Imbolc – 1. Februar

Zugegeben, ich bin etwas spät dran. Aber da Imbolc jedes Jahr aufs neue stattfindet, geht diesr Artikel trotzdem online und eröffnet gleichzeitig eine neue Reihe. Dieses Jahr möchte ich euch durch den Jahreskreis mitnehmen und euch die einzelnen Jahreskreisfeste vorstellen, was sie bedeuten und wie ihr sie feiern könnte. Neben vielen Ideen die ihr auch für euch alleine umsetzen könnt, geht es mir auch um die Familientauglichkeit und das Einbeziehen von Kindern in die Feierlichkeiten. Hoffentlich zum nächsten Fest auch schon im Vorhinein.

Der Jahreskreis beginnt mit dem Fest zu Ehren der irischen Göttin Brigid, Tochter des Dagda und der Morrigan und Göttin des Heilkunst, der Poesie, des Schmiedehandwerks, der Kunst und der Weisheit. Sie gilt außerdem als Göttin des Herdfeuers, der Familie und Schutzgöttin des Hauses welche darüber hinaus auch an der Seite der Hebammen wirkt, gebärende Frauen unterstützt und Babys schützt. Der Glaube an Brigid in vorchristlichen Zeiten war so stark und verbreitet, dass er vom Christentum adaptiert wurde. Aus der Göttin Brigid wurde 450 n.u. Zeit, die heilige Brigid von Kildare. Noch heute brennt dort ihre heilige, ewige Flamme, welche von einer Schwesternschaft aus Neunzehn Nonnen seit Jahrhunderten beschützt wird.

Imbolc war eines der großen irischen Feste im Jahreskreis, denn es hatte für die landwirtschaftliche Bevölkerung eine große Bedeutung. Es ist die Zeit, in der die ersten Lämmer geboren werden und die Kühe wieder begannen Milch zu geben. Zwischen Wintersonnenwende und Frühjahrs Tag- und Nachtgleiche liegend, markiert Imbolc die Mitte des Winters und dabei auch die Zeit, in der wir die ersten Boten des Frühjahrs entdecken können.

Ideen zur Gestaltung des Imbolc Festes

Eine Brídeóg (Brigid Puppe) basteln

Traditionell wird eine Brigid Puppe auf Stroh oder Binsen gebunden und mit einem Stück weißen Stoff bekleidet. Blumen, Steine oder Muscheln werden als Verzierung angebracht und in einigen Gegenden Irlands wird eine besonders hübsche Blüte in der Herzgegend der Puppe angebracht. Es ist jedoch auch möglich eine etwas modernere Form der Bridi Puppe zu basteln, indem man ihren Körper aus weißem Stoff näht und mit Wolle oder getrockneten Kräutern füllt. Bei dieser Variante lässt sich das Gesicht der Puppe detaillierter ausgestalten, wir können ihr Haare aus Wolle oder Naturmaterialien basteln, ihr ein weißes Gewand anziehen und ihr sogar Schmuck anlegen. Kinder haben große Freude daran, die Brigid Puppe mitzugestalten.
Die Brídeóg soll nun die Verkörperung der Göttin Brigid darstellen und ihren Segen und Schutz ins Haus bringen. Dazu legt man sie am Abend des Imbolc Festes in ein Bettchen (dies kann ein passender Korb sein, oder ein dafür zurecht geschnittener, verzierter Karton), deckt sie zu, ruft Brigid herbei – zum Beispiel mit „Brigid, Brigid kommt herbei, dein Bett ist gemacht und wartet weich und wärmend auf dich“. Auch das singen von Schlafliedern für die Puppe ist eine Tradition aus Irland.
Hat man im Haus eine offene Feuererstelle, so wird die Asche des Feuers an diesem Abend glatt geharkt um am nächsten Morgen nach Spuren der Brigid in Form von Abdrücken ihres Birkenstocks (mit dem sie Fruchtbarkeit ins Land bringt) oder ihrer Füße.

Schnittmuster Brigid Puppe
Zwei Mal aus weißem Stoff ausschneiden, mit der Hand rund herum zusammen nähen, eine kleine Öffnung lassen. Alles einmal durch das Loch wenden, mit Füllmaterial ausstopfen und das Loch verschließen.

