceliande fand ich sehr schön, aber auch sehr überlaufen. Am meisten beeindruckt hat mich die 1000 jährige Eiche und das Tal ohne Wiederkehr. Hast du in der Gralskirche das Bild gesehen, wo Christus vor Morgana zu Boden geht? Wegen diesem Motiv ist der Abbe, der das Bild hat malen lassen, versetzt worden, sagt jedenfalls mein Reiseführer. Fand ich irgendwie lustig 😉 Wir haben uns Merlins Grab angesehen… du hast wirklich nichts verpasst. Überfüllt und ziemlich verschmutzt. Andererseits, es war der einzige Ort in der Bretagne wo ich Spuren von einem noch gelebten Kult entdecken konnte. Es lagen Blumen und Wunschzettelchen neben und zwischen den Steinen. An allen anderen Stätten habe ich nichts dergleichen entdeckt. (Du vielleicht?)
        Fand ich etwas schade. Ich mag den Bereich um die Externsteine so gerne, diese Bäume, in denen hunderte von Bändern hängen. Irgendwie dachte ich, so etwas würde ich im Land der Druiden auch finden 😉
        Du hattest bei Instagram ein Foto vom Matronenheiligtum Pesch oder
        Nettersheim (wenn ich dich nicht verwechsel *s*) da lagen auch Opfergaben als ich es besucht habe. Diese Zeichen der Dankbarkeit und des immer noch verwurzelten alten Glaubens berühren und inspirieren mich. Das ist so viel mehr als nur Tourismus 🙂

        Amann habe ich direkt am ersten Tag gekauft, als Einstimmung sozusagen. Zwar aus dem Supermarkt und ohne warm machen (wir hatten nur zwei Herdplatten) aber trotzdem wirklich lecker…

        Liebe Grüße
        Lilith

        Antworten
        • Karmindra
          Karmindra says:

          Hallo Lilith,

          danke für den ausführlichen Reisebericht 🙂
          Ne das Motiv in der Gralskirche ist mir nicht bewusst aufgefallen. Aber wir haben alles fotografiert, werd nochmal einen Blick drauf werfen.
          Ich fand das Tal ohne Wiederkehr und die alte Eiche auch am schönsten.
          Diese „Spuren der Aktivität“ waren es eigentlich auch, wieso ich mir gerne Merlins Grab ansehen wollte. Ich kenne es aus Irland und England von so vielen Orten und es hat mich ebenfalls verwundert, dass ich nirgendwo offensichtliche Spuren heuter Aktivitäten gesehen habe. Vom Merlins Grab ist bekannt, dass sich dort noch heute oft Druidenorden treffen und z.B. die Wünsche auf den dort hinterlassenen Zetteln in ihren Zeremonien vorlesen.

          Unser Amann war auch immer aus dem Supermarkt, aber unaufgewärmt fand ich den ehrlich gesagt absolut widerlich. Total trocken, klebrig und in der Hauptsache aus Zuckerkristallen bestehend *schüttel* 😀
          Warm schmeckt der komplett anders. Aber wenn er euch so auch geschmeckt hat, ist es ja gut. Mein Mann mochte ihn kalt auch (wir wußten beim ersten Mal nicht, dass man ihn erhitzen soll) , musste aber zugeben das er warm besser schmeckt.

          Liebe Grüße,
          Karmi

          Antworten

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