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Photocredit: Pexels

Der zweite Monat meines großes Experimentes im Jahr 2018 möglichst nichts zu konsumieren, bzw. zumindest nichts, was wir nicht wirklich benötigen.
Der Februar stellte mich gleich vor mehrere Herausforderungen und offenbarte mir wieder einige Fallstricke.
Während es im Januar noch Kataloge, Onlineshops und Langeweile waren, die mich fast dazu verführt hätten mir irgendwelchen Kram zu kaufen, traten diesen Monat andere, ebenso lästige wie schwierige Verhaltensweisen auf.

Die Lust an schönen Dingen
Ich gebe zu, ich bin eine Ästhetin was manche Dinge betrifft und ich liebe einfach schöne Dinge. Vor allem schöne Alltagsgegenstände, manchen Schmuck, manche Kleidung, Bilder, Fotografien, Kristalle usw.
Da ist zum Beispiel diese wunderschöne Tasse, die ich schon vor langer Zeit bei Etsy entdeckt habe. Mein Herz schlägt schon seit vielen Jahren für Töpferwaren und diese Tasse ist einfach so, so, sooooo schön. Wenn ich sie sehe, spüre ich das Herz in meiner Brust höher hüpfen und ich kann die Freude in mir spüren bei der Vorstellung sie morgens aus meinem Schrank zu nehmen, heißen Kaffee, Kakao mit Sahne oder einen Tee einzugießen und mich beim Trinken an ihr zu ergötzen. Tatsächlich bilden solche Gegenstände in sofern eine kleine Ausnahme vom normalen „brauch ich um glücklich zu sein“ Kaufrausch, da ich auf Grund meiner bisherigen Tassen, Schalen und Schüsseln weiß, dass diese Freude tatsächlich anhält und nicht von 5minütiger Dauer ist. Ich habe einige Lieblingstassen und Schalen an denen ich mich wirklich jedes Mal erfreue. Naja, brauchen tu ich diese Tasse auf jeden Fall nicht, denn wir haben genug Trinkgefäße im Schrank. Noch dazu kommt sie aus Amerika und ist natürlich nicht gerade günstig. Also bin ich schon zum Äußersten geschritten und habe meinem Mann gesagt, dass ich mir die Tasse zum Geburtstag wünsche. Aber der ist erst im August und ich habe Sorge, dass die Tasse bis dahin vielleicht vergriffen sein könnte und spüre innerlich so oft das Bedürfnis um die Tasse herum zu schleichen und sie immer wieder anzusehen. Aber ich bin standhaft geblieben und habe sie nicht gekauft.
Früher habe ich mir solche Dinge einfach bestellt und es fällt mir wirklich schwer diesem Drang zu widerstehen. Ich bin eine „will ich machen, mach ich einfach“ und dadurch auch eine „will ich haben, besorge ich mir irgendwie“ Persönlichkeit. Das hat in vielen Lebenslagen große Vorteile, da ich oft mutig bin, ins kalte Wasser springe und einfach Dinge wage um das zu erreichen was ich möchte. Aber was mein Kosumverhalten angeht ist es ganz schön schwierig mir jetzt ständig etwas selbst zu versagen…

Geschenke
Puh, der Februar ist echt ein mega geburtenstarker Monat in meinem Freundes- und Bekanntenkreis. Fast der ganze Kalender ist voll, an manchen Tagen sind es sogar zwei Personen gleichzeitig. Ich liebe es ja sehr Geschenke zu machen. Umso schwerer fällt es mir, jetzt nichts mehr zu kaufen. Klar, bei manchen Menschen ist es leicht. Wenn ich weiß meine Freundin freut sich ehrlich darüber wenn ich ihr eine Filzgöttin bastel, einen selbst angesetzten Kräuterschnaps oder eine selbstgemachte Badebombe schenke, dann tu ich das von Herzen gerne. Aber es gibt Menschen, die finde ich nicht so einfach zu beschenken. Von denen weiß ich auch, dass sie mit bemalten Steinen, Räuchermischungen und selbstgestalteten Kerzen nichts anfangen könnten. Noch dazu brauche ich für viele selbstgemachte Geschenke eben doch Materialien, zum Beispiel wenn ich etwas nähe oder stricke. Da kann so ein DIY Geschenk sogar schnell schonmal teurer werden als wenn ich etwas fertiges gekauft hätte.
Außerdem gibt es da diese Geschenke, die laufen mir einfach über den Weg und ich muss sofort an die betreffende Person denken. Kennt ihr das? Wenn ihr etwas seht und denkt: „Oh man, dass wäre was für xy!!!“. Jetzt muss ich mich immer zügeln und mir sagen „Ja das mag sein, das würde xy auch mega gut gefallen oder das wünscht sich xy auch schon total lange, aber ich kaufe nichts.“. Das ist manchmal wirklich frustrierend und raubt mir ein bisschen meine Freude am Schenken.

