Die Sommersonnenwende, auch Litha oder Mittsommer genannt, markiert den Höhepunkt des Lichtes im Jahreskreis und wird am 20. oder 21. Juni gefeiert. Die Sonne steht in ihrem Zenit, es ist der längste Tag und die kürzeste Nacht des Jahres. Damit bildet die Sommersonnenwende das Pendant zur Wintersonnenwende, dem Julfest. Jener längsten Nacht des Jahres und dem kürzesten Tag. Meteorologisch gesehen beginnt der Sommer nun erst, dabei schwindet von nun an die Helligkeit fast unmerklich von Tag zu Tag.
Mittlerweile sind alle Samen ausgebracht, Gärten und Felder beschenken uns bereits mit frischem Obst, Gemüse, köstliche Beeren und kraftvollen Heilkräutern. In Schweden wird das berühmte Mittsommerfest gefeiert, manche Christen feiern Johanni/Johannistag. Ein Fest zu Ehren von Johannis dem Täufer – wahrscheinlich hast du auch schon einmal etwas von Johannisbrot, Johannisfeuern oder Johanniskraut gehört, die mit dieser Zeit in Verbindung stehen. Es ist eine Zeit um zusammen zu kommen und das Leben zu feiern. In vielen nordeuropäischen Ländern und Regionen – wie zum Beispiel in Estland – werden noch heute zur Sommersonnenwende riesige Volksfeste gefeiert, bei denen große brennende Sonnenräder in der Dämmerung des längsten Tages Berge und Anhöhen hinab gerollt werden. Es gibt viel zu Essen und zu Trinken, alles wird mit Blumen geschmückt und jung und alt feiern und tanzen bis in die frühen Morgenstunden hinein.

Ideen zur Gestaltung der Sommersonnenwende:

Feuerzauber

Die Sommersonnenwende ist ein feuriges Fest und daher eng mit diesem Element verbunden. Vielleicht hast du die Möglichkeit selbst ein Feuer zu entzünden. Feierst du gemeinsam mit deiner Familie und deinen Kindern, könnt ihr als Vorbereitung Opfergaben sammeln die ihr dem Feuer übergeben wollt. Das können zum Beispiel Blüten sein, oder Getreidekörner, irgendetwas organisches, brennbares. Dann überlegt ihr euch, vorfür ihr momentan dankbar in eurem Leben seid, was euer Leben schön macht, woüber ihr euch freut. Gebt diese Freude und Dankbarkeit in die Opfergaben und werft sie voller Freude ins Feuer. Kinder finden es toll wenn dabei laut gejauchzt oder gerufen wird, vielleicht ruft ihr „Danke“ oder was auch immer sich für euch passend und richtig anfühlt.
Wenn du keine Möglichkeit hast ein eigenes Feuer zu entzünden, halte Ausschau nach Johannisfeuern in deiner Umgebung. Es ist übeerhaupt nicht schlimm, wenn diese nicht am genauen Datum des Sommeranfangs liegen, die meisten großen keltischen Feste wurden schon immer über mehrere Tage hinweg gefeiert.

Magisches Roggenbrot


Dieses Rezept und Foto hat mir lieberweise die wundervolle Melanie zur Verfügung gestellt
www.instagram.com/druidenwiese

Rezpet für zwei kleine Laibe

400 Gramm Roggenmehl Typ 1050
300 Gramm Roggen Vollkornmehl
1/2 PK Trockenhefe
1TL Salz
3EL Rapsöl
1EL Apfelessig
500ml lauwarmes Wasser
geschrotete Leinsamen und zermörserte Fenchelsaat nach Belieben

Zubereitung:
Alle Zutaten vermengen und den Teig im Anschluss mindestens 12 Stunden an einem warmen Ort ruhen lassen. Dann noch einmal kurz mit einem Löffel durchrühren oder kneten, Ofen auf 200 Grad vorheizen und für 30 Min backen

Sonnenrad basteln

Kürzlich habe ich eine schöne Anleitung für ein Sonnenrad gefunden (damit ist jedoch kein traditionelles Sonnenrad aus Stroh gemeint, welches man brennend den Hügel hinunter rollen läßt). Die Anleitung findest du hier bei buntwerkstatt.at

Sonnentee

Eine schöne Art die Kraft der Sonne in uns aufzunehmen, ist die Zubereitung eines Sonnentees. Dazu füllst du ein schönes und großes Glasbehältnis mit Wasser, legst einige Beutel deines Lieblingstees hinein – natürlich kannst du auch frische oder getrocknete Kräuter nutzen die du selbst gesammelt hast – und stellst das Gefäß für mehrere Stunde in die direkte Sonne.

