Samhain (gesprochen sauwen) findet in der Nacht vor Allerheiligen, vom 31. auf den 1. November statt und ist der Ursprung des heutigen Halloween (All Hallows Eve). Es markiert den Eintritt in die dunkle Jahreszeit, die Nacht des Jahres, den Beginn des Winters, in Wales „Nacht de Winteranfangs“ – No Calan gaeaf – genannt, im neu irischen Oiche Shamhna. Es war auch das Fest an dem man dem dunklen Gott Cromm Cruach das Opfer der Erstgeborenen gebracht, in der Hoffnung auf den Segen der Fruchtbarkeit von Feld und Vieh. Seit 700 v. Chr. wurde auf dem Hill of Tara das große „Fest von Tara“ gefeiert, auf dem nahe gelegenen Hill of Ward wurden ein großes Feuer entzündet, durch welches Vieh und Menschen schritten um sich zu reinigen. Es war Brauch ein Stück des Feuer mit nach Hause zu nehmen, um damit das eigene Herdfeuer zu entzünden.

Samhain hat drei Aspekte, zum einen ist es das Ahnenfest, an dem wir den Verstorbenen gedenken, die Nacht in der die Schleier zwischen den Welten dünn sind, Geister umherwandern und sich die Tore zur Anderswelt öffnen. Gaben und Lichter wurden auf die Gräber der Verstorbenen gestellt. Man mied es wenn möglich das Haus unnötig zu verlassen.
Zum anderen ist es das dritte und letzte Erntefest im Jahreslauf. Die letzten Ernten sind nun eingefahren, Gemüse, Obst, Fleisch und Fisch wurden für den Winter haltbar gemacht. In früheren Zeiten wurden jetzt die vor dem hereinbrechenden Winter noch einmal Tiere geschachtelt um die Vorratskammern zu füllen und auch, um nicht alle Tiere über den Winter bringen zu müssen.
Der dritte Aspekt ist das keltische Neujahrsfest, denn Samhain markiert den Übergang vom alten ins neue Jahr.

Noch heute findet man in Irland viele große Samhain Feste, zum Beispiel im County Meath. Dort findet das „Spirits of Meath Halloween Festival“ statt. Über das gesamte Boyne-Valley hinweg werden vom Anfang Oktober bis Anfang November verschiedene Events und Workshops statt. In Nordirland findet sich mit „Derry Halloween“ ein großes Samhain Fest.

Ideen zur Gestaltung von Samhain

Kerze im Fenster

Eine schöne und einfache Idee ist es, eine Kerze für unsere Ahnen in der Samhain Nacht ins Fenster zu stellen. Das Licht soll den Verstorbenen den Weg zurück zu ihren Liebsten weisen. Möglich ist es auch, die Kerze in eine ausgehöhlte Rübe oder einen Kürbis zu stellen. Als Katzenbesitzerin gehe ich immer gerne auf Nummer sicher und stelle die Kerze in einem Windlicht vor das Fenster auf die Fensterbank.

Dinkel Seelen backen

Ein traditionelles Gebäck welches gerne zu Allerseelen gebacken wurde und wird und hervorragend in die Ahnenzeit und zu Samhain passt, sind sogenannte „Seelen“
Von der lieben Ulrike ist dieses Rezept für suebische Dinkel-Seelen:

Zutaten:
125 ml warme Milch
250 ml warmes Wasser
10 g frische Hefe
500 g Dinkelmehl
40 g Butter
15 g Salz

Sesam oder Kümmel als Topping

Milch, Hefe und einen Teelöffel Mehl vermischen und 15 Min gehen lassen.

Danach alle Zutaten (außer dem Topping) in einer Schüssel vermengen und für mindestens 20 Minuten kneten, bis der Teig beginnt ich selbst während des Vorgangs von der Schüssel zu lösen. Danach den Teig an einem warmen Ort 45 Min gehen lassen.

Dann mit leicht feuchten Händen den Teig vom Rand der Schüssel aus allen Richtungen einmal in die Mitte umschlagen um etwas Luft aus dem Teig zu lassen.

Den Teig wieder 45 Min an einem warmen Ort gehen lassen und den ganzen Vorgang wiederholen.

Den Ofen auf 250°C vorheizen. Den Teig aus der Schüssel nehmen und Stücke abtrennen, diese in ca. 20 cm Länge ziehen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Auch hier ist es einfacher mit feuchten Händen zu arbeiten. Die Seelen mit Wasser besprenkeln und das gewünschte Topping darüber streuen. Auf der mittleren Schiene ca. 20 Minuten backen, dabei die Temperatur von 250°C auf 190°C reduzieren.