Brigids Mantel

Eine sehr alte Tradition ist der Mantel der Brigid, ein Stück Stoff oder eine Decke, die im Haus aufbewahrt wird und zu Anlässen genutzt wird, die Heilung und Trost erfordern. Ist ein Familienmitglied krank oder traurig, so wird er mit Brigids Mantel bedeckt oder umhüllt.
Der Stoff oder die entsprechende Decke sollte ausschließlich für diese Zwecke genutzt werden. Sie wird am Abend der 31. Januars ins freie gelegt. In eigenen Worten rufen wir Brigid und bitten sie, in der folgenden Nacht ihren Zauber in den Stoff zu weben, ihn mit heilenden und Trost spendenden Energien zu segnen.
Am folgenden Morgen können wir den „Mantel“ wieder herein holen. Daraus kann man ein kleines Orakel machen, üblicherweise wird beim hereinholen des Mantels auf Zeichen geachtet. Dies können Wetterphänomene sein, wilde Tiere oder was auch immer und draußen in jenem Moment begegnen mag.

Brigid Kreuz basteln

Viele haben wahrscheinlich schon einmal ein sogenanntes Brigid Cross gesehen – ein Kreuz, traditionell am Tag des Imbolc Festes aus Binsen gebunden. Es gibt verschiedenste Formen, die sich je nach regionaler Tradition in Irland unterscheiden. Am bekanntesten ist die Variante des Kreuzes mit vier Schenkeln. Wenn vor unserer Tür kein Binsen wächst, können wir auch Stroh nehmen. Aber auch ungewöhnlichere Materialien sind möglich, zum Beispiel ein Kreuz aus dünnen Weidenzweigen, die vorher einige Stunden in Wasser eingelegt wurden. Ich habe auch schon Varianten aus Pfeiffenreinigern gesehen, besonders für kleinere Kinder eine schöne Art das binden der Kreuze zu üben. Im Internet finden sich unzählige Videos und bebilderte Anleitungen. Die fertigen Kreuze werden über Türen uns Fenstern angebracht oder an der Küchenwand und sollen das Heim vor Feuer, bösen Geistern und allem Schaden schützen.

Fließende Gewässer oder Quellen aufsuchen

Eine weitere Imbolc Tradition ist das aufsuchen einer heiligen Quelle um Wasser zu schöpfen. Wer keine Quelle in seinem Wohngebiet weiß, der kann auch ein fließendes Gewässer, also einen Bach oder Fluss besuchen. Natürlich sollten wir nur Wasser zum trinken abfüllen, wenn wir sicher wissen, dass es sich um Trinkwasserqualität handelt. Aber auch ohne das Wasser zu trinken, können wir es verwenden um uns damit zum Beispiel symbolisch zu reinigen und zu segnen, uns selbst oder gegenseitig damit zu besprenkeln. An heiligen Quellen in Irland werden oft Stoffstücke – sogenannte Clooties – im Wasser getränkt und dann in umliegende Bäume oder Büsche geknotet um Krankheiten oder etwas das uns belastet dort zu lassen, damit die Göttin es für uns wandeln möge.

Unser Heim reinigen – Frühjahrsputz

Zum einen ist Imbolc die ideale Zeit für einen verfrühten Früjahrsputz, zum anderen steht das Fest auch unabhängig von einer ganz weltlichen Putzaktion für Reinigung, auch auf energetischer Ebene. Vielleicht haben wir vorher ein Gewässer aufgesucht und etwas Imbolc Wasser mit nach Hause gebracht. Mit diesem können wir jetzt durch alle Räume unseres Hauses schreiten und es versprenkeln, dabei um den Segen und den Schutz von Brigid in unserem Heim bitten.

Kerzen gestalten & entzünden

Da Imbolc ein Lichtfest ist, spielen Feuer und Kerzen eine große Rolle. Vor allem für Kinder ist es oft eine große Freude, im Vorfeld zum Fest Kerzen zu gestalten. Am besten eigenen sich weiße Kerzen. Diese können bemalt oder beschriftet werden. Dazu eignen sich spezielle Kerzenwachsstifte, Wachsplättchen aus denen man Dinge ausschneiden und auf die Kerzen kleben kann oder das einritzen der Kerze zum Beispiel mit einem Zahnstocher.
Es gibt den Brauch eine Imbolc Kerze am Tag des Festes zu entzünden und so lange brennen zu lassen, bis sie von alleine erlischt. Auch der Brauch in jedes Fenster des Hauses eine Kerze zu stellen und diese zu entzünden ist verbreitet. Dies soll ebenfalls unser Heim reinigen und segnen.

Frühjahrsboten suchen

Wenn wir Imbolc für einen Spaziergang nutzen, können wir nach den ersten Frühjahrsboten in dieser Winterzeit Ausschau halten. Wer findet als erstes die blühenden Schneeglöckchen? Ist der Winter bisher so mild gewesen, dass sogar die ersten Gänseblümchen oder Krokusse blühen? Mit Kindern können wir daraus ein Spiel machen. Wer die ersten Frühjahrsboten entdeckt ist Imbolc-Königin oder König und das das Frühjahr und die Energie Brigids in Form eines blühenden Blume mit nach Hause bringen.

Imbolc Brot oder Kuchen backen

Wer gerne in der Küche steht, der kann sich zu Imbolc richtig auslassen. Egal ob ein traditionelles Essen wie irisches Kartoffelbrot, ein schönes Gebildebrot aus Hefeteig oder ein leckerer Kuchen. Für letzteres greift man gerne auf ein Kuchenrezept mit Samen zurück, zum Beispiel ganz klassisch Rezepte die Mohn enthalten.

Rezept für ein veganes Brigid Kreuz Gebildebrot:

500 Gramm Mehl Typ 405
100 g vegane Butter
65 ml Pflanzenmilch
100g Zucker
1 Würfel Hefe
1 Prise Salz
1 TL Zitronenschale
etwas gemahlene Vanille oder 1 EL Rum

Optional: Hagelzucker zum Verzieren

Zubereitung

  • Die Pflanzenmilch erhitzen und vegane Butter darin auflösen. Das ganze auf ca. 30 Grad abkühlen lassen, dann die Hefe zugeben und unter Rühren auflösen. Es ist wichtig das die Flüssigkeit nicht zu heiß ist, da sonst die Hefe zerstört wird.
  • Mehl in eine Schüssel geben, Zucker Salz und Zitronenschale hinzugeben, vermengen. Dann die Pflanzenmilch hinzugeben und alles mit einem  Knethaken vermengen bis ein elastischer Teig entsteht.  Mit einem Handtuch abdecken und an einem warmen Ort (z.B. im Backofen bei 30 Grad) circa 50 Minuten gehen lassen.
  • Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche nochmals durchkneten, dann mehrere Stränge daraus bilden und ein Brigid Kreuz aus den Strängen formen.
  • Das fertige Gebilde auf einem Stück Backpapier bei Zimmertemperatur abgedeckt noch einmal 30 Minuten ruhen lassen, in dieser Zeit den Backofen auf 160°C Umluft vorheizen.
  • Das Gebildebrot mit etwas Pflanzenmilch bestreichen und ggf. Hagelzucker darüber streuen, dann für ca. 30 Minuten in den Backofen geben.

Brigid-Kreuz Gebildebrot ❤lichen Dank für die Fotos an Chrissie von Buntland

Gaben für das kleine Volk

Alle weißen Speisen werden mit Imbolc in Verbindung gebracht: Mehl, Milch, Quark, Butter. Eine schöne Geste ist es, Opfergaben für die Geister des Ortes, für Naturgeister oder für Brigid selbst nach draußen zu stellen. Es gilt als gutes Omen wenn diese Speisen am nächsten Tag angerührt aussehen.

Bäume wecken

Zum Abschluss noch ein, wie ich finde, sehr niedlicher Brauch, bei dem wir hinaus in die Natur gehen um dort die Bäume aus ihrem Winterschlaf zu wecken. Dazu können wir von Baum zu Baum laufen, vorsichtig an die Rinde klopfen und sie mit sachten Worten wecken, oder ihnen etwas vorsingen, laut in die Hände klatschen oder Krach machen.

2 Kommentare
  1. Nicky sagte:

    Oh wie schön wieder von dir zu lesen und dann gleich mit einem so zauberhaften Jahreskreis-Post. Ich freue mich schon auf die nächsten.

    Herzliche Grüsse
    Nicky

  2. Karmindra sagte:

    Dankeschön :)
    Freut mich gleich einen Kommentar zu erhalten <3
    Schön zu wissen das noch jemand mitliest nach der langen stillen Phase ;)

    Liebe Grüße
    Karmi

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Fundstücke


Dies sind meine Fundstücke die ich aus Irland mitgebracht habe. Natürlich konnte ich an kaum einem Ort vorbei gehen ohne mir einen schönen Stein mitzunehmen, auch ein paar kleine Ästchen und Wurzeln sprachen mich an und wollten mit nach Deutschland. Am letzten Tag vor der Abreise fand ich noch einen riesigen Büschel roher Schafwolle (+ ein wenig Heidekraut darin verwoben *g*) die ich auch noch einsackte. Die musste ich erstmal trocknen lassen, hat ganz schön gemieft! Von den Höhlen Morrigans (dazu in einem anderen Beitrag mehr) habe ich ausserdem noch ein Glas Erde mitgenommen. Ich bin noch nicht sicher ob sie in meinen Ahninnentopf wandert oder andere Verwendung findet.
Leider konnte ich den wunderschönen Stab nicht mitnehmen den ich am Atlantik im Strandgut gefunden hatte. Er ist wunderschön, fast weiß und silbern glänzend. Jedoch ist er zu lang für meine Reisetasche gewesen, im Handgepäck nicht erlaubt und naja… jetzt steht er erstmal bei Aine und wartet darauf das mir eine brennende Idee kommt wie ich ihn nach Deutschland krieg.
Ausserdem habe ich mir Äste von jeweils Weißdorn, Stechpalme, Efeu und Heidekraut für mein Oghamset mitgenommen. Schon seit Jahren plane ich mir ein eigenes Set zu schnitzen, nun ist der Anfang endlich getan!

Mein Altar sieht durch die Mitbringsel zur Zeit jedoch noch etwas wild aus…

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Queen Maeve’s Grave – Maraíodh Méabh

Am Sonntag bestiegen wir den“Mondberg“ – Knocknarea, ein sehr markanter Berg in der Graftschaft von Sligo auf dessen Gipfel Maeve`s Cairn schon von weitem zu sehen ist. Der Knocknarea sieht aus der Ferne aus wie eine weiche runde Brust (eine Brust der Erdmutter sozusagen), durch Maeve`s Cairn sozusagen noch mittig passend ergänzt…
Hier soll die Königin von Connaught begraben sein, stehend in Rüstung mit Schild und Speer und in Richtung Norden zu ihrem Erzfeind König Ulster gewandt.

Maeve/Medb deren Name auch soviel wie „die berauschende“ oder „die Rauschhafte“ bedeutet ist eine der zentralsten Gestalten in der keltisch/irischen Mythologie. Jeder Mann der König von Irland werden wollte musste zuerst ihre Gunst erwerben und sich mit ihr vereinigen.

Durch die Vermählung mit ihr vermählten sie sich gleichzeitig mit Irland. Waren sie ihr verpflichtet, so auch ihrem Land.
Sie war für ihre sexuelle Freizügigkeit bzw. auch Freiheitsliebe bekannt, halt als wunderschön, kriegerisch, selbst bestimmt und konnte so schnell laufen wie ihre Pferde. Ihr war viel daran gelegen in einer Ehe höher gestellt zu sein als ihr Mann.  Darauf beruht auch die berühmte Geschichte „Der Rinderraub von Cooley“ (Tain Bo Cuailnge) bei dem sich Königin Medb mit ihrem König Ailill im Gespräch duelliert wer die meisten Besitztümer hat. Da König Aililleinen magischen Stier sein Eigen nennt versucht sie einen ebenbürtigen Stier von König Ulster zu stehlen. Dies schlägt jedoch in sofern fehl das sie zwar die Schlacht gewinnt und den Stier mit sich führen kann, dieser & der Stier ihres Mannes sich jedoch bei der Zusammenführung gegenseitig töten.

Die Gegend um den Cairn herum ist rau und schön, überall wächst Heidekraut, man kann über die Küste des Atlantiks blicken. Es ist Brauch Maeve einen Stein mitzubringen den man ihr opfert, dadurch hat sich auf dem Cairn schon ein kleiner Steinhaufen gebildet. Es war ganz lustig mit anzusehen, an diesem Tag kamen viele Touris dort hoch und hoben hiess es dann immer egal ob jung oder alt, männlich oder weiblich: „Hast du deinen Stein für Maeve dabei?“ und die Leute legten diesen dort ab. Nicht so schön ist dagegen der Brauch einiger Touristen ihren Namen aus Steinen um den Cairn herum ins Heidekraut zu legen. Daher haben wir auch einige Brocken eingesammelt und wieder auf den Cairn zurückgelegt.

