Werbung, unbezahlt, selbstgekauft

Meine Geburtsvorbereitung

Wie versprochen folgt nun nach meinem Geburtsbericht noch ein extra Beitrag, in dem ich etwas genauer auf meine Geburtsvorbereitung eingehe. Damit meine ich vor allem, meine mentale Vorbereitung auf das Thema Geburt denn ich glaube, dass ein positives Mindset einen großen Einfluss darauf hat, wie wir Geburt erleben.

Mein Weg zu einer sanften, schönen Geburt

Wie ihr im folgenden lesen könnt, habe ich mich mit verschiedenen Konzepten rund um HypnoBirthing und Selbsthypnose auf die Geburt vorbereitet. Die Zeit der Schwangerschaft habe ich dazu genutzt, mich möglichst vorfreudig und positiv auf die bevorstehende Geburt einzustimmen. Ich wollte mir alle Optionen offen halten und es mir selbst ermöglichen, Geburt als etwas wundervolles, schönes und kraftvolles zu erleben. Da ich Anfangs vor allem Angst davor hatte, die großen Schmerzen die mit einer Geburt einhergehen sollen nicht auszuhalten, habe ich mich mental auf eine schmerzfreie Geburt vorbereitet. Im Nachhinein kann ich für meinen eigenen Fall sagen: Schmerzfrei war meine Geburt nicht! Aber schmerzarm und absolut aushaltbar und erträglich. Hätte ich vor der Geburt gewusst wie sich die Sensationen in meinem Körper unter der Geburt für mich anfühlen würden, dann hätte ich keine große Angst davor gehabt. Schmerzfreiheit war aber nur ein kleiner Baustein und Teil der Traumgeburt die ich mir über Monate versuchte zu manifestieren. Vor allem ging es mir darum die Geburt als etwas schönes und untraumatisches zu erleben, egal welche Richtung sie nehmen würde. Natürlich hoffte ich auf eine kraftvolle, sanfte und schnelle Spontangeburt – genau das was ich letztendlich erleben durfte – aber ich wollte auch gewappnet sein für den Fall von Komplikationen. Ich wollte entspannt und positiv sein und bleiben, auch wenn es vielleicht auf Interventionen oder gar einen Kaiserschnitt hinaus gelaufen wäre. HypnoBirthing & Co bedeuten für mich nicht der Garant für eine absolut schmerzfreie Geburt, sondern die Möglichkeit mit allem was mich unter der Geburt erwartet umgehen zu und trotz allem in Nachhinein sagen zu können: Meine Geburt was sehr schön!

Was hat unsere Geisteshaltung, unsere mentale Einstellung mit Geburtserleben zu tun?

