{Veganismus} Warum ich keine Veganerin bin

In diesem Blogbeitrag habe ich erwähnt, das ich trotz jahrelanger Beschäftigung mit dem Thema Veganismus  immernoch nicht im Innersten zu 100% von diesem Lebensstil überzeugt bin. Darauf möchte ich gerne näher eingehen, doch vorab ein paar Dinge:
Ich schreibe so offen darüber das ich keine Veganerin bin und wie ich darüber denke, weil ich Ehrlichkeit schätze. Ich möchte mich nicht in einer Scheinheiligkeit verstecken und auf Grund der vielen veganen Rezepte, Kosmetik und Berichte auf meinem Blog den Eindruck erwecken vegan zu leben, auch wenn mir das sicherlich bei einem Großteil meiner Leserschaft Pluspunkte einbringen würde. Es geht mir auf diesem Blog nicht darum Sympathie zu ernten, sondern ehrlich und authentisch von mir und meinem Leben sowie den Dingen die mich beschäftigen zu berichten.
Dieser Beitrag soll keine Kritik an Veganismus und Veganer sein!!! Ich bewundere vegan lebende Menschen und finde den Beitrag den sie damit dem Planeten leisten wichtig und unterstützenswert. Veganismus ist für mich keine falsche Lebenseinstellung die es zu korrigieren gilt. Ich möchte hier nur darlegen wieso ich bisher trotz meinem Wissen um die Hintergründe von Tierhaltung, Ökologie und Gesundheit noch keine Veganerin geworden bin. Dieser Beitrag ist sehr persönlich und hat vor allem mit meinen Gefühlen zu tun, mit den Punkten an denen sich für mich etwas einfach nicht 100% richtig oder stimmig an fühlt. Ich würde mir wünschen das dieser Beitragt nicht dazu führt das sich gleich eine ganze Horde Menschen dazu berufen fühlt mich um zustimmen und mich von ihrer eigenen Meinung zu überzeugen. Da bin ich sowieso ziemlich Beratungresistent, ich finde nämlich die wirksamste Art und Weise jemanden zu einer veganen Lebensweise anzuregen ist es mit gutem Beispiel voran zu gehen und anderen zu zeigen wie gesund und glücklich man mit dieser schmackhaften Ernährungsform ist. Inspiration ist viel fruchtbarer als missionarische Predigten.
Außerdem sollte ich an dieser Stelle noch erklären was für mich Veganismus bedeutet: Vegan zu leben heißt für mich auf jegliche tierischen Bestandteile in der Ernährung zu verzichten – Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte, Milchprodukte, Honig – sowie auf alle tierischen Produkte über die Ernährung hinaus. Also kein Leder, keine Wolle, keine Seide, kein Bienenwachs etc.  Die Ablehnung von Tierausbeutung/Nutzung  in jeder Art und Weise.
Ich spreche als im folgenden von Veganismus in dieser absolut konsequenten Form.
Der erste Punkt an dem mir immer wieder mal Zweifel kommen ist, dass Veganismus für mich keine natürliche Ernährung für den Menschen ist. Eine natürliche Ernährung wäre für mich eine Ernährungsform die es uns Menschen ermöglichst das ganze Jahr hindurch regional Lebensmittel zu Essen ohne irgendwelche Mangelerscheinungen zu entwickeln. Eine rein vegane Ernährung erfordert aber Minimum die Supplementierung  von Vitamin B12 da wir dieses nicht über die Dauer unseres ganzen Lebens über rein pflanzliche Nahrung zu uns nehmen können. Um uns über Vitamin B12 hinaus rein pflanzlich ausgewogen ernähren zu können, stehen uns in Deutschland und auch anderen reichen Ländern dieser Welt zum Glück eine Menge Gemüse, Obst, Getreide, Hülsenfrüchte, Wildpflanzen usw. zur Verfügung. Würden wir allerdings in einem armen Land leben, kein Geld zur Verfügung haben, keinen Zugang zu Supermärkten und Onlineversänden, keine Möglichkeit Südfrüchte zu essen sondern wirklich nur das zu uns nehmen könnten was vor unserer Tür wächst und gedeiht – das ganze Jahr hindurch – dann sähe es mit der optimalen Versorgung schon anders aus. Noch dazu gibt es meiner Information nach auf der ganzen Welt nicht ein einziges vegan lebendes Volk. Selbst Völker die sich überwiegend pflanzlich ernähren nehmen in ihrem Leben kleinere Mengen tierischer Lebensmittel wie Meeresfrüchte oder Fisch zu sich.
Ich frage mich oft ob die Menschheit sich so entwickelt hätte wie sie es getan hat wenn wir vegan gelebt hätten. Man könnte darüber diskutieren ob die Hinwendung zum veganen Lebensstil vielleicht ein Fortschritt in der Menschheitsentwicklung ist. Wir uns quasi so weit entwickelt haben das wir nun fähig sind zu dieser „nächsten Stufe“ des „richtigen Essens“.  Aber eine ursprünglich und für den Menschen natürliche Ernährungsform ist es momentan (wer weiß ob unser Körper sich in den nächsten Generationen rein veganen Lebensstils diesem anpassen würde) nicht.
Es ist ein Luxus sich überhaupt so viele Gedanken um die richtige Ernährung machen zu können (andere Ernährungstile, Diäten etc. mit inbegriffