Meine Dreads – Antwort auf eure Fragen

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Wie ihr sicher schon mitbekommen habt, trage ich seit ca. zwei Wochen Dreads. Dieses Mal sind es echte, eigene Dreads und nicht wie sonst, eingeflochtene Synthetik- oder Wolldreads. Im privaten Umfeld, bei facebook und Instagram kamen immer wieder Fragen auf, die ich gerne in diesem Beitrag beantworten möchte. Ich bin keine Expertin für Dreads, meine eigenen sind ja noch ganz frisch. Aber ich gebe euch gerne weiter was ich von anderen Dreadköpfen und meiner Dreaderin erfahren und gelernt habe. An manchen Stellen mag dies dem widersprechen, was ihr bisher gehört habt. Viele Meinungen rund um Dreads basieren auf falschen Überzeugungen oder Missverständnissen. Manchmal kommt es mir auch so vor, als habe jeder seinen eigenen „Glauben“ bzgl. Dreads und so gehen die Aussagen, Pflegetipps und Co oft auseinander. Letztendlich ist vieles auch eine Frage des Geschmacks und über den lässt sich ja bekanntlich nicht streiten.

Meine Dreads
Die ersten Diskussionen darüber, ob ich mir Dreads machen lassen soll oder nicht, habe ich mit 17 oder 18 Jahren geführt. Lange Zeit hatte ich nicht den Mut mir die Haare dreaden zu lassen, dachte dass mein Haar zu dünn sein könne, es mir nicht steht oder hatte einfach Angst wegen meiner Wankelmütigkeit. Nachdem fast 15 Jahre vergangen sind, habe ich mir jedoch ein Herz gefasst. Ich hatte anhand zahlreicher Beispiele gesehen, dass Dreads auch bei dünnen Haaren gut aussehen, auch mit den künstlichen Dreads habe ich mich immer sehr wohl gefühlt. Lieber wollte ich diese Dreadsache jetzt ausprobieren, als mir in 10 Jahren oder später eine Midlifecrisis unterstellen zu lassen. Außerdem ist die weibliche Seite meiner Familie mit fortschreitendem Alter, leider nicht mit voller, dichter Haarpracht gesegnet. Ich dachte mir „hey, probier es einfach aus, wenn es blöd aussieht kämmst du es eben wieder raus“. So wie ich mich kenne, kann es gut sein, dass ich in einem Jahr sage „okay, keine Lust mehr, brauche Veränderung“. Aber ich wollte es doch unbedingt einmal im Leben ausprobieren.
Ursprünglich hätte ich gerne ganz viele sehr dünne Dreads gehabt. Allerdings hat mir Britta – die Dreadcat aus Kassel, welche meinen Kopf verschönert hat, davon abgeraten. Denn Dreads sind in den ersten Monaten sehr pflegeintensiv. Mit 80 Dreads auf dem Kopf kann man schnell in die Überforderung kommen.
Daher habe ich mir nur den europäischen Standard dreaden lassen, welcher zwischen 50 und 60 Dreads liegt. Da ich meinen Pons nicht mit gedreadet habe, komme ich auf insgesamt 47 Dreads. Alle wurde mit Echthaar verlängert.

Das dreaden – wie geht es, was muss beachtet werden, wie verhält dich das Haar, tut dreaden eigentlich weh?
Das wichtigste ist eine vernünftige, gute Aufteilung. Es gibt verschiedene Einteilungsmöglichkeiten, zum Beispiel das Schachbrettmuster, Waben- oder Rautenförmig. Vor dem dreaden ist es ratsam sich schon einmal Gedanken darüber zu machen, welche Einteilung man bevorzugt. Gute Dreader beraten dich natürlich, erklären dir die Unterschiedene und zeigen dir Beispielfotos. Eine vernünftige Einteilung der Dreads ist das A und O, denn nur so vermeidet man zum einen nachher nur eine Hand voll Dreads zu haben oder zum anderen große Lücken die unschöne Blicke auf deine Kopfhaut bieten.
Bei der Methode die bei mir zum Einsatz kam, werden die einzelnen Haarsträhnen stark toupiert, immer wieder zwischen den Handflächen gerollt und schlussendlich mir eine sehr dünnen Häkelnadel verhäkelt. Mit den Verlängerungen wird ähnlich verfahren, sie werden an die bereits bestehenden Dreads angehäkelt.
Dreads sind schlussendlich nichts anderes als verfilzte Haare. Europäischen Haar filzt schlechter als afroamerikanisches Haar. Das toupieren, reiben und häkeln verheddert die Haare miteinander. Natürlich sind sie nach dem fertigen dreaden noch nicht richtig verfilzt. Filzen nimmt viel Zeit in Anspruch – wer Dreads hat braucht Geduld. Oft verfilzen die Dreads erst nach Monaten richtig. Durch den Filzprozess werden die Haare oft kürzer. Deswegen habe ich mir Echthaar einhäkeln lassen, da ich sonst enorm an Länge verloren hätte. Meine langen Haare waren stellenweise nur noch ca. 10 – 15 cm lang.