Wie ich in meinem Geburtsbericht schon geschrieben hatte, fürchtete ich mich zu Beginn der Schwangerschaft sehr vor der irgendwann bevorstehenden Geburt. Also begann ich in meiner Hilflosigkeit nach beruhigender, stärkender Literatur zu suchen. Die besten Bücher die ich gelesen habe, führe ich euch weiter unten noch detaillierter auf. Fünf Bücher kann ich wirklich sehr empfehlen, gelesen habe ich jedoch viel mehr. Worüber sich die Autoren in der Regel einig waren ist die Tatsache, dass wir heute ein falsches aber absolut gängiges Bild davon haben wie Geburt aussieht. Wir werden damit groß, wir hören es von verwandten Frauen, unseren eigenen Müttern, teils über unsere eigenen Geburten, von Freundinnen und Bekannten und wir sehen es im Fernsehen. Fast jede Geburtsszene in einem Film oder einer Serie sieht gleich aus. Geburt ist etwas zutiefst schmerzhaftes, etwas schreckliches, gefährliches, ja lebensbedrohliches, dass man kaum zu ertragen vermag, es sei denn man greift auf die Wundermittel der modernen Medizin zurück. Frauen müssen „entbunden werden“, sie sind nicht fähig alleine, aus eigener Kraft und auf ihren Körper vertrauend eine Geburt zu meistern. Es bedarf nicht nur einer Hebamme, nein am besten gleich einer ganzen Schar an Ärzten, einem Krankenhaus und modernster Technik. Die Fruchtblase platz, sofort muss die Frau schnellstmöglich ins Krankenhaus, dort liegt sie schweißgebadet und aus vollem Leibe schreiend und brüllend auf dem Rücken, klagt das sie es nicht schaffe und könne, während irgendjemand zwischen ihren Beinen steht und zurück brüllt: „Doooch, du kannst das, du schaffst das! Pressen! Pressen! Pressen!“
Hören Menschen in unserem Kulturkreis heute von einfachen, schönen, schmerzfreien oder gar lustvollen Geburten so trauen sie ihren Ohren nicht. Jedes Kind weiß doch das Geburt schmerzvoll ist, die Frau hat schließlich Wehen (Schmerzen) und entbindet nicht umsonst in einem Kreißsaal (Kreischsaal). Selbst in der Bibel steht doch geschrieben, dass Gott uns Frauen unter Schmerzen gebären lässt…
Ob wir es wollen oder nicht, all diese Informationen sickern ganz tief in unser Unterbewusstsein und formen das Bild welches wir selbst von Geburt haben. Dabei gebären Frauen anderer Kulturkreise häufig ganz anders. Bereits zum Ende des Neunzehnten Jahrhunderts beobachtete ein Arzt erstmals das Frauen durchaus schmerzfrei und selbstbestimmt Kinder gebären können. Er entwickelte als erster die Theorie, dass Schmerzen unter der Geburt durch Angst verursacht werden und wurde dafür von seinen Kollegen geächtet. Natürlich, selbst Ärzte und Hebammen trauen manchmal ihren Augen nicht wenn es um eine andere Art der Geburtserfahrung geht, denn auch sie erleben seit Jahren oder Jahrzehnten das Geburten in der Regel nun einmal extrem schmerzhaft und durchaus schlimm sind.
Wir sind also angebunden an ein riesiges kollektives Bewusstsein, indem Geburt als etwas durchaus traumatisches abgespeichert ist und werden gesteuert von einem Unterbewusstsein, welches eben diese Informationen gespeichert hat und sein bestes tut zu beweisen, wie Recht es mit seinem Wissen hat. Mir wurde schnell klar, dass es für mich nicht damit getan sein würde willentlich zu beschließen „ich geh mal ganz entspannt ran an das Thema Geburt und mache bestimmt eine andere Erfahrung“. Denn das würde mein Unterbewusstsein nicht sonderlich interessieren und sobald es richtig los geht, wäre ich wahrscheinlich doch sofort in einem Angstschema und einer Abwärtsspirale gefangen.

