Honour your Womb Teil 4 – Mondblut Routine und meine besten Rezepte gegen Schmerzen

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Woman in India by Julianne Reynolds

Eine ganze Weile war es still um meine Reihe „Honour your Womb„, denn meine Beiträge zu diesem Thema kommen vom Herzen und ich schreibe sie am liebsten dann, wenn ich in der richtigen Stimmung bin. Welche Zeit würde sich also besser eignen, als der rot leuchtende Junivollmond zu dem meine Blutung pünktlich eingesetzt hat.

Im letzten Beitrag ging es um die Heiligkeit der Menstruation und schon damals habe ich angekündigt, auch auf die unangenehmen und schmerzvollen Seiten dieser Zeit einzugehen. Daher möchte ich euch heute an meiner Mondblut Routine teilhaben lassen, von meiner Geschichte erzählen und euch von paar Tipps verraten, wie ich mit Schmerzen umgehe.

Während meiner Jugend hatte ich oft Schmerzen während meiner Menstruation, ich kann mich an Tage entsinnen, an denen ich mich vor Krämpfen auf dem Bett herum gekugelt habe und nicht wußte wohin mit mir. Doch außer eventuell einer Wärmflasche auf dem Bauch, kann ich mich an keine Gegenmaßnahme erinnern. Mit dem beginnenden Interesse an weiblichen Mysterien, dem Hexentum und der Göttinnenspiritualität, traf ich viele inspirierende Menschen die mein Leben sehr bereichert haben. Einer dieser Menschen, mein Reikimeister, drückte mir irgendwann das Buch Drachenzeit von Luisa Francia in die Hand und lobte es in höchsten Tönen (ja, ein Mann empfahl mir ein Buch über die Kraft der Menstruation).
Diese Lektüre änderte alles und verwandelte meine bis dato so ungeliebte Zeit des Unwohlseins und der Schmerzen in ein freudiges, kraftvolles Ereignis. Ich konnte es kaum glauben, doch durch meine veränderte Einstellung zu mir, meinem Körper und den Vorgängen während meiner Blutung begann ich langsam, Schmerz in Erfüllung zu transformieren. Es ging so weit, dass ich über viele Jahre hinweg kein bisschen Schmerz mehr empfand. Oftmals merkte ich nicht einmal mehr das ich meine Periode bekam. Völlig schmerzfrei war sie plötzlich da, blieb und verschwand wieder. Monat für Monat.
Ende des Jahres 2012, in enger Verbindung zu meiner Mutter und ihrem damaligen Krankheitsverlauf, kehrten die Schmerzen wieder zurück. Sie überfielen mich mit einer Wucht, die ich nie für möglich gehalten hätte. In einer dunklen, langen Dezembernacht rissen sie mich aus dem Schlaf und waren so übermächtig, dass ich kurz davor stand einen Notarzt zu rufen. Ich hielt es nur im Gehen einigermaßen aus. Sitzen und Liegen war mir unerträglich, fühlte es sich doch an als würde mich jemand innerlich zerreissen und gleichzeitig verbrennen. Eine große Dosis Schmerzmittel und eine Wärmflasche verschafften erst nach einer gefühlten Ewigkeit eine leichte Verbesserung.
Von diesem Tag an lernte ich mich, meinen Körper und meine Blutung noch einmal von neuem kennen. Ungeahnte Schmerzen, wehen- und krampfartig überfielen mich im Laufe der Jahre. Ich entwickelte eine regelrechte Angst vor dem Tag an dem meine Menstruation einsetzt. Wo würde ich sein? Was mache ich gerade? Wie wird es mir gehen? Schmerzmittel schienen wirkungslos, Wärme unerträglich, alle Körperpositionen unangenehm.
Mittlerweile ist meine Mondblutung wieder eine Zeit der Kraft für mich geworden. Mit einigen erprobten Rezepte und einem großen Anteil innerer Auseinandersetzung mit mir, meiner Weiblichkeit und meinem Mutterleib sind die Schmerzen weniger geworden, besser auszuhalten, nur kurz präsent und mittlerweile sogar fast verschwunden.