Orakeln

Die Schleier zwischen den Welten sind in dieser Nacht besonders dünn, ein idealer Zeitpunkt zum orakeln. Egal ob Tarotkarten, Orakelkarten, Runen, Ogham oder andere Divinationstechiken. Auch Wachsgießen wie wir es von Silvester kennen ist eine schöne Möglichkeit und die Interpretation der Ergebnisse ein Spaß für Groß und Klein.

Geschichten über Ahnen teilen

Es gibt kaum einen besseren Zeitpunkt um unserer verstorben Liebsten zu gedenken. Eine Möglichkeit ist es, an diesem Abend in Erinnerungen zu schwelgen und Geschichten und Erlebnisse über die Menschen zu teilen, die uns voran gegangen sind. Wenn es in unserem Familienkreis noch niemanden gibt, der verstorben ist, dass können wir auch Geschichten über unsere Vorfahren im Allgemeinen erzählen oder Märchen vorlesen.

Friedhof besuchen

Besucht die Gräber eurer bereits verstorbenen Familienmitglieder. Bringt ihnen Blumen, Gebäck oder andere Gaben. Kinder möchten vielleicht etwas für diesen Anlass basteln, bei der Auswahl der Blumen beteiligt sein oder eine schöne Kerze gestalten und auf dem Weg zum Friedhof mehr über den Menschen erfahren, der dort begraben liegt.

Bilder von unseren Liebsten und voran gegangenen malen

Lade deine Kinder dazu ein von ihren verstorbenen Ahnen Bilder zu malen, aus der Erinnerung oder nach den Erzählungen die sie über sie gehört haben.

Ahnenaltar

Ein Ort der ganzjährig als Platz des Ahnengedenkens dienen kann ist der Ahnenaltar. Schmücke einen Tisch oder ein Regelbrett mit Fotos und ehemaligen Besitztümern & Erinnerungsstücken deiner/eurer Ahnen. Auch Kerzen, Dekoration (zum Beispiel Kürbisse, Herbstlaub, Nüsse) sind möglich, ebenso wie kleine Opfergaben aus Speisen und Getränken. Natürlich eignet sich dafür besonders, was von unseren Ahnen (oder einem von ihnen) gerne gegessen oder getrunken wurde. Klassisch für Opferspeisen sind außerdem weiße Milchspeisen wie zum Beispiel Grieß.

Kürbis schnitzen

Natürlich haben Kinder (und auch manch Erwachsener) großen Spaß daran Kürbisse oder Rüben zu schnitzen. Ob mit Gesicht, Mustern oder ganzen Kunstwerken verziert, mit einer Kerze von innen erleuchtet vor die Tür oder ins Fenster gestellt, sind sie in der Samhain Zeit ein toller Hingucker.

Apfel tauchen

Ein lustiges Spiel welches gerade Kindern viel Freude bereitet und gut zu Samhain passt ist Apfel tauchen. Eine große Schüssel oder Wanne wird mit Wasser und ganz vielen Äpfeln gefüllt. Alle Teilnehmer stehen mit den Händen auf dem Rücken um die Schüssel. Nach dem Startzeichen versuchen alle so schnell wie möglich mit ihrem Mund so viele Äpfel wie es geht zu angeln und aus dem Wasser zu heben. Wer am Ende die meisten Äpfel ertaucht hat, hat gewonnen.

Lagerfeuer

Traditionell wurden zu Samhain in Irland früher große Feuer entfacht, welche Menschen und Vieh reinigen und Glück, Gesundheit und Wohlstand ins Haus bringen sollten. Ein wunderbarer Zeitpunkt also, um sich mit der Familie um ein Feuer zu versammeln.

Festmahl – für Ahnen mit eindecken

Samhain ist, nicht nur wegen seines Aspektes als drittes Erntefestes, ein Fest welches mit viel Schmaus und Trank begangen wird. Egal ob klassische Herbstgerichte mit Kürbis oder andere Leckereien. Eine schöne Idee ist es auch, alte Familienrezepte nach zu kochen. Es ist Brauch an diesem Abend für die Ahnen einen Platz mit einzudecken und den uns voran gegangenen Speisen und Getränke zu servieren, als säße sie bei uns.

Neujahrsvorsätze

Wenn wir Samhain in seinem Aspekt als Neujahrsfest begehen möchten, können wir nun noch einmal das alte Jahr Revue passieren lassen und uns Gedanken darum machen, worauf wir unseren Fokus im neuen Jahr richten möchten, was uns wichtig ist, was wir erreichen, lernen oder vertiefen wollen. Womit möchten wir unsere Zeit verbringen? Welche Samen möchten gepflanzt werden? Und was in unserem Leben ist alt, verdorrt und abgestorben? Was kann ich nun gehen lassen?

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