Geburt braucht Vertrauen, Entspannung und Intimität

Erst in der Auseinandersetzung mit dem Thema Geburten und der Geschichte der Entbindungsmedizin wurde mir bewusst, dass ich mich in den Händen von Krankenhäusern und Medizinern in einer falschen Sicherheit wog. Tatsächlich sind Hausgeburten statistisch gesehen ungefährlicher und verlaufen komplikationsloser als Geburten im Krankenhaus. Letztlich habe ich irgendwo gelesen das in Deutschland nur 10% aller Frauen im Krankenhaus eine Interventionslose Geburt erleben. Zu Interventionen zählen natürlich auch so gängige Dinge wie Einleitungen, Wehentropf und PDA. Allerdings möchte ich gerne direkt an dieser Stelle klarstellen: Jede Frau muss für sich selbst entscheiden wo sie entbinden möchte und wo sie sich am sichersten fühlt! Ich selbst habe mich direkt zu Beginn für eine Krankenhausgeburt entschieden, habe dies im Verlauf bereut, weil es für Alternativen einfach zu spät war, habe aber trotzdem eine wundervolle Geburt erlebt. Ich habe mich dafür sehr damit auseinandergesetzt was ich unter einer Geburt will und was nicht und war mir der Risiken die eine Krankenhausgeburt birgt bewusst. Für mich stand fest, dass ich mich nicht an der Eingangstür zum Krankenhaus abgebe und sagen werde „hier bin ich, entbindet mich mal“. Stattdessen war ich sehr gut informiert über gängige Praktiken in der Geburtsmedizin, habe mir ein Haus gesucht in dem bestimmte Dinge kaum oder gar nicht praktiziert werden und wollte unbedingt so spät wie möglich erst ins Krankenhaus fahren, damit ich nicht in die Zeitschemata der dortigen Leitlinien falle. Wenn du schwanger bist und unbeingt in einem Krankenhaus entbinden möchtest, weil dich alles andere zu sehr ängstigt, dann macht es keinen Sinn dich zu einem anderen Entbindungsort zu zwingen! Höre auf dich, dein Herz und deinen Bauch.
Auch geht es mir nicht darum Krankenhäuser und moderne Medizin zu verteufeln. Ich glaube das viele Interventionen heutzutage passieren, eben weil Frauen im Krankenhaus entbinden. Außerhalb des Krankenhauses wären sie wahrscheinlich gar nicht aufgetreten bzw. nötig gewesen. Weil das was wir Frauen brauchen um uns zu entspannen und uns vertrauensvoll der Geburt hinzugeben, im Krankenhaus nicht gegeben ist oder erschwert wird. Sei es die fremde Umgebung, grelles Licht, wechselndes Personal, fremde Menschen, ständige Beobachtung, eingeschränkte Bewegungsfreiheit usw. Pionieren wie dem französische Arzt Michel Odent haben wir es heute zu verdanken das viele Kreißsäle Gebärwannen haben, gedämpftes Licht möglich ist und wir nicht mehr in bis unter die Decke weiß gefliesten Räumen, auf dem Rücken liegend, mit fixierten Beinen gebären müssen. Wir sind wie jedes andere Säugetier, wir brauchen Ruhe, Abgeschiedenheit und Intimität um uns „öffnen zu können“. Ina May Gaskin spricht gerne darüber, dass es sich bei unserer Gebärmutter ebenso um einen Schließmuskel handelt wie bei unserem After. Schließmuskeln sind scheue Muskeln pflegt sie zu sagen. Wie wäre es wenn du mit Stuhldrang ins Krankenhaus fahren müsstest, man dich dort unter grelles Licht auf einen Tisch legt, vier Menschen um dich herum stehen und an dir herum fummeln und dabei Anweisungen geben wie du drücken und pressen musst damit sich dein Darm erfolgreich entleert? Viele können nicht einmal außerhalb der heimischen Toilette ihr großes Geschäft erledigen. Geburt ist ganz ähnlich, Entspannung und Wohlbefinden unterstützen unseren Gebärmuttermund sich zu öffnen.
Nichts desto trotz ist Geburt immer ein Weg zwischen Leben und Tod. Mitverantwortlich für die schlechte Situation der Hebammen in Deutschland ist die Versicherungslage die es vielen Hebammen unmöglich macht noch Hausgeburten zu begleiten, manche sogar in ihrer ganze beruflichen Existenz bedroht. Gerne möchten wir uns heute gegen alles absichern und sicher gehen, dass niemandem etwas passiert. Leider ist dies bei Geburten nicht möglich, es ist extrem selten, aber natürlich kann es passieren das Mutter oder Kind unter der Geburt versterben. Es gibt sie natürlich, die Fälle in denen eine sofortige medizinische Hilfe, ein Notkaiserschnitt oder andere Interventionen Leben retten. Möchte sagen: Krankenhäuser und Ärzte sind nicht per es schlecht oder überflüssig. Trotzdem ist die Notwendigkeit einer Entbindung im Krankenhaus auch eine Frage der Perspektive.