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Das dreaden dauert sehr lange und was wichtig ist, aber eigentlich fast nie gefragt wird: Ja, es kann weh tun. Manche merken kaum etwas, andere haben besonders empfindliche Stellen wie zum Beispiel die Schläfen oder der Haaransatz im Nacken. Ich gehöre leider zu den Menschen, die enorm empfindlich an der Kopfhaut sind. Ich dachte mir im Vorhinein schon, dass es bei mir wohl ziemlich ziepen würde, da ich schon auf Haare bürsten beim Frisör allergisch reagiere. Unsere Dreadsession dauerte von 10 bis 13 Uhr, 17 bis 21 Uhr sowie 9 bis ca. 13 Uhr. Das macht ca. 11 Stunden, abzüglich Toilettenpausen oder mal einem Snack. Das einhäkeln der Extensions hat noch einmal fast 8 Stunden abzüglich Pausen gedauert. Grob geschätzt habe ich bestimmt fast die Hälfte der Zeit geweint, den Rest der Zeit schmerzverzerrt da gesessen und versucht einen Haufen Küchenpapier in meinen Händen zu zerquetschen. Das einhäkeln der Verlängerungen hat dagegen kaum weh getan. Ich bin mit meiner Empfindsamkeit aber wirklich eine Ausnahme und nicht der Normalfall. Daher hatte ich auch nicht mit solch einer heftigen Reaktion meines Körpers gerechnet.
Die Kopfhaut tut nach dem frischen dreaden noch ca. 2 bis 3 Tage weh, ist gereizt, neigt danach eine Zeit lang zu jucken und manchmal auch leichter Schuppenbildung. Ich helfe mir gut mit Birkenhaarwasser, welches ich auf die Kopfhaut auftrage.

Auf keinen Fall sollte beim dreaden von europäischem Haar Wachs zum Einsatz kommen. Diese Art des dreadens stammt aus den Afroshops und ist somit auf die Bedürfnisse von afroamerikanischem Haar abgestimmt. Daher auch das häufige Vorurteil, Dreads müssten nur 1x pro Monat gewaschen werden. Unsere Haarstruktur ist ganz anders und nicht so trocken. Aber zum waschen mehr unter dem folgenden Punkt der Dreadpflege.

Manche glauben, man müsse sich die Haare vor dem dreaden mit Kernseife waschen oder eine Kieselerde-Kur durchführen. Es ist jedoch vollkommen ausreichend die Haare eine Zeit lang mit silikonfreiem Shampoo zu waschen und Conditioner und Haarkuren weg zu lassen. Das Haar sollte frei von Silikonen, sprich Weichmachern sein. Gefärbte Haare oder dauerwellbehandelte Haare lassen sich manchmal leichter dreaden. Sind die Haare jedoch zu angegriffen und kaputt, können sie durch den Dreadprozess weiter geschädigt werden.

Ein Wort zu Verlängerungen: Dreads sollten mit Echthaar verlängert werden, denn dieses ist in der Struktur den eigenen Haaren ähnlicher, vor allem ist es färbbar und kann somit dem Ton der übrigen Haare angepasst werden. Am günstigsten ist asiatisches Haar, fast überall wird das sogenannte indische Tempelhaar angeboten. Ob dies für den jeweiligen Käufer ethisch vertretbar ist, bleibt eine Frage der Einstellung. Idealerweise läßt man sich europäisches Echthaar eindreaden, da dieses unserer eigenen Haarstruktur am nächsten kommt. Dieses ist jedoch wesentlich teurer und schwieriger zu bekommen. Vor dem einhäkeln der Dreads, sollten die meist mit viel Silikon behandelten Haare einer Kieselerde-Kur unterzogen werden.