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Karmi goes to Ireland – Herb Walk

Gestern bin ich von meinem fünftägigen Ausflug zu Aine nach Irland zurückgekehrt. Das heißt, so ganz hier bin ich irgendwie noch nicht wieder, bzw. befürchte ich fast das ich nie wieder vollständig hier sein werde, weil ein Teil von mir gleich dort geblieben ist. Nach Irland zu reisen wünsche ich mir schon seit ca. 20 Jahren, von Kindheit an habe ich dieses Land geliebt und für mich ist wirklich ein großer Traum in Erfüllung gegangen. Der Urlaub hat meine Erwartungen weit übertroffen, Irland hat mein Herz vom ersten Atemzug an erobert und ich habe mich 5 Tage lang gefühlt wie frisch verliebt. Noch dazu hatte ich das große Glück Aine meine Gastgeberin nennen zu dürfen, denn sie kennt Land und Leute, konnte mir viele wunderbare Ecken zeigen und unglaublich viel zu den Orten, ihren Mythen und Sagen erzählen. Wir haben uns wunderbar verstanden und hatten eine sehr schöne Zeit zusammen.
Nun könnte ich natürlich einen langen Eintrag zu meinem Irlandurlaub machen und euch einige der 450 dort enstandenen Fotos und Videos zeigen, aber ich möchte lieber das ein oder andere Erlebnis oder Thema einzeln aufnehmen und etwas darüber schreiben. Zum Anfang soll es um den Herb Walk gehen den wir am Samstag unternommen haben.
Dies ist Judith Hoad

„Judith Hoad MIAMH (hon),MIAMMH (Hon), Dip.Shen Tao, ITEC. Herbalist, Vibrational Medicine Practitioner (Shen Tao Acupressure, Flower and Gem Essences), Journalist (Organic Matters, Local Plant ) and Author of „Need or Greed, Our Practical Choices for the Earth“, “ This is Donegal Tweed“, “ Healing with Herbs“, „Hoad’s Herbals – Remedial Skin Creams – The Recipes“. Judith is currently writing a book about herbs and has nearly completed a manuscript on the topic of practical sustainability.“

Sie führte uns fast 3 Stunden durch den großen organic Garden an der Küste des Atlantiks. Wiederzugeben was sie alles zu den verschiedenen Kräutern erzählte würde natürlich den Rahmen sprengen. Aber einen Aspekt von dem sie berichtete fand ich besonders interessant, es ging um eine Art Vorahnung der Erde bzw. Natur was kommende Ereignisse betrifft. So finden sich wenn man es genau beobachtet vor Katastrophen wie z.B. Tschernobyl oder Fukushima, vor Kriegen usw. bestimmte Wildkräuter plötzlich in rauen Mengen in der Natur, es blüht überall an Stellen wo noch die Jahre zuvor nichts davon zu sehen war. Es ist als würde Mutter Erde uns die Pflanzen schenken die wir brauchen um zu heilen. Es lohnt sich also mit offenen Augen durch die Natur zu gehen und wenn uns auffällt das irgendetwas vermehrt wächst, nachzuschlagen wogegen dieses Kraut gewachsen ist, es könnte etwas mit dem zu tun haben was noch auf uns zukommt. Was im großen gilt, gilt natürlich auch im kleinen und manchmal finden wir vor unserem Haus genau die Pflanzen die wir benötigen um zu heilen oder uns zu stärken. -Mädelsüß in meinem Haar :)- Sehr gut fand ich auch ihre Tipps zur Aufbewahrung von Kräutern. Die empfiehlt einfach im Supermarkt dünne Papiertüten zu kaufen, die Kräuter dann kopfüber dort einzuhängen, oben zubinden und aufhängen. Die Tüten kann man dann entsprechend beschriften und nach ein paar Wochen sind die Kräuter getrocknet und können in Gläser umgefüllt werden. Alle Kräuter die uns im Sommer guttun und die im Winter nicht wachsen kann man zu einem Wintertee verarbeiten und die kalten Monate über täglich trinken. Dazu einfach alle getrockneten Kräuter mischen ;).
Will man Tinkturen herstellen empfiehlt Judith zusätzlich zum flüssigen Auszug noch das Zufügen von Asche. Dazu soll man die Kräuter auf einem kleinen Gasbrenner in einer Glasflasche erhitzen, sie fangen dann an zu qualmen und irgendwann nach einer Zeit (was bis zu zwei Tage dauern kann) hört der Rauch auf und übrig bleibt die reine Asche, diese soll man der Tinktur noch zufügen. Judith empfiehlt übrigens folgendes Buch (ihrer Meinung nach das beste auf dem Markt): Bartram’s Encyclopedia of Herbal Medicine

Augentrost

Dies ist übrigens wilder Sea Kale, den hat Aine am Strand geerntet. Beim pflücken soll man darauf achten nicht mehr als 2-3 Blätter pro Pflanze zu pflücken da er mittlerweile sehr selten geworden ist. Er hat eine starken Kohlgeschmack und kann auch ähnlich verwendet werden, z.B. für Rouladen, oder auch blanchiert als Beilage zu anderen Speisen.

Fotos von mir und Aine Juli 2011

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