Entspannung durch Selbsthypnose

Natürlich dachte ich darüber nach, mir HypnoBirthing Bücher zu besorgen, aber ehrlich gesagt war ich Anfangs nicht sehr überzeugt. Ich hatte schon oft von dem Konzept gehört und bei fast jeder Schwangeren aus meinem Bekanntenkreis schon mal ein Buch darüber rumliegen sehen. Aber nie hatte ich jemanden getroffen der gesagt hat: „Ich hab mich mit HypnoBirthing vorbereitet und das hat mir total was gebracht“. Tatsächlich traf ich diese Frauen erst nachdem ich selbst angefangen hatte, mich mit der Methode auseinander zu setzen. Ich glaube ein Grund, wieso HypnoBirthing bei vielen „nicht wirkt“ ist die Tatsache, dass alleine das Lesen eines Buches eben nichts bewirkt. Wie immer gilt auch hier, dass Praxis viel mehr wiegt als reine Theorie.
Ganz kurz zusammengefasst geht man im HypnoBirthing davon aus, dass Geburten naturgemäß sanft, schön und sogar schmerzfrei sein können. Alles was es dazu braucht ist eine tiefe Entspannung unter der Geburt, um nicht in eine Angst-Schmerz Spirale zu geraten. Diese zu erreichen vermittelt das HypnoBirthing verschiedene Trancen und Selbsthypnosen. Es wird mit Visualisierung und inneren Bildern sowieso bestimmten Atemtechniken unter der Geburt gearbeitet.
Nun habe ich den Vorteil, dass ich selbst Entspannungstrainerin bin, diverse Entspannungsmethoden kenne, selbst unterrichtet habe und darüber hinaus seit meiner frühen Jungend Erfahrungen mit Meditation und Trance habe. Es ist für mich also kein Problem mit einem Buch zu arbeiten und die entsprechenden Trance- und Hypnosetracks per Audiodatei zu üben. Wem dieses Vorwissen jedoch fehlt, dem kann ich nur raten tatsächlich einen Kurs zu belegen. Wenn es keine Kurse in der Nähe gibt, dann zumindest einen der vielen Onlinekurse welche ebenfalls angeboten werden.
Ich begann also schon im zweiten Trimester mich mit Techniken des HypnoBirthing vorzubereiten, dass heißt ich übte jeden Tag (in meiner ganzen Schwangerschaft habe ich glaube ich maximal an vier Tagen nicht geübt) meine Selbsthypnosen und Tiefenentspannungen. Nicht so häufig aber regelmäßig trainierte ich die Atmungen (auch hier half mir meine jahrelange Yogaerfahrung und Auseinandersetzung mit Atemtechniken an sich, ich musste das einfach nicht viel üben).
Irgendwann beim durchstöbern diverser YouTube-Videos stieß ich auf Kristin Graf von „die friedliche Geburt„. Ich haderte zu dieser Zeit ein wenig mit meiner ganzen Situation, sah mich gerade der Diagnose Schwangerschaftsdiabetes gegenüber, setzte mich mit möglichen Folgen wie geplanter Einleitung etc. auseinander. Ich hatte Kristins Videos schon des öfteren unter den Vorschlägen gesehen aber nie angeklickt, da ich durch einen Videotitel davon ausging, dass sie das HypnoBirthing Konzept nicht vertritt. Doch an jenem Tag überwog in mir das Gefühl, eben dieses Video von ihr sehen zu wollen (wenn ihr hier klickt, werdet ihr zu YouTube weitergeleitet und könnt es euch selbst angucken. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von YouTube).
Tatsächlich und unerwartet holte mich dieses Video genau dort ab wo ich gerade stand. Nicht nur hatte ich mich manches mal gefragt was genau aus der Hülle und Fülle der Hypnobirthingtechniken ich denn unter der Geburt nun ganz konkret anwenden sollte, es war vor allem die Einstellung zum Thema Krankenhausgeburt die mir von vielen HypnoBirthing Vertretern entgegen kam, welche mich entmutigte. Kristins Art sprach mich sofort sehr an und ich freute mich vor allem über ihr Einstellung überall und unter allen Umständen eine wundervolle Geburt erleben zu können. Das war der Tag an dem ich von HypnoBirthing zur Vorbereitung mit Kristins Konzept der friedlichen Geburt wechselte. Da Berlin zu weit weg war um einen ihrer Kurse zu besuchen, buchte ich einen Onlinekurs. Diesen machte ich teils alleine, teils mit meinem Mann (sowohl bei Kristin als auch im klassischen HypnoBirthing werden die Geburtsbegleiter stark einbezogen um die Frau in ihrer Tiefenentspannung zu unterstützen).
Von dieser Zeit an übte ich täglich die Selbsthypnose nach Kristins Methode. Darüber hinaus hörte ich mir des öfteren positive Affirmationen zur Geburt und Schwangerschaft an und suchte immer wieder nach entsprechenden Videos von schönen, sanften, friedlichen, schmerzfreien und/oder ekstatischen Geburten um mein Unterbewusstsein weiter mit diesem Bild von Geburt zu füttern. Ich mied jede Art von negativer Berichterstattung über Geburten, winkte ab wenn Freunde oder Bekannte solche zum besten geben wollten, schaltete ab wenn sie mir in Film und Serie begegneten. Bei mir drehte sich alles nur um kraftvolle, schöne Geburten. Ich fragte Freundinnen konkret danach ob sie solche Geburten erlebt hatten und mir davon erzählen würden. Ich sprach nicht mehr von Wehen sondern von Wellen und schätzte mich glücklich mit einer Hebamme die selbst sehr offen eingestellt ist. In unserem Vorbereitungskurs ermutigte sie uns Paare dazu, Geburt als etwas schönes zu erleben, Wellen nicht automatisch mit Schmerz zu verbinden und offen dafür zu sein, dass es gar nicht so schrecklich ist wie wir immer denken.