Dreadpflege – wieso sind Dreads denn pflegeaufwendig und wie sieht diese Pflege aus, kann man Dreads überhaupt waschen und sammeln sich darin nicht Tiere und Schimmel?

Ist der Kopf einmal frisch gedreadet geht es vor allem um eins: Geduld! Erst einmal stehen die Dreads wie ungeordnete Antennen in alle Richtungen ab, sind kratzig, borstig und widerspenstig. Erst durch viel Zeit und den einsetzenden Filzprozess werden sie etwas weicher, geschmeidiger und legen sich.
Um den Prozess zu unterstützen und die Dreads in Form zu halten, gibt es die Möglichkeit des häkeln. Nicht jeder Dreadhead häkelt seine Haare, es gibt Menschen die mögen den Look gehäkelter Dreads nicht. Nach dem dreaden werden sich im Verlauf immer mal wieder Schlaufen auf den fertigen Dreads lösen, welche mit feinen Häkelnadeln (0,6 – 0,75mm) wieder eingezogen und festgehäkelt werden. Auch feine Haare die sich am Ansatz komplett aus den Dreads lösen, können wieder eingehäkelt werden. Weiche Stellen können durch Häkeln wieder verfestigt werden, insgesamt kann man durch Häkeln dem Dread zu einer gleichmäßigen Form verhelfen. Manche mögen es jedoch gerne wild und stehen auf den „natural look“ von Dreads. Ich persönlich bin bemüht meine Dreads möglichst gleichmäßig aussehen zu lassen.
Es ist jedoch darauf zu achten, nicht zu viel zu häkeln. Durch Überhäkeln können die Haare auch abreißen oder Dreads schlimmstenfalls brüchig werden.
Ich häkel momentan jeden Tag ca. 10-15 Minuten vor dem Fernseher. Dabei häkel ich nicht einzelne Dreads von oben bis unten durch, sondern beschränke mich auf Problemstellen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist Ansatz und Spitzenpflege. Ich habe offene spitzen, daher muss ich diese momentan noch öfter zwischen den Handflächen rollen um sie in Form zu halten und ihnen beim filzen zu helfen, damit sie sich nicht weiter öffnen. Im Verlauf kann es über die Monate und Jahre hinweg helfen oder nötig sein, die Spitzen mit ein ganz wenig Öl oder etwas Kur zu behandeln. Offene Spitzen sind ja niemals vollends verfilzt, trocknen auf die Dauer gerne aus.
Da das Haar natürlich unaufhörlich wächst, entstehen Ansätze. Wie lang man diese werden läßt ist Geschmackssache. Wenn man nicht aufpasst, filzen die Ansätze gerne mal zusammen was zu unschönen und ungepflegt aussehenden Vogelnestern am Kopf führen kann. Ab einer gewissen Länge, sollten die Dreads an den Ansätzen nachgefilzt werden. Ich arbeite mit der Tighten Roots Methode, wobei der Dreadansatz zwischen zwei Finger geklemmt auf die Kopfhaut gedrückt in kreisenden Bewegungen gefilzt wird. Der so entstehende Ansatz wird von mir mit der Häkelnadel noch etwas verfestigt. Oft muss die Prozedur wiederholt werden, da sich der Ansatz zum Beispiel beim waschen wieder etwas löst und lockert. Wenn man die Ansätze nicht ordentlich verfilzt, kann dies schlimmstenfalls dazu führen, dass die Dreads vom dort aus immer dünner werden und sogar abreißen können.
Oft wird man der Ansatzpflege mit all den Haaren die sich raus lösen, irgendwann nicht mehr Herr. Es sieht unordentlich aus auf dem Kopf. Dann kann es helfen zum Dreader seines Vertrauens zu gehen und sich einer professionellen Ansatzpflege zu unterziehen.

