Der dritte Monat meines Experimentes könnte auch den Namen „Verzweiflungstaten“ tragen

Ehrlich, ich war doch wirklich so motiviert als ich im letzten Jahr Pläne für mein konsumfreies Projekt geschmiedet habe.
Sollten die bisherigen Wochen schon einen Abwärtstrend verzeichnet haben, dann bin ich im März unten angekommen. Denn ich habe geshoppt wie ich es zu meinen besten konsumgeilen Momenten im Leben getan habe.

Alles fing ganz harmlos an, vor dem Urlaub nochmal zwei, drei Umstandmoden kaufen weil eine weitere Kältewelle angesagt ist und mir meine normalen Pullover mittlerweile alle zu eng und/oder zu kurz sind. Second Hand bestellen würde zu lange dauern, außerdem begleite ich ja eh eine Freundin bei ihrem Shoppingbummel. Dann noch hier und da was für die Kreativität gekauft. Überhaupt: Kreativität! Hobbies! Die waren diesen Monat mal wieder teuer. Erst habe ich mir eine jahrelangen Traum erfüllt und mir eine wirklich große, wenn auch gebrauchte und im Vergleich super günstige Anschaffung geleistet, dann habe ich mich mit Malutensilien eingedeckt, etwas ganz Neues ausprobiert (Kerzen bemalen, wer hätte gedacht das diese Kerzenmalstifte so teuer sind…) und mir drei Bücher bestellt. Lichtblick: Immerhin alte Buntstifte wiedergefunden bevor ich neue gekauft habe und mir ein paar Hobbybücher aus der Bibliothek ausgeliehen anstatt sie zu kaufen.

Immer der Gedanke: Bevor das Kind da ist, wenn das Kind da ist…

Tja, unser Hirn produziert doch immer wieder gute neue Ausreden wieso man XY jetzt gerade braucht und kaufen muss. Bei mir war es die Torschusspanik vor dem großen finanziellen Umbruch. Bald bekomme ich kein normales Gehalt mehr sondern nur noch Elterngeld. Wir werden uns natürlich sehr einschränken müssen und es wird ungewohnt sein statt zwei Gehältern nur noch eines und ein bisschen was zur Verfügung zu haben. Natürlich haben mein Mann und ich schon besprochen wie wir damit umgehen wollen und uns unter anderem auf ein festes Taschengeld geeinigt das jedem von uns zur Verfügung steht.
Anstatt vernünftig zu sein und zu sparen, habe ich diesen Monat einiges mit dem Hintergedanken gekauft „bald kannst du dir das alles lange Zeit nicht mehr leisten“. Dinge die ich wirklich gut gebrauchen kann ebenso wie reiner Luxus, zum Beispiel Schmuck und Kosmetikprodukte.
Auch habe ich schon angefangen für die Zeit mit Baby vorzusorgen. Das war der Fall als ich mir bestimmte Malutensilien zugelegt habe, Dinge von denen ich denke „dass ist etwas, dass kannst du eventuell ohne großen Aufwand auch in der Zeit mit Baby nebenher gut machen“.

Immer wieder das schlechte Gewissen

Genießen kann ich das erstandene dann doch zumeist nicht, denn wie immer fühle ich mich mehr oder minder schlecht wenn ich für etwas Geld ausgegeben habe (ist so ein Erziehungsding bei mir…). Noch dazu momentan, wo ich mich doch jeden monat quasi nackig mache und euch davon berichte wie es bei mir läuft. Klar, ich könnte auch einfach lügen oder schweigen, so tun als wäre ich als Meisterin vom Himmel gefallen und das alles wäre gar kein Problem für mich. Aber ich stehe ja mehr auf Authenzität und darauf euch zu zeigen: Es fällt mir schwer und manchmal läuft es richtig scheiße! Aber ich bleibe am Ball, schiebe den Gedanken die Flinte ins Korn zu werfen ganz schnell beiseite, richte mein Krönchen und gebe mir eine neue Chance.

7 Kommentare
  1. Darja Baumtochter sagte:

    Es hätte mich ehrlich überrascht, wenn du es beim ersten Anlauf gepackt hättest. Dass du so derart verschwenderisch rückfällig geworden bist, sollte dich nicht allzu sehr ärgern. Ich glaube, aus solchen Rückschlägen lernt man. Die Einsicht, dass viele deiner Käufe letztendlich doch irgendwie überflüssig waren und aus dir auch keinen glücklicheren Menschen machen, ist schon mal viel wert. Mach weiter so. Hinfallen, aufstehen, weitergehen.
    Spätestens wenn das Baby da ist, wünschst du dir keine Tasse mehr, sondern eine Mütze. Und zwar eine Mütze voller Schlaf

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        • Karmindra sagte:

          Schon klar ;)
          Will damit nur sagen: Meine Liebe zu wundervoller Töpferware wird immer ungebrochen sein <3
          Hab auch noch nie etwas in dieser Richtung gekauft, was ich im Nachhinein bereut hätte. Das sind die Stücke die mein Herz auch nach Jahren noch erfreuen.

          Liebe Grüße

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  2. Jana sagte:

    Liebe Karmindra,
    am liebsten würde ich Dich einmal in den Arm nehmen und Dir ins Ohr flüstern, dass Du im Dich-Beobachten sooo achtsam bist, so klar ausgerichtet, dass Du so authentisch am Forschen bist und dass all meine Anerkennung und mein Respekt Dir zufließen. Und ich wünsche Dir, dass Du weich und freundlich mit Dir bleibst.
    Herzlich
    Jana

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