Meine ganz persönlichen Wunderwaffen sind die folgenden:

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Magnesium: Magnesium ist ein essentieller Mineralstoff  der stabilisierend auf die Zellmembranen wirkt und die Erregbarkeit von Nervenzellen verringert. Dadurch werden Muskeln entspannt und Krämpfe gelöst. Unsere Gebärmutter ist ein muskulöses Organ und fast alle Frauen kennen die krampfartigen Schmerzen im Unterbauch die bei einer Menstruation vorkommen können. Ich genehmige mir 2-3 Tage vor dem Einsetzen meiner Periode ein Bad in Magnesium Flakes. Das Magnesiumchlorid Hexahydrat löst sich wunderbar im warmen Wasser auf und wird über die Haut resorbiert. Eine Extraportion Magnesium, besonders geeignet wenn du schlecht bzw. unzureichend auf die orale Magnesiumaufnahme reagierst.
In den Tagen der Menstruation trage ich direkt Magnesiumöl auf meinen Unterbauch auf. Außerdem schwöre ich auf die heiße Sieben – 10 Tabletten des Schüsslersalzes Magnesium phosohoricum D6 in heißem Wasser aufgelöst in ganz kleinen Schlückchen trinken. Wo Schmerzen sind, da fehlt es auch oft an Sauerstoff. Daher reibe ich meinen Unterbauch schon 3 Tage vor Einsatz meiner Mens Morgens und Abends mit ozonisiertem Olivenöl ein.

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Wärme: Wärmflaschen sind mir während meiner Blutung oft zu unangenehm und zu großflächig heiß. Eine praktische Erfindung sind die langanhaltenden Thermacare Auflagen bei Regelschmerzen. In Akutsituationen habe ich guten Erfahrungen mit Moxastäbchen gemacht. Bei der sogenannten Moxibustion werden Zigarrenähnliche Beifußbündel die man auch für riesige Räucherstäbchen halten könnte angezündet. Die Flamme auspusten und dann mit dem glühenden Ende vorsichtig mit einem angenehmen Abstand über den Unterbauch fahren. Dabei gut aufpassen das man sich nicht verbrennt! Die Stäbchen werden wirklich richtig heiß und es bildet sich natürlich mit der Zeit Asche die abfallen kann. Ich fahre mit dem Moxastab intuitiv verschiedene Bewegungen ab, male manchmal Symbole in die Luft über meinen Bauch, verweile an Stellen wo es gut tut etwas länger, ziehe über manche Stellen zügiger hinweg. Die Wärme ist sehr tiefgreifend und wirkt bei mir erstaunlich entspannend und langanhaltend nach. Nach der Behandlung bin ich schon oft eingeschlafen. Bitte achtet darauf das Stäbchen gut auszumachen. Wer Rauchmelder hat, sollte bedenken das die Stäbchen ordentlich qualmen.

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Ernähung: In den 70er Jahren stellte man erstmals fest, dass Frauen, die unter funktionellen Menstruationskrämpfen leiden, einen erhöhten Wert von Alpha-2-Prostaglandin im Blut aufweisen. Doch durch unsere Ernährung können wir einen positiven Einfluss auf Menstruationsbeschwerden nehmen. Durch unsere Ernährung können wir die Bildung von hilfreichen, sogenannten Serie-3 Prostaglandinen fördern, indem wir Alphla Linol- und Omega 3 Fettsäuren zu uns nehmen. Diese finden sich in hochwertigen Ölen wie Lein-, Oliven und Hanföl. Natürlich können auch magnesiumreiche Nahrungsmittel Linderung verschaffen. Mir hilft eine basenreiche Ernährung mit viel Obst und Gemüse. Zucker, Koffein und Alkohol versuche ich zu meiden, genau so wie Milchprodukte und Fleisch, da diese die Schmerzen steigern können. Vor einiger Zeit habe ich einen tolles Smoothie-Rezept gegen Mensbeschwerden gefunden. In dem Artikel ist genau aufgeführt, wieso ausgerechnet diese Zusammensetzung hilft. Für alle die Schwierigkeiten mit der englischen Sprachen haben, ist hier die übersetzte Zutatenliste:

1 Banane
1 Orange
1 Tasse gefrorene Erdbeeren
1/4 TL Fenchelsamen
1/4 TL Ingwerpulver
1/4 TL Zimt
1/4 TL Kurkuma
1/8 TL schwarzer feffer
1-2 Tassen Pflanzenmilch, Saft oder Wasser

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Um mich zu verwöhnen und mein Verlangen nach Süßspeisen zu besänftigen – immer wieder ein Thema zu meiner Blutzeit – gönne ich mir gerne einige Stücke hochwertiger Rohkostschokolade. Mein Favourit ist zur Zeit die vegane Conscious Chocolate in verschiedenen Sorten.