Wünsch dir was! Einen Geburtsplan schreiben

Gerade weil ich plante in einem Krankenhaus zu gebären, schrieb ich lange an einer sehr detaillierten Wunschliste für meine Geburt. Diese schlussendlich vier DIN A 4 Seiten umfassende Liste packte ich in unsere Kliniktasche und gab sie auch schon beim Geburtsplanungsgespräch in der Klinik ab. Dort hielt ich alles fest, von der gewünschten Atmosphäre über routinemäßige Interventionen die ich nicht wünschte (zum Beispiel ein intravenöser Zugang, eine CTG Dauerableitung etc.) , Gebärpositionen, Verhalten, Unterstützung und Mittel bei Schmerzen, was ich in den verschiedenen Phasen der Geburt wünschte und was nichtt, bis hin zum Handling bei einem eventuellen Kaiserschnitt oder der Notverlegung meines Kindes in einer Kinderklinik. Ich nutze zum Erstellen ein Buch, Tante Google und die Hilfe meiner Hebamme. Sehr schön beschrieben wird die Wunschliste wohl in dem generell empfehlenswerten Buch „Das Geheimnis einer schönen Geburt“ von Jana Friedrich. Dieses ist weiter unten nicht aufgeführt da es mir zwar mehrfach empfohlen wurde, ich es aber schlussendlich nicht gekauft habe.

Mantren und Lieder

Was mich tatsächlich unter der Geburt sehr unterstützt hat war ein Lied das ich erst einige Tage zuvor auf der CD Birth- and Circlesongs des österreichischen Doula Chor entdeckt hatte. Schon in den Tagen der Vorwellen spulte in meinem Kopf vom ersten Moment in der Nacht an das Lied „I’m Opening“. Eine wundervolle Unterstützung unter der Geburt.

Kurse und Unterstützung

Während ich mich mit HypnoBirthing vorbereitet habe, entdecke ich den Essence of Birth Onlinekurs von Nina Winner, in dem es vor allem darum geht, konkrete Ängste abzubauen. Da es noch ein paar Baustellen bei mir gab von denen ich wusste, dass sie bearbeitet werden müssen, meldete ich mich kurzer Hand bei Ninas Kurs an. Ich empfand ihn als sehr wertvoll, die Angstauflösungshypnose fand ich richtig hilfreich, ich mag außerdem Ninas Stimme sehr und hörte auch ihren Affirmationstrack den man bei YouTube findet sehr oft. Für einige Zeit kam durch den Kurs zu meiner täglichen Vorbereitung noch aktive Manifestations- und Visualisierungsarbeit hinzu. Ganz dem Gesetz der Anziehung folgend lies ich mich jeden Tag in die entsprechenden geführten Meditationen fallen und visualisierte die Geburt die ich mir vorstelle. Rückblickend kann ich sagen, tatsächlich kam das Ergebnis dem was ich mir manifestierte sehr, sehr nahe!