Waschen kann und darf man Dreads so oft man will, sogar täglich. Meist ist dies jedoch nicht nötig, da sie viel weniger nachfetten als offene Haare. Man kann silikonfreies Shampoo nutzen, oder versuchen den Filzprozess durch das waschen zu unterstützen. BIG von Lush ist solch ein Shampoo, es trocknet die Dreads durch das enthaltende Meersalz etwas aus und unterstützt den Prozess. Es gibt auch spezielle Dreadseifen, die benutzt werden können. Das Problem bei Seife ist, dass sie sich gerne im Inneren des Dreads ansammelt. Wenn es zu großen Seifenablagerungen kommt, zum Beispiel auch wegen ungenügendem Ausspülen, kann sie Seife in Dread regelrecht kippen, fängt an zu stinken und macht viele unschöne Dinge. Kernseife sollte man eigentlich komplett meiden, denn sie sammeln sich nicht nur im Dread an, greift auch die Kopfhaut unnötig an, kann zu Entzündungen, Juckreiz und sogar offenen Stellen führen. Wichtig ist es, die Dreads nach dem waschen gut zu trocknen. Bei einer Außentemperatur unter 11 Grad sollten Dreads immer komplett trocken sein, bevor man das Haus verläßt. An der Luft brauchen Dreads meistens Stunden zum trocknen und tropfen gerne ewig lästig vor sich hin. Föhnen erfordert mindestens 20 Minuten Einsatz, ich habe mir für die kalte Jahreszeit eine schicke Trockenhaube wie man sie noch von Oma kennt besorgt. Darunter sitzend kann ich jedenfalls lesen oder im Internet surfen, während meine Dreads trocknen. Sind die Dreads nicht komplett trocken wenn es raus in die Kälte geht, kann muffiger Geruch entstehen.

Jede Form von organischem Material sollte von Dreads ferngehalten werden. Algen – Stichwort Schwimmen im Baggerloch – Baumwollfäden und auch Henna. Auch sogenannte Dentalgummis haben nichts an Dreads verloren. Diese lösen sich nämlich nur in Kombination mit Speichel rückstandslos auf, nicht aber im Haar.
Henna und Co sammeln sich gerne im Dread an. Und ja, es gibt Schimmel in Dreads. Durch feuchte Dreads und organische Rückstände kann Schimmelbildung begünstigt werden. Wenn man jedoch auf die richtige Pflege achtet, hat man kein Problem damit.

Ein selbstgemischtes Meersalzspray auf die Dreads aufgesprüht, kann den Filzprozess unterstützen. Kieselerde-Kuren haben sich der Meinung vieler die ich kenne bei bestehenden Dreads nicht bewährt. Das Ganze ist einfach eine riesige Schweinerei mit dazu im Verhältnis stehend viel zu geringem Nutzen.

Einmal im Jahr sollte eine Tiefernreinigung erfolgen, bei der die Dreads für ca. 15 Minuten in eine Mischung aus Zitronensaft, Natron und weiteren Zutaten eingelegt werden. Seifenreste, Textilfussel, organische Ablagerungen und Co werden so aus den Dreads gezogen.

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Was kommt nach den Dreads – wie lange halten die denn und musst du dir den Kopf rasieren wenn du keine Lust mehr auf sie hast?

Rein theoretisch könnte ich die Dreads jetzt für immer tragen. Man kann sie auch schneiden, wenn sie irgendwann zu lang und schwer werden. Dreads entwickeln sich oft mit den Jahren, bei manchen werden dünner, bei andere dicker. Auch die Länge kann sich noch verändern.  Sollte ich irgendwann keine Lust mehr auf die Würmchen haben, können sie wieder ausgekämmt werden. Ja das geht und ich habe im Internet schon unzählige Berichte mit Vorher-/Nacher-Fotos gesehen. Selbst Dreads die schon Jahre lang auf den Köpfen ihrer Besitzer weilen, können wieder ausgebürstet werden. Dazu braucht es natürlich viel Zeit (einige Tage) und jede Menge Haarkur und Conditioner. Diese wird in die einzelnen Dreads eingearbeitet. Manche berichten sogar davon, die Haare wären später gesünder als vor den Dreads. Natürlich verliert man ein bisschen an Länge, muss die Spitzen nochmal nachschneiden lassen. Aber die gute alte Glatze muss wirklich nicht sein.

