Ideenwerkstatt – Natur – Visionwalk

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Diesen Monat bin ich etwas spät dran mit dem Beitrag zur Ideenwerkstatt. Frei nach dem Motto „Gut Ding will Weile haben“ heute zum Thema Natur:

Visionwalk

Wenn wir über Natur sprechen, so gibt es eine Vielfältigkeit an damit gemeinten Dingen. So sprechen wir Menschen zum Beispiel gerne von „unserer Natur“ im Sinne unser Eigenschaften, unserer Persönlichkeit usw. Oder wir meinen die Natur „da draußen“, unberührte Landschaften, Flora und Fauna. Im Grunde genommen sind wir niemals getrennt von der Natur – wir sind ein Teil von ihr. Wir sind ebenso Natur wie jedes andere Lebewesen auch. Nur mit dem Unterschied das wir es perfektioniert haben uns von unseren natürlichen Rhythmen, von Umwelteinflüssen und dergleichen zu entfremden, soweit das wir uns mittlerweile als getrennt erleben. Doch es lohnt sich einen etwas anderen Blick auf das zu werfen was wir allgemein hin als Wildnis bezeichnen, als das was wir „da draußen“ und getrennt von uns wahrnehmen. Wenn wir es zulassen kann diese Natur einer unserer größten Lehrer sein. Gerade eben weil wir im Grunde ein Teil dieses Netzes und Kreislaufes sind können wir uns in ihr erfahren und sie kann uns Antworten auf Fragen geben die uns beschäftigen. Eine der bekanntesten Möglichkeiten ist eine Visionssuche wie sie von vielen Kulturen praktiziert und stellenweise heute noch angewandt wird. Dieses meist mehrtägige Ritual welches eine Fastenzeit alleine in der Wildnis mit einschliesst bedarf einer guten Fachkenntnis und am besten einer Führung und Begleitung durch geschulte Personen. Eine weitere Möglichkeit ist jedoch eine Art „Visionwalk“. Alles was du dafür brauchst ist ein Tag oder einige Stunden Zeit, einen Ort an dem du dich frei bewegen kannst und eine Intention.

Überlege dir zuerst was dich zu solch einem Visionwalk bewegt. Welche Frage brennt dir auf der Seele? Fühlst du dich orientierungslos? Hast du eine Entscheidung vor der Brust welche dich umtreibt? Weißt du nicht wie es in irgendeiner Hinsicht in einem Bereich deines Lebens weitergehen soll? Wenn es kein bestimmtes Thema gibt kannst du auch mit einer offenen Haltung in den Visionwalk gehen. Dabei bittest du quasi um eine Botschaft die derzeit wichtig für dich ist, oder um einen Hinweis mit welcher Thematik du dich in nächster Zeit mehr beschäftigen solltest. Hast du eine Fragestellung gefunden plane einen freien Tag ein an dem du ungestört bist und überlege an welchem Ort zu deinen Visionwalk begehen willst. Ideal wären naturbelassene Ortschaften und Landstriche, Seen, Wälder, am Meer, in den Bergen. Solltest du in einer sehr großen Stadt leben und keinen Zugang zu solchen Flächen haben tut es auch ein botanischer Garten, ein großer Park, vielleicht eine Schrebergartenanlage, ein Stadtwald. Du solltest die Möglichkeit haben dich in der Zeit bewegen – umherwandern – zu können. Da eignet sich ein größerer Wald natürlich besser als ein winziger Park in dem du quasi im Kreis läufst. Ein weiterer Vorteil von freierer Wildnis ist die Ungestörtheit da du während des Prozesses für dich bleiben solltest. Jogger, Gassigeher oder andere Spaziergänger sind aber kein Hindernis für einen Visionwalk, können stattdessen sogar eine Botschaft oder Antwort für dich beherbergen.