Auf Die friedliche Geburt findet ihr die Termine zu Kristins Kursen sowie ihren Onlinekurs, ihre Videos und ihren tollen Podcast den ich mir geburtsvorbereitend ebenfalls komplett angehört habe.

Die liebe Inken Arntzen habe ich über Instagram kennengelernt und möchte sie auf keinen Fall unerwähnt lassen, da sie in den letzten Monaten meiner Schwangerschaft immer mit einem offenen Ohr für mich da war und ich mit jeder Frage rund um HypnoBirthing und Selbstbestimmter Geburt zu ihr kommen konnte. Sollte es also schwangere Leserinnen aus dem Hamburger Raum geben kann ich Inkens HypnoBirthing Kurse und ihre Mom to be Circle nur empfehlen.

Die App GentleBirth habe ich ebenfalls über Instagram gefunden. Da dies schon gegen Ende der Schwangerschaft war habe ich vorzugsweise mit dem Affirmationstrack gearbeitet. Diesen habe ich in den letzten Tagen eigentlich täglich gehört und mitgesprochen.

Literatur

Die selbstbestimmte Geburt: Handbuch für werdende Eltern von Ina May Gaskin
Der Klassiker und mein erstes Buch zum Thema Geburt das ich mir gekauft habe. Ina May Gaskin ist die vielleicht berühmteste Hebamme der Welt, welche 1971 gemeinsam mit ihrem Mann die Kommune „The Farm“ in  den USA gründete. Bis heute entbindet sie dort Frauen, wenn sie nicht gerade um die Welt reist, Vorträge hält und Hebammen und Doulas ausbildet. In ihrem Buch geht es um die Geschichte der Geburt, darum Frauen darin zu bestärken das sie absolut fähig, ja dazu geschaffen sind Kinder zu gebären. Ina May geht kritisch und hart ins Gericht mit der modernen Geburtsmedizin. Sie ermutigt Frauen in sich und ihren Körper zu vertrauen, erzählt viele positive Geburtsgeschichten und gibt unzählige praktische Tipps und Hilfestellungen für die Zeit unter der Geburt. Für mich ein absolutes must read für jede Schwangere.

Bountiful, Beautilful, Blissfull von Gurmukh Kaur Khalsa
Dieses Buch wurde mir von einer Freundin und Doula empfohlen und ich habe es geliebt. Leider gibt es nur ein englischsprachiges Exemplar, aber wen das nicht abschreckt, dem lege ich dieses wundervolle Yoga Buch an Herz. Neben vielen Geschichten über ihre eigene Schwangerschaft und Geburt führt Gurmukh aus einer ganzheitlichen und spirituellen Sicht durch die Monate der Schwangerschaft. Es werden viele Tipps gegeben und Problemstellungen rund um das Thema Schwanger sein, Eltern werden, Partnerschaft und Co behandelt. Auch eine Sicht auf die kindliche Seele und ihr Ankommen hier auf Erden fehlt nicht. Jedes Kapitel endet mit einer nützlichen Meditation aus dem Kundalini Yoga. Ich empfand das Buch als sehr entspannend, angst nehmend, stärkend und inspirierend.

HypnoBirthing, der natürliche Weg zu einer sicheren, sanften Geburt von Marie F. Mongan
Marie Mongan ist die Erfinderin des HypnoBirthing Konzeptes. In diesem Buch stellt sie die Methode vor, allerdings merkt man schon beim lesen das man irgendwie nicht so recht um einen Kurs herum kommt. Dieses Buch will einen Kurs nicht ersetzen sondern das Konzept des HypnoBirthing vorstellen. Ich empfand den Inhalt auf jeden Fall als sehr ermutigend und beruhigend. Es war mein zweites Buch zum Thema, mit der beiliegenden CD habe ich nie gearbeitet weil mir die Stimme nicht zugesagt hat. Um richtig ins HypnoBirthing Konzept einzutauchen und viel Mut machendes zu lesen, auf jeden Fall ein empfehlenswertes Buch. Alleine damit erfolgreich die HypnoBirthing Methode zu erlernen, stelle ich mir schwierig vor.