Ich hab auch Lust auf Dreads – kann ich mir die selbst machen?
Natürlich kann man sich rein theoretisch selbst Dreads zaubern. Es kommt darauf an was für ein Ergebnis du dir wünschst. Wer 16 Jahre alt ist, noch zur Schule geht und jede Woche mit einer anderen Haarfarbe experimentiert, der legt vielleicht weniger Wert auf ein gepflegtes, einwandfreies Ergebnis als jemand, der wie ich schon über 30 Jahre alt ist, in einem festen Beschäftigungsverhältnis steht und gewisse Stilvorstellungen hat. Sich selbst Dreads zu machen oder von einem Freund machen zu lassen, birgt immer das Risiko, dass es schief geht. Ich würde jedem raten, lieber etwas Geld in die Hand zu nehmen und sich einen guten Dreader zu suchen als „irgend jemanden“ an den eigenen Kopf zu lassen. Lasst euch Fotos von vorherigen Kunden zeigen und checkt im Voraus ab, ob diese Ergebnisse sich mit euren Vorstellungen und Wünschen decken. Wenn ihr erst einmal mit einer paar wenigen schlecht verteilten Dreads auf dem Kopf dasteht, ist Ärger und Frust groß. Mit Mühe und Arbeit können Dreads restauriert, gespalten und aufgearbeitet werden. Aber so mancher ärgert sich auch nach erfolgreicher Überarbeitung durch eine fachkundige Person darüber, nie die perfekte Aufteilung auf dem Kopf zu haben. Dreads sind in der Regel eine Entscheidung für eine längere Zeit, vielleicht Jahre oder Jahrzehnte.

 

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5 Kommentare
  1. Karmindra sagte:

    Hallo Sara,

    ja, dass ist auch ein Thema mit dem ich mich vorher auseinander gesetzt habe. Generell finde ich es schwierig, Dreads nur Rastafaris und schwarzen Menschen zuzugestehen bzw. zuzuordnen. Auch in Europa wird es sicherlich Formen von Dreads gegeben haben. Julius Cäsar berichtet beispielsweise über die Germanen sie hätten “Haare wie Schlangen”, was (natürlich unbewiesen) ein Hinweis auf Dreads sein könnte. Christian IV, König in Norwegen und Dänemark hatte einen Zopf aus (vermutlich versehentlich) zusammengefilzten Haaren, was ihm sogar vom Adel nachgemacht wurde. Sicherlich hatten auch die Urbewohner Europas vor der Erfindung des ersten Kamms mit „Dreads“ zu tun. Auch bei den Hindus in Indien, bei den Azteken und sogar im Islam finden dich Dreadlocks in der Geschichte. Bei greenject gibt es einen guten Artikel (http://greenject.de/warum-es-ok-ist-als-weisser-dreads-zu-tragen/) der darüber hinaus meine Einstellung zu dem Thema ganz gut widerspiegelt.

    Liebe Grüße,
    Karmi

  2. analogMensch sagte:

    Hallo, schön dass du diesen Schritt nun endlich gewagt hast :)
    Jetzt muss ich dir bei drei Kleinigkeiten aber leider widersprechen :D

    Seife ist an sich kein Problem, solange sie sich gut auflöst. Ich wasche meine Dreads so wie meinen ganze restlichen Körper auch nur mit Seife. Allerdings habe ich diese in einem kleinen Baumwollsäckchen, und mache mir erst Schaum daraus, den ich dann in die Haare einarbeite. Ist aufwendig und muss gut ausgespült werden, aber es geht :)

    Ich gehe mit meinen noch nicht ganz trockenen Dreads auch bei eisigen Temperaturen raus, dann aber einfach mit Mütze! Meistens die mit dem Loch hinten, da kann man die ganze Haarpracht durch stopfen, trocknet dann auch an der Luft gut. Und ist trotzdem kein Problem, was Geruch oder ähnliches angeht, klappt bei mir immer gut :)

    Organische Materialien habe ich auch in den Haaren, nämlich Filzwolle und Baumwollfäden. Einige meiner Dreads sind damit verlängert oder umwickelt, und es ist absolut kein Problem. Wird immer schön mit gewaschen und getrocknet, und hat mir noch nie Probleme gemacht!
    Meine Klamotten sind ja auch aus Baumwolle, und denen passiert ja auch nichts. Warum sollte es also der Baumwolle in den Dreads schlecht gehen? Meine Verlängerungen haben in den über zwei Jahren bis jetzt nie irgendwelche Mucken gemacht :)

