Schönheit in den hässlichsten Tagen finden

baddays

Es gibt diese Tage da wacht man Morgens auf uns der Tag scheint schon gelaufen. Manchmal gibt es äußere Anlässe die uns verzweifeln oder ärgerlich machen, aber ebenso gut kann es sein das wir gar nicht wissen was heute mit uns los ist. Manchmal hat man einfach so richtig schlechte Laune.
Mir ging es gestern so, ja gestern war so ein Tag da hätte ich mich am liebsten gleich wieder ins Bett gelegt. Nicht weil ich müde gewesen wäre, sondern einfach weil ich nichts mit mir anzufangen wußte, weil mich alles nervte, ich mich mies gelaunt, gereizt und antriebslos gefühlt habe. Dem Ganzen wird wohl eine Mischung aus äußeren Umständen und hormonellen Schauspielen in meinem Inneren zu Grunde liegen, woher auch immer es kam, so schlimm hatte es mich schon lange nicht mehr erwischt.
Da ich mich in dieser Verfassung nun mal ziemlich ohnmächtig fühlte und eher dazu tendierte mich in meinem Leid zu suhlen und resigniert den ganzen Tag zu verfluchen, musste ich mich regelrecht dazu zwingen irgendetwas zu tun das mich aus diesem Sumpf herausholen würde.
Nun ist es meistens so das es in Momenten des Stimmungstiefs nicht die Paradelösung gibt. Also versuchte ich mich schrittweise vorzuarbeiten. Ich begann damit mir eine Decke aus dem Keller zu holen und mich im Garten auf der Wiese in die Sonne zu setzen um mich dort anstatt im Bad zu schminken. Dabei führte ich erst einmal relativ erfolglos wertschätzende Selbstgespräche, zählt mir selbst auf was es alles in meinem Leben gibt wofür ich dankbar sein kann und was mir Freude bereitet, alle zukünftigen Ereignisse der nächsten Wochen und Monate auf die ich mich freue usw. Nachdem ich merkte nicht weiter zu kommen, schleppte ich mich in die Küche und machte mir eine fröhlich aussehende Smoothie-Bowl. Auch wenn sie lecker war blieb meine Stimmung vollkommen unbeeindruckt. Daher zwang ich mich später dazu ins obere Stockwerk zu gehen um unsere Betten frisch zu beziehen (Hausarbeit als gute Laune Hilfsmittel? Mir persönlich gibt es meistens ein gutes Gefühl, wenn ich etwas geschafft und erledigt habe). Nach vollendeter Arbeit legte ich mir hübschen Schmuck an.
Ich zog eine Orakelkarte, lächelte mich im Spiegel an, überlegte irgendetwas zu lesen wozu ich aber irgendwie auch keine Lust hatte. Mittlerweile waren über zwei Stunden vergangen und die Stimmung steckte immernoch tief im Sumpf fest. Oder hatte sie sich schon ein klein wenig bewegt? Immerhin schlug mir meine gereizt klingende Stimme in Gedanken noch ein paar Ideen vor. Da ich niemanden um mich hatte mit dem ich hätte reden können (ausheulen hilft mir fast immer) schrieb ich ein paar Menschen im Verlauf des Morgens Nachrichten und postete auch noch eine kleine miesgelaunte Statusmeldung auf facebook. Zwischendurch warf ich einen Blick auf mein Handy und freute mich über die aufmunternden Kommentare.
Ich beschloss es mit einer Tasse Kaffee zu versuchen, was wirklich schwierig war denn als ich in der Küche stand fühlte ich mich innerlich wie gelähmt und konnte mich kaum entschieden ob ich jetzt eigentlich wirklich einen Kaffee will oder nicht. Ich setzte mich einfach darüber hinweg und schaltete die Maschine ein. Während der Kaffee durchlief, suchte ich im Wohnzimmer nach meiner Radical Selflove Bible und blätterte sie langsam durch, las alle meine bisherigen Einträge und lies die Bilder auf mich wirken. Und tatsächlich, plötzlich lichteten sich die dunklen Wolken in meinem Kopf und meinem Herzen etwas und ein Lichtstrahl fiel durch die Dunkelheit. Ich las meine Listen über Dinge die mich glücklich machen und überlegte was davon ich nun umsetzten könnte. Ich schnappte mir meinen Kaffee, Sonnenbrille, Handy, Laptop und ein Buch in dem ich momentan gerne lese (plötzlich kam doch ein wenig Lust aufs Lesen) und setzte mich im Garten auf meine Decke in den Schatten. Ich suchte mir bei youtube Playlisten mit guter Laune Musik – z.B. 80-90 gute Laune Musik – und Songs die ich gerne höre, schaute den emsigen Hummeln beim Sammeln von Blütenpollen zu, surfte ein wenig auf Tumblr und konnte langsam das schöne Sommerwetter genießen und meinen Fokus mehr und mehr auf das positive richten.
Den Rest des Tages konnte ich viel angenehmer und positiver gestalten und erleben, ich hatte die hartnäckige frustige Laune erfolgreich abgeschüttelt.

An meinem Beispiel ist gut ersichtlich das es manchmal einiges an verschiedensten Versuchen und Durchhaltevermögen braucht, wenn man seine Stimmung positiv beeinflussen will. Aber davon sich in die nächste Ecke zu werfen und seinen negativen Gedanken nachzuhängen wird es definitiv nicht besser werden. Die Überwindung lohnt sich, denn ehrlicher Weise: Wenn man eh schon im Sumpf festsitzt machen es Befreiungsversuche auch nicht mehr schlimmer.

Sollte es dir trotz allem nicht gelingen dem Sumpf zu entfliehen mach dir keine Vorwürfe. Bei allem solltest du dir immer dein bester Freund/deine beste Freundin sein und mitfühlend und tröstlich mit dir umgehen. Tätschel dir selbst auf die Schulter und beruhige dich damit, dass Morgen ein neuer Tag ist und die Welt dann schon wieder ganz anders aussieht.

Photo Credit: Ugly Days

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