Mama werden mit HypnoBirthing: So bringst du dein Baby vertrauenvoll und entspannt zur Welt von Bianca Maria Heinkel
Dies war mein erstes Buch zum Thema, Frau Heinkel spricht bei ihrem Konzept von HypnoBirthing 2.0 da sie es noch mit Achtsamkeitstechniken und Co verbunden und aufgefrischt hat. Das Buch ist sehr informativ, kurzweilig geschrieben und man erhält Zugang zu einer größeren Anzahl guter HypnoBirthing Tracks um damit zu üben. Meine entsprechende Geburtsvorbereitung hat fast ausschließlich mit diesem Buch und den dazugehörigen Audiodateien stattgefunden.

Meisterin der Geburt: Das Selbstcoaching Buch für mehr Gelassenheit und Selbstermächtigung von Jobina Schenk
Hier wird nicht nur gelesen sondern richtig gearbeitet. Das Buch besteht aus vielen Seiten voller Fragen die man sich selbst stellen sollte auf dem Weg zu einer angstfreien, selbst-ermächtigten Geburt. Jobina ist eine beeindruckende Frau die zwei ihrer drei Kinder nach einer traumatisch erlebten Geburt alleine zu Hause nur mit ihrem Mann zur Welt gebracht hat. Sie hat eine tiefe intuitive Verbindung zu ihrem Körper und ihrem jeweiligen Kind und vertraute in den Schwangerschaften und bei ihren Geburten vollkommen auf sich. Auch wenn ich selbst keine Kandidatin für eine Alleingeburt wäre fand ich die Informationen rund um das Thema Schwangerschaft und Geburt und den anderen Blickwinkel auf Risiken unter der Geburt sehr interessant und ermutigend.

Affirmationen

Bereits zu Beginn meiner Schwangerschaft habe ich mir das wunderschöne Pregnancy Cards Deck von Teepee Learning bestellt. Ich glaube zur Zeit ist eine Neuauflage in Arbeit. Diese Karten hatte ich immer auf meinem Altar bereit stehen und habe teils täglich, teils in größeren Abständen eine Karte gezogen und offen sichtbar aufgestellt. So oft es ging habe ich mir die Affirmationstracks von Kristin und Nina Winner angehört, zum Beispiel Abends im Bett nach meiner Selbsthypnose zum einschlafen oder wenn ich Auto gefahren bin. Gegen Ende der Schwangerschaft kamen wie bereits erwähnt noch die Affirmationen von GentleBirth hinzu. Außerdem hatte ich das ganze Haus mit Affirmations-Fähnchen von GoMamaCards dekoriert. Immer wenn ich an den Fahnen vorbei kam habe ich versucht kurz inne zu halten und die entsprechenden Sätze laut oder geistig zu affirmieren. Unter der Geburt habe ich schon während der Vorwellen, also über Tage hinweg mit einigen ausgewählten Affirmationen gearbeitet. Vor allem mit „jede Welle bringt mich nähre zu meinem Kind“ und Affirmationen wie „mein Muttermund wird ganz weit und öffnet sich mit jeder Welle mehr“.

Filme

Wenn wir fernsehen sind wir automatisch in einem Zustand leichter Hypnose. Ein weiterer Grund wieso Bilder die wir durch Filme und Serien aufnehmen so tief in unser Unterbewusstsein eindringen. Daher habe ich nicht nur negative Geburtsszenen gemieden, sondern gezielt nach positiven gesucht um mein Unterbewusstsein damit zu füttern. Auf YouTube findet man eine Fülle von Videos und Berichten über schöne, schmerzfreie, sanfte und ekstatische Geburten. Verwendet habe ich vor allem folgende Suchbegriffe: HypnoBirthing, painfree birth, Orgasmic Birth, schmerzfreie Geburt, painless Birth. Am Tag der Geburt habe ich mir noch dieses Video (du wirst zu YouTube weitergeleitet, dort gelten YouTubes Datenschutzrichtlinien) über Tipps zu einer schmerzarmen Geburt angeguckt. Außerdem gibt es zwei tolle Filme bzw. Dokumentationen die ich mir online ausgeliehen und angesehen habe, beide gibt es als Version mit deutschem Untertitel:

