Ogham Fearn/die Erle

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Als drittes begegnet uns im Ogham die Erle, ein wunderschöne Baum, bekannt für sein wasserresistentes Holz und seine Liebe zu feuchten, Ufernahen Standorten. Sie gehört zu den alten Bäumen, wächst schon seit tausenden von Jahren in unseren Gefilden. An Flußufer und auf schlammigem Untergrund, siedelt sie sich am liebsten an. Ihr Wurzeln helfen das Ufer zu befestigen und produzieren Stickstoff. Die Erle ist der einzige breitblättrige Baum welcher Zapfen trägt, winzig kleine, niedlich aussehende Samenträger die im Verlauf aufplatzen und als knorrige, schwarze Zapfen zurücklassen. Sowohl weibliche als auch männliche Kätzchen finden sich an einem Baum. Das ölige Holz ist sehr beliebt, da es im Wasser kaum oder zumindest nur sehr langsam verrottet, es wird im Wasser schwarz und besonders hart und widerstandsfähig. Schon zu frühen Zeiten wurde es verwendet um Brücken, Häusersteelen, Boote, Wasserpumpen, Milchkübel, Mühlräder usw. zu bauen. Flöten aus dem Holz der Erle gefertigt wurden für Rituale und heilige Zeremonien genutzt, außerdem gibt es viele Hinweise darauf das die Schilder keltischer Krieger aus Erlenholz gefertigt wurden.

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Foto von Betty, aufgenommen an den Externsteinen Januar 2016


Buchstabe:
F
Irischer Name: Fearn
Heutige divinatorische Bedeutung: Verteidigung, Schutz, Standhaftigkeit, Balance, Durchsetzungsvermögen

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Schneidet man frische Erlen oder fällt einen Baum, so verfärbt sich das frisch geschnittene Holz blutrot bevor es später gelb wird.  Der rote Saft wurde als Gesichtsbemalung im Kampf benutzt, schon in den keltischen Mythen steht die Erle für Courage und Enthusiasmus im Kampf. Doch der Baum machte den Menschen auch Angst, er galt schon immer als Verbunden mit der Anderswelt und seinen Bewohnern, den Sidhe. Sein Standort an Grenzübergängen zwischen Erde und Wasser macht ihn zu einem Grenzbaum zur Anderswelt. Wassergeister und Nymphen beschützen ihn sowie die Erle selbst als ein Schutzbaum des Feenreichs gilt. Auch hier zu Lande kennen wir den Begriff des Erlkönigs – einem Elfenkönig (auch wenn dies wahrscheinlich auf einer Fehlübersetzung Goethes beruht). Als heiliger Vogel der Erle gilt der Rabe, ein klassischer Andersweltbote.

Im keltischen Schöpfungsmythos entsteht die erste Frau aus einer Eberesche und der erste Mann aus einer Erle. Wie passend das Eberesche und Erle sich auch im Ogham nachfolgend treffen. Während die Eberesche uns weltlichen Schutz bringt, so gibt die Erle und Schutz auf einer Ebene des spirituellen Kriegers. Der Schutz der Erle ist einer der Verteidigung. Ein imaginäres Erlenschild vor unserem Herzen gehalten kann uns helfen uns zu verteidigen und zu schützen, es ist jedoch nicht zum Angriff gedacht. Die Erle hilft, sich Unbekanntem zu stellen und Dingen denen man bisher aus dem Weg gegangen ist. Herausforderungen können angegangen werden. Als Baum der Balance hilft sie uns zu entscheiden wann es von Nöten ist weiterzugehen und wann Inne zu halten. Die Erle verbindet reine Feuerenergie (männlich) mit der Energie des Wassers (weiblich) in dem sie wächst. Aktiv und passiv, Innen und Außen, Intuition und Logik hilft sie zu vereinen und unsere innere Balance zu stärken. Somit dient die als Katalysator für Veränderungen und Herausforderungen im Leben, bringt und Heilung und ein tieferes Verständnis für uns selbst.

erlenrinde
Ein Schild aus Erlenästen gewebt und gebunden kann uns als Symbol für den Schutz der Erlengeistes dienen. Aus Blättern und Rinde der Erle lassen sich heilkräftige Tees und Tinkturen herstellen. Ein einfaches Rezept ist das Gurgeln mit einem Sud aus Erlenrinde bei Halsentzündungen. Dazu im Herbst oder Winter Erlenrinde abschälen und trocknen. 1TL Rinde mit kaltem Wasser übergießen, aufgekocht und 5 Minuten kochen lassen, danach abseihen und zum Gurgeln benutzen.

 

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