    Zum Nachfilzen nutze ich bei mir mittlerweile die Durchzieh-Methode. Dabei wird der Dread selbst am nachgewachsenen Ansatz aufgeteilt, in den größten Teil der Haare und in ein paar einzelne. Dann hält man dieses „Loch“ mit einem Finger drin offen, verdreht den Dread ein wenig, und schiebt ihn dann mit der Spitze dort komplett hindurch.
    Die wenigen einzelnen Haare wickeln sich bei dieser Aktion um den Rest des Büschels, und so bleibt alles zusammen und verfängt sich nicht in den anderen Dreads. Nach ein wenig Zeit filzt dieses Büschel dann ganz von alleine. Ist eine gute und recht einfache Methode für Leute, bei denen der Filzprozess schon schneller von statten geht.

    Deine Dreads stehen dir echt gut, und ich freue mich auf weitere Photos! :) Wider einer mehr in der Runde der Dreadheads!

  3. Karmindra sagte:

    Hallöchen :)

    Ich kann da natürlich nur die Erfahrungen meiner Dreaderin Britta weitergeben, die in all den Jahren echt ekelhafte Sachen gesehen hat. Meine Freundin hat sich in der Zeit als ich die Dreads bekommen habe zwei Dreads spalten lassen. Es hat sich gezeigt, dass auch ihre Dreads im Inneren voll Seifenresten sind (sie benutzt spezielle Dreadseife). Es ist egal, ob man die Seife in Wasser auflöst, im Baumwollsäckchen benutzt oder damit pur über die Dreads reibt. In den Dread gelangt ja die Seife, die sich im Wasser aufgelöst hat und wenn man diese nicht zu 100% ausgespült bekommt, verfgestigt sie sich wieder im Dread wenn das Wasser verdunstet.
    Meine Freundin hat sehr schöne Dreads die absolut „gesund“ und „unauffällig“ aussehen, auch nicht irgendwie riechen oder so. Trotzdem war Seife drin, hätten wir auch nicht gedacht.

    Ich denke auch, das organische Materialien im Dread nicht zwangsweise vergammeln und schimmeln müssen, aber es kann halt passieren. Die Tipps beruhen auch wieder auf Brittas Erfahrungen, die bei gespaltenen, abgeschnittenen oder aufgekämmten Dreads schon allerhand unschöne Mischungen aus Hennaresten und Co gesehen hat. Bestimmt kommt es auch darauf an, wie du deine Dreads darüber hinaus pflegst, ob du Tiefenreinigungen machst oder nicht usw. Wenn ich zum Beisoiel meinen Dread mit einem Baumwollfaden verschönere, dann kann ich den nach ein paar Wochen wieder raustrennen, oder ich lasse ihn monatelang drin und gehe das Risiko ein, dass er irgendwann anfängt sich zu zersetzen. Aber ich glaube auch, dass man sich vieler Unratansammlungen im Dread einfach nicht bewusst ist, weil man ja nicht rein gucken kann.

    Die Durchziehmethode kenn ich auch, so wertden bei Dreadcat die Ansätze immer aufgearbeitet. Hab ich mich jetzt so mit ganz frischen Dreads noch nicht mit befasst. :)

    Liebe Grüße,
    Karmi

  4. Beltane sagte:

    Wow ein großer Schritt – aber wirklich gelungen. Ich persönlich habe damit gar nichts zu tun und Dreads auch immer anderen zugeschrieben und für nicht wirklich hygienisch gehalten. Aber Dein Beitrag hat mich eines Besseren belehrt.
    Und sie stehen Dir phantastisch!!! Das mit dem Pony vorne und den Strähnen über den Ohren finde ich richtig klasse!!!
    Viel Freude wünsche ich Dir & Liebe Grüße

  5. Silberweide sagte:

    Hallo Karmi,
    dein Blog ist toll und ich lese regelmäßig begeistert mit! Zum Thema Dreads: auch ich überlege schon seit Jahren ob ja oder nein. Ich finde deine Entscheidung toll und sie stehen dir vorzüglich!!

    Weiterhin alles Gute und liebe Grüße
    Silberweide

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