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Rituale: Ich liebe es meine Mondblutzeit zu zelebrieren. Im letzten Beitrag habe ich einige Anregungen für die Ausschmückung und Gestaltung dieser heiligen Zeit gegeben. Einer meiner Favouriten ist eine liebevolle Baucheinreibung mit dem wundervollen Mugwort-Dreamoil. Ich liebe den Duft dieses Beifußöls, es hinterläßt ein wohliges, wärmendes Gefühl und gibt mir Hülle.

Ich habe übrigens festgestellt, dass es mir das Tragen einer Menstruationstasse besser bekommt als die Verwendung von Tampons. Neben Tampons und Binden habe ich im Laufe der Jahre auch Stoffbinden und Mensschwämmchen ausprobiert.

Menstruationstassen: Für mich die beste Alternative zu Tampons. Ein Tampon saugt dein Blut auf, trocknet dabei leider auch schnell deine Scheidenflora aus, ist eine Brutstätte für infektiöse Keime und gibt – falls du keine Biobaumwolltampons nutzt – leider auch noch Pestizide, Chemikalien, Weichmacher, synthetische Farb- und Duftstoffe und allergieauslösende Verbindungen und Gifte an deinen Körper ab. Die Menstasse besteht aus Silikon, Latex oder Elastomer und hat eine trichterförmige, flexible Form. Sie wird vor dem Einführen in die Vagina gefaltet, im Körper geht sie dann auf und schließt bei richtigem Sitz dicht ab, so das nichts daneben geht. Bis zu 30ml kann solch eine Tasse auffangen. Dadurch kann man sie je nach Stärke der Blutung bis zu 12 Stunden lang im Körper belassen. Wie praktisch ist das denn?! Zum Wechseln zieht man die Tasse heraus und entleert sie direkt in die Toilette. Mit klarem Wasser ausgespült – auf Wunsch auch mit milder Seife abgewaschen – kann sie sofort wieder eingesetzt werden. Über 10.000 Binden & Tampons verwendet Frau im Laufe ihres Lebens. Eine Menstruationstasse hingegen hält viele Jahre lang.

Mensschwämmchen: Hier führst du statt eines Tampons oder einer Tasse einen kleinen angefeuchteten Naturschwamm in deine Vagina ein. Dort bleibt es dann je nach Stärke der Blutung einige Zeit und kann mit den Fingern wieder herausgeholt werden. Mit warmen Wasser ausgewaschen kann es sofort wieder eingeführt werden. Nach der Mestruation wird das Schwämmchen über Nacht in ein Glas mit Essigwasser gelegt und danach getrocknet und an einem trockenen, staubfreien Ort aufbewahrt. Ein Schwämmchen hält ca. 6 Zyklen lang und sollte nicht ausgekocht werden. Da Schwämme Lebewesen aus dem Meer sind, ist dies keine vegane Alternative!

Stoffbinden: Die ökologische Alternative zur Binde. Binden bergen ähnliche Probleme wie Tampons, sie sind meist voller ungesunder Zusatzstoffe und verursachen eine Menge Müll. Stoffbinden gibt es heute in allen Farben und Formen, mit und ohne Flügel, mit Knopf zum Verschluss für besseren Halt, für starke und für schwächere Tage. Es gibt sogar Slipeinlagen aus Stoff. Ich will mir auf jeden Fall noch Stoffbinden selbst nähen.

Meine Tipps und Methoden ersetzen keine Diagnose oder Behandlung bei einem Arzt oder Heilpraktiker. Ich gebe in keiner Weise und zu keinem Zeitpunkt in irgendeiner Form Heilungsversprechen ab. Die von mir favorisierten Methoden ersetzen keinen Arztbesuch. Auch wenn Schmerzen währnend der Menstruation weitverbreitet sind, solltest du bei Beschwerden im Zweifel immer einen Gynäkologen deines Vertrauens aufsuchen.

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