Wenn Intention, Tag und Ort feststehen beginne den entsprechenden Tag als wäre er ein heiliger Zeitpunkt. Nach dem aufstehen nehme ein Bad oder geh unter die Dusche um dich in einer rituellen Weise zu reinigen. Dafür visualisiere während du im Bad bist das du mit der Waschung deinen Alltag hinter dir läßt und dich öffnest für „die andere Seite“, für Antworten und Zeichen aus der geistigen Welt. Vielleicht möchtest du eine Kerze entzünden oder ein Räucherstäbchen entzünden. Wenn du mit der Morgenroutine fertig bist kleide dich Wetterfest, nimm ein kleines aber leichtes Frühstück ein und nehme dir ausreichend Wasser sowie einen Stift und ein leeres Buch oder Papier mit. Wenn du zu den Menschen gehörst die sehr schlecht (oder aus gesundheitlichen Gründen) für mehrere Stunden auf Nahrung verzichten können decke dich mit möglichst leichten, schonenden Snacks für unterwegs ein – Obst ist eine sehr gute Alternative. Ansonsten verbringe den Visionwalk fastend – denke aber daran genügend zu trinken.

Nun gehst oder fährst du zu deinem ausgesuchten Ort, sammelst dich noch einmal innerlich und überlegst weswegen zu diesen Prozess für dich gewählt hast. Rufe laut oder in Gedanken die Geister/Spirits/Wesenheiten des Ortes an, wenn du magst auch die Himmelsrichtungen, eine Göttin/einen Gott, Engel oder zu welchen Helferwesen du dich auch immer hingezogen fühlst und verkünde ihnen deine Absicht. Formuliere noch einmal klar und deutlich deine Frage oder Intention auf die du eine Antwort suchst. Dann wanderst du los. Versuche während der nächsten Stunden keinen direkten Kontakt zu deiner Umwelt/anderen Menschen aufzunehmen. Das Handy bleibt aus (falls du es nicht gleich zu Hause gelassen hast), siehe dich selbst als unsichtbar für andere Menschen so wie du andere als unsichtbar erachtest. Du befindest dich in einer heiligen Zeit, einem heiligen Raum. Alles was dir auf deiner Wanderung begegnet, jede Pflanze, jedes Tier, jedes Geräusch, jede Begebenheit können eine Antwort auf deine Frage sein. Bleib offenen Geistes, versuche nicht zu analysieren. Es geht nicht darum permanent in einer Dauerschleife die eigne Frage/Intention im Kopf zu bewegen, aber bleib dir ihrer gewahr. Sei mit deiner Achtsamkeit ganz im außen, beobachte die Landschaft, das Wasser, den Wind, die Flora und Fauna. Wenn dir danach ist setze dich hier und da an einen Ort und lasse deine Umgebung von dort auf dich wirken. Du bist nicht getrennt von der Natur um dich herum, ihr seit im Grunde eins. Alles im außen spiegelt sich in dir, alles in dir spiegelt sich im Außen. Achte auf deine Gefühle, auf innere Botschaften, auf Eingebungen, Ideen die aufkommen – mögen sie auch noch so abwegig wirken. Wenn du irgendwelche Erkenntnisse erfährst, Aha Erlebnisse hast oder dir Antworten erscheinen notiere sie in deinen mitgebrachten Unterlagen. Der Visionwalk kann ein paar Stunden oder bis zum Abend dauern. Du solltest dir mindestens zwei bis drei Stunden Zeit geben. Wenn sich dein Visionwalk dem Ende zuneigt bedanke dich bei den anfangs angerufenen Helferwesen für ihre Anwesenheit und Unterstützung. Wenn es sich für dich richtig anfühlt kannst du eine kleine Opfergabe in Form eines schönen Steines, Obst, einer Feder etc. hinterlassen. Solltest du das Gefühl haben deine Frage sei in dieser Zeit nicht beantwortet worden setze dich nicht selbst unter Druck, sei trotzdem dankbar für all die Eindrücke auch wenn die Botschaft für dich vielleicht noch nicht klar erkennbar war. Nimm den Visionwalk mit in die Nacht und bitte vor dem Schlafengehen darum das der Prozess in deinen Träumen weitergeführt wird und du evtl. in der Nacht die Botschaften erhältst die für dich bestimmt sind. Lege in diesem Fall ein Traumtagebuch neben dein Bett damit du eventuelle Traumerinnerungen sofort aufschreiben kannst bevor sie verblassen.

Manchmal kommen und die Erkenntnisse erst einige Tage später, oder sie kommen in der Nacht zu uns, in einer Meditation, beim Sport. Doch meistens findest man schon beim Visionwalk selbst zur entsprechenden Erkenntnis.

Wer diesen Monat Beiträge zur Ideenwerkstatt hat kann sich gerne hier eintragen:

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