Ersatzbefriedigung
Wow, Anfang des Monats gab es ein paar Momente wo ich ganz stark gemerkt habe, wie shoppen eine Art der Ersatzbefriedigung für mich sein kann. Es waren jedes Mal Momente in denen ich wegen irgendetwas schlecht drauf war und ein kleines Tief hatte. Ein paar Mal hab ich mich dabei erwischt zu denken „Boah ey, ich will jetzt am liebsten in die Stadt fahren und irgendwas kaufen.“. Gefolgt von einem erstaunten „Huch, was ist das denn? Wo kommt das her?“. Nicht, dass ich unbedingt eine ganze Boutique hätte leer shoppen wollen, ein ausgedehnterer Streifzug durch einen dm-Drogeriemarkt mit ein bisschen Schminke hier und ein paar Kosmetika da hätte mir wahrscheinlich schon gereicht.
Zum Glück waren die Anflüge immer so schnell vergangen wie sie gekommen sind. Aber spannend fand ich es trotzdem, dass mein Körper in manchen Situationen etwas einzukaufen als eine Ersatzbefriedigung für vollkommen andere Bedürnisse vorschlägt. Das wären natürlich genau solche Käufe, die nur einige Sekunden das Belohnungszentrum meines Hirns befeuern, im Nachhinein würde ich mich aber überhaupt nicht besser fühlen als vorher und ich sicherlich nicht lange an meinen Errungenschaften erfreuen.

Wie sah mein Konsum diesen Monat aus?

Ich habe wieder ein paar Sachen Second Hand für unser Baby gekauft, aber auch zwei Neuanschaffungen. Zum Einen habe ich ein Oscha Tragetuch aus Schottland bestellt. Ich wollte unbedingt eins von Oscha haben und musste feststellen, dass die Tücher quasi zum Neupreis weiterverkauft werden wenn man sie gebraucht ergattern möchte. Da es preislich keinen Unterschied machte, habe ich mich direkt nach einem neuwertigen Tuch umgesehen. Dabei stellte ich fest, dass man über deutsche Händler nur eine kleine Auswahl beziehen kann, die noch dazu manchmal bis zu 20 Euro teuerer sind als direkt in Schottland bestellt. Daher habe ich mich auf der Herstellerseite umgesehen und mich für ein Tuch entschieden, das farblich zu 95 % meiner Garderobe passt. Das war mir wichtig, denn irgendwie ist so ein Tuch ja auch eine Art modisches Accessoire und ich möchte nicht wie so manche Mutti acht verschiedene Tücher kaufen damit ich immer etwas passendes zum Anziehen habe… (ja, sowas gibts ;)).
Außerdem habe ich im Rahmen meines Projekts eine Stoffwindelsammlung anzulegen erstmals eine neue Stoffwindel, genauer gesagt ein Wollhöschen von Maleja gekauft. Auch Stoffwindeln werden oft für einen ähnlich hohen wie dem Neupreis verkauft und ich gebe zu, diese sah einfach zu süß aus… Ich tröste mich damit sie ja irgendwann wieder weiter zu verkaufen.

Hobbykram
Mir fällt immer wieder auf wie schwer es ist konsumfrei zu leben, wenn man bestimmte Hobbies betreibt. Diesen Monat habe ich zum Beispiel viel genäht, unter anderem ein Umstandskleid für mich, eine Babydecke, einen Überzug für die Wickelunterlage, die bei unserer Kommode dabei war und eine Reise-Wickelunterlage/Tasche. Nächste Woche plane ich noch meinen ersten Strampler zu nähen. Obwohl ich schon in einem vergleichsweise günstigen Stoffmarkt einkaufe, zahle ich trotzdem noch gutes Geld für die Meterware und habe da für mich auch noch keine Alternative gefunden. Stoffe Second Hand zu kaufen ist schwer, vor allem weil ich wie bei Wolle den Stoff gerne vor dem kaufen fühlen und tasten möchte.
Fürs Malen habe ich mir ein paar günstige Pinselstifte gekauft.

Lesestoff
Ein paar Buchbestellungen habe ich diesen Monat getätigt, weil ich die entsprechende Literatur nicht in der Bibliothek gefunden habe. Natürlich habe ich auch hier darauf geachtet ob ich die Exemplare vielleicht Second Hand günstiger bekomme, was aber nicht immer der Fall war. Bei allen Büchern handelt es sich um Schwangerschaftsliteratur, zum Beispiel über Hypnobirthing. Also Themen, mit denen ich mich auch jetzt ganz aktuell beschäftige und die ich nicht auf „irgendwann mal“ verschieben kann. Darüber hinaus funktioniert es gut mir keine neuen Bücher zu kaufen sondern bereits in meinem Besitz befindliche Literatur zu lesen.

Fail des Monats
Der bescheuertste, unnützeste Kauf war definitv der eines Badewannen-Kissen. Es hat keine 3 Euro gekostet, dies gepaart mit der Tatsache, dass ich immer schon solch ein Kissen für den Kopf/Nacken haben wollte, haben mich zu diesen unnützen Kauf verführt. Zu Hause dann die Ernüchterung, absolut unbequem und unergonomisch!

Für den März habe ich mir vorgenommen auch die Second Hand Käufe fürs Kind einzuschränken, zumal wir langsam aber sicher alles haben was wir für die Erstausstattung brauchen. Auch wenn die bisher gekauften Dinge nötige Anschaffungen waren, fühlt es sich doch jedes Mal blöd an etwas zu kaufen, wo ich doch versuche auf Konsum weitestgehend zu verzichten.

1 Antwort
  1. Betty Sirota sagte:

    Ich kann, Deine „Rückfälle“ so gut nachvollziehen…..auch bei mir klappt es nicht so wie ich es mir Anfang des Jahres vorgenommen habe. Hier mal ein Buch,da einen Gegenstand von befreundeten Künstlerinnen.Seufz!!! Das Bewusstsein ist da, und einiges habe ich mir heroisch verkniffen. Es kann nur besser werden :-)

    Antworten

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