Über offenem Feuer kochen

Es ist eine der ursprünglichsten und archaischsten Arten der Essenszubereitung, dass kochen über dem offenen Feuer. Sehr gut funktioniert dies mit einem großen Topf in dem du zum Beispiel einen Eintopf kochst, dieser kann an einem Dreibein über dem Feuer hängen oder auf einem Rost über dem Feuer stehen. Weitere, weniger aufwendige Möglichkeiten sind das klassische Stockbrot oder Kartoffeln oder Äpfel die in Aufolie gewickelt in der Glut gebacken werden. Für Kinder ist diese Art des kochens ein ganz besonderes Erlebnis. Wenn du gar keine Möglichkeit hast, dann möchtest du vielleicht grillen, ebenfalls eine feurige Art der Essenszubereitung die (im Gegensatz zum ebenfalls feurigen Gasherd) draußen stattfindet.

Blütenkekse backen

Es sind vielleicht die hübschesten Kekse die man backen kann, Kekse mit essbaren Blüten darauf! Neben der Optik schenken die Blüten den Keksen ein ganz eigenes, je nach Blüte unterschiedliches Aroma. Verwende dazu nur ungespritze und essbare Blüten, zum Beispiel von Begonie, Borretsch, Stiefmütterchen, Gänseblümchen, Petunie, Lavendel oder Malven. Es gibt zwei Methoden, die Kekse zu backen. Bereite einen beliebigen einfachen Plätzchenteig vor, zum Beispiel für Butterkekse und fahre wie folgt fort:

Method 1:
Die Kekse werden rund aussgestochen im Backofen 10 Minuten vorgebacken. Dann werden sie auss dem Ofen genommen und kühlen etwas ab. In der Zeit rührst du etwas Eiweiß mit der Gabel an, streichst es auf die leicht abgekühlten Kekse, legst je eine Blüte auf einen Keks, gibst noch etwas Eiweiß und eine Prise Zucker darauf und schiebst die so vorbereiteten Kekse nocheinmal 5 Minuten in den Ofen.

Methode 2 (vegan):
Du stichst die Kekse rund aus, legst je eine Blüte auf den frisch ausgestochenen Teig, deckst alle mit Frischhaltefolie ab und rollst vorsichtig mit einem Nudelholz über die Kekse um die Blüten etwas in den Teig zu drücken. Die Kekse kommen nun erst 30 Minuten in den Kühschrank und dann ca. 15 Minuten bis die golden sind in den vorgeheizten Backofen.

Blumen/Kräuterkrone

Schmückt euch an diesem Tag mit Blumenkronen aus Sommerblumen oder blühenden Wildkräutern und Beifuß.

Johanniskrautöl (Rotöl) ansetzen

Diese Zeit wird traditionell genutzt um das heilkräftige Rotöl aus Johanniskraut anzusetzen. Sammle hierzu mit deiner Familie die gelben Blüten des Johanniskrauts. Wenn du unsicher bei der Bestimmung bist, zerreibe die Blüten zwischen den Fingern, dabei tritt beim echten Johanniskraut ein rötlicher Pflanzensaft aus. Befreie die gesammelten Blüten von Stengeln und Blättern und fülle sie locker in ein Glas. Diese füllst du mit Öl (zum Beispiel Olivenöl) auf und verschließt es gut. Nun stelllst du das Glas für 6 Wochen an einen möglichst sonnigen Ort, schüttelst es hin und wieder und seihst es nach Ablauf der Zeit in ein sauberes Gefäß ab.

1 Antwort
  1. Verena sagte:

    Oh wow! So ein schön geschriebener Artikel zur Sommersonnwende! Danke dir fürs Recherchieren und so wunderbar gestalten, das suchte ich schon lange! So viele tolle neue Anregungen da werden am Wochenende sicher gleich ein paar ausprobiert! Ganz liebe Grüße Verena

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