Oragsmic Birth Movie – diese Dokumentation handelt zum einen von der Natur des Gebärens, der Kraft der Frauen und schönen Geburtsberichten. Es kommen diverse Experten und Fachleute aus der Geburtshilfe zu Wort, Krankenhausentbindungen werden kritisch beleuchtet und die Kraft und das Können der Frau immer wieder hervorgehoben und unterstrichen. Gegen Ende der Dokumentation geht es zum anderen tatsächlich konkret um das Thema der orgasmischen Geburt. Denn tatsächlich ist es gar nicht so selten, dass Frauen unter der Geburt sexuelle Empfindungen oder sogar Orgasmen haben, es spricht nur niemand darüber. Es wird beleuchtet wie es sein kann, dass Frauen unter der Geburt Lust statt Schmerz und Qual erleben und insgesamt Mut gemacht, Geburt als etwas intensives und schönes zu erleben.

Birth Story – The Film – der bereits erwähnte Film von Ina May Gaskin. Eine Dokumentation über Ina Mays Werdegang, die Geschichte der Farm in den USA, über schöne Geburten, die Kraft der Frau, Hausgeburten und Natürlichkeit. Auch hier geht es im Lust unter der Geburt, Oxytocin Ausschüttung durch Intimität mit dem Partner, darum warum Geburt immer auch etwas sexuelles ist und wie selbst als schwierig und kompliziert geltende Geburten wie die Beckenendlage sicher aber trotzdem spontan und sogar zu Hause entbunden werden können.

Körperliche Vorbereitung

Zu guter Letzt habe ich natürlich auch noch versucht meinen Körper durch Ernährung und Co möglichst unterstützend auf die Geburt vorzubereiten. Da ich mehrfach davon gehört und gelesen hatte, dass es eine tolle Vorbereitung sei in den letzten Wochen 6 Datteln am Tag zu essen, gönnte ich mir 3 Medjooldatteln am Tag – wegen des Gestationsdiabetes nur drei, die hatten aber wie so vieles zuckerhaltiges irgendwie keinen Einfluss auf meinem Blutzucker. Außerdem aß ich aus den gleichen Gründen jeden Tag ca. eine Hand voll Sonnenblumenkerne. Zwischen der 34. und 36. Woche fing ich an Himbeerblättertee zu trinken. Ich kochte mir meistens eine ganze Karaffe voll am Abend vor, stellte sie über Nacht in den Kühlschrank und trank dann einen Liter kalten Tee über den Tag verteilt. Vier Wochen vor dem ET startete ich mit einer Tasse Geburtstee am Tag und entsprechenden homöopathischen Geburtstropfen. Zum Yoga ging ich aus Zeitgründen in den letzten 2-3 Wochen nicht mehr, versuchte aber möglichst regelmäßig kleine Spaziergänge zu machen. Anstelle der berühmten Dammmassage, habe ich mir wenige Wochen vor der Geburt ein EpiNo gekauft. Allerdings kann ich zu der Wirksamkeit nicht sehr viel sagen, da ich in meinem Dehnungstraining nicht sehr weit gekommen bin. Ob die Tatsache das ich meine Tochter ohne Risse und andere Geburtsverletzungen geboren habe nun dem EpiNo, den Datteln und Sonnenblumenkernen oder meiner Affirmation unter den Presswellen „ich werde unglaublich weit“ geschuldet ist, vermag ich nicht zu sagen. Woran auch immer es lag, irendetwas hat funktioniert. Bitte bedenke das ich bin keine approbierte Ärztin oder Heilpraktikerin bin. Meine Hinweise ersetzt in keinem Falle die Dienste eines Arztes. Spreche bitte alle Maßnahmen mit deinem behandelnden Arzt oder deiner Hebamme ab.

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld

*

Ich bin einverstanden