Heiligen Raum schaffen – Altäre

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Ich liebe Altäre und Kraftplätze. Dabei meine ich nicht unbedingt den klassischen Altar in der Kirche, sondern einen Hausaltar, eher etwas in Richtung Herrgottsecke wie man sie früher noch öfter vor allem im süddeutschen Raum fand. Ein Ort gestaltet und geschmückt mit Bildern, Figuren und Symbolen der Kraft, des Göttlichen und Heiligen. Einige Menschen erschaffen solche heiligen Orte ganz ohne sich dessen bewußt zu sein. So kann es sich um eine alte Kommode handeln die mit Erinnerungsfotos dekoriert ist, eine Schale mit Steinen und Muscheln die man im Urlaub gesammelt hat, bedeutungsvoller Schmuck den man an einer Stelle plaziert hat an dem man ihn oft sieht, Postkarten mit schönen Motiven oder sinnhaften Sprüchen, eine Ansammlung von Kerzen. Mir passiert es auch oft unbewusst das ich mir schon wieder einen neuen Altar schaffe. Für gewöhnlich habe ich in fast jedem Raum eine kleine Ecke, ein Regalbrett oder eine Fensterbank auf der sich Steine, Figuren, Federn, Räucherstäbchen, Kristalle, Pflanzen und Kerzen ansammeln. Es ist aber auch schön wenn man sich einen Altar ganz bewusst gestaltet, als Raum der Konzentration, Stille, Liebe und Hingabe. Es gibt keine Vorschriften wie man diesen Platz gestalten sollte. Von einer minimalistisch gestalteten Platte auf der eine Kerze und ein Foto steht bis hin zu einem Altar der überquillt von Statuen indischer Gottheiten, Fotos beeindruckender Menschen, Kerzen, Räucherwerk, Gebetsketten, frischen Blumen, Klangschalen usw. ist alles erlaubt was uns Freude bereitet. Stellen Dinge auf deinen Altar die dir etwas bedeuten. Ein Stück Treibholz kann für dich die Energie des Meeres oder eines bestimmten Landes verkörpern, vielleicht fühlst du dich zum Buddhismus hingezogen und möchtest dort eine Buddha Statue platzieren oder lieber eine Figur der Jungfrau Maria? Ich habe einen Meditationsraum in dem ich einen größeren Altar unter dem Kaminabzug aufgebaut habe. Dort finden sich viele Symbole und Gegenstände aus Irland wieder, da diese Insel für mich eine zweite Heimat ist. Getrocknetes Heidekraut bettet neben Federn, Steinen, Sand, Schafswolle, Quellwasser in einer Flasche und irischer Erde. Ich habe eine Figur der irische Göttin Morrigan auf dem Altar stehen, sie ist geschmückt und umringt von Krähen- und Rabenfedern, den Vögeln die dieser Göttin zugesprochen werden. An der Wand hängen viele Postkarten und Bilder von alten Steinkreisen und Dolmengräbern, Göttinnen, Naturlandschaften. Unzählige Steine und Kristalle liegen auf dem Altar verteilt, dazwischen Kerzen, ein Teller mit Fundstücken von Orten die mir viel bedeuten, einer Statue der buddhistischen Göttin Tara, ein flacher Stein auf dem ein Buddha eingraviert ist sowie das Manta Om Mane Padme Hum. Eine Gebetskette die meiner liebsten indischen Gottheit Ganesha geweiht ist findet sich ebenso an diesem Ort wie gefilzte Göttinenfiguren, Bilderrahmen mit Fotos und einer Menge Räucherwerk. Ich sitze gerne dort oben auf einem meiner Schafsfelle und zentriere mich. Alle Gegenstände die dort liegen haben eine Bedeutung für mich und vermitteln mir Sinn, Kraft, Liebe oder Harmonie.

Gartenaltar

Gartenaltar

Samhain Altar 2014

Samhain Altar 2014

Doch heiligen Raum zu erschaffen kann uns auch fernab von Meditationsräumen ein behilfliches Werkzeug sein. Als ich letztes Jahr beschloss mich wieder verstärkt der Schreiberei zu widmen betrachtete ich den Platz an dem ich dies zu tun gedachte. Ich sitze meistens in unserem Arbeitszimmer am Computer. So begutachtete ich meinen Schreibtisch der nicht gerade unordentlich aussah, aber trotzdem, wenn ich mich fragte ob das ein schöner Ort sei der mir Kraft gibt, mich unterstützt, an dem ich mich gerne aufhalte so musste ich es dies verneinen. Es lag in diesem Raum, an diesem Ort, keine Unterstützung für mich. Ich begann damit konsequent meinen Schreibtisch abzuräumen und erst einmal alles um mich herum zu verteilen und zu sichten. Was brauche ich noch? Wovon kann ich mich trennen? Was inspiriert mich und was lenkt mich so sehr ab das ich es lieber anderer Orts aufbewahren sollte? Nachdem ich so klar Schiff geschaffen und den Ort auch noch mit Hilfe eines Putzlappens gereinigt hatte fragte ich mich, womit ich den so entstandenen Raum füllen möchte. Ich begann mich mit Dingen zu umgeben die mir Freude bereiten, mich inspirieren, mir Mut machen und mir ein wohliges Gefühl geben. Als erstes bastelte ich mir ein Visionboard für die Wand hinter meinem Computerbildschirm. Ich hängte an die Wand neben mir Fotos von Menschen die mir wichtig sind, plazierte einen Abreißkalender mit positiven Affirmationen für jeden Tag auf dem Tisch und holte eine meiner Ganesha Statuen aus dem Wohnzimmer hoch. Ich schmückte sie mit Gebetsketten – meiner Deeksha-Mala und einer Kette die ich selbst aus Ebereschenbeeren gefertigt hatte. Ganesha verkörpert nicht nur Eigenschaften wie Weisheit und Wonne, man sagt ihm auch nach Hindernisse und Probleme aus dem Weg zu räumen und uns zu weltlichen Erfolg zu verhelfen. Einen besseren Begleiter an meinem Arbeitsplatz der zur kreativen Schreibwerkstatt werden sollte konnte ich mir also nicht wünschen. Jedes Mal wenn ich in einem Buch oder im Internet eine schöne und passende Affirmation fand, druckte ich sie aus oder schrieb sie ab um sie um meinen Schreibtisch herum zu verteilen, auf dem Visionboard, an der Wand, unter der Dachschräge. Wenn ich beim Lesen, meditieren, nachdenken, dem Verfolgen eines tollen Podcasts oder wobei auch immer eine Erkenntnis hatte, einen Aha Effekt oder mir eine Affirmation einfiel zückte ich den Stift und schreib sie auf einen kleinen bunten Zettel den ich ebenfalls an einer Stelle anbrachte die ich gut sehen kann. So entstand langsam Stück für Stück ein heiliger Raum an einem Platz der vorher eher Bürocharakter hatte. Nun kann ich hier stundenlang sitzen, zur Ruhe kommen und zu Papier bringen was aus mir herausfließt.

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In diesem Sinne können wir jeden unserer Alltagsorte zu heiligen Orten machen. Sei es unser Auto, unser Schlafzimmer, unser Bad oder die Küche. Wenn du ein bestimmtes Vorhaben hast, verbinde dich mit ihm und frag dich wie dein Kraftort aussehen sollte um dich zu unterstützen? Möchtest du täglich Yoga machen – vielleicht hilft es dir in dem Raum in dem du praktizieren willst einen kleinen Altar mit einer Kerze, einem kleinen Gong, Räucherstäbchenhalter und vielleicht einem Om-Symbol oder einem Bild einer Yoga-Gurus zu platzieren. Willst du einen Garten anlegen? Vielleicht gibt es einen Ort in deinem Haus der dir geeignet erscheint um ihn mit kraftvollen Gegenständen zu füllen, frischen Blumen, einer grünen Kerze, Bildern von Traumgärten, ein Bildnis der Göttin Flora, dein liebstes Gartenbuch. Lass deiner Phantasie und Intuition freien Lauf, halte Augen und Ohren offen denn es kann gut sein das sich im Laufe der Tage und Wochen in deiner Umwelt immer wieder geeignete Altarobjekte auftun. Die Größe des verfügbaren Raumes spielt bei dieser Unternehmung keine Rolle, ich habe schon Altäre auf der Fläche eines DIN-A-4 Blattes gesehen, ganz zu schweigen von kleinen Reisealtären in Buchform, einer alten Zigarrenkiste oder sogar in einer Streichholzschachtel.

Altar gesehen auf dem Castlefest 2014

Altar gesehen auf dem Castlefest 2014

Ahnenaltar

Ahnenaltar

Küchenaltar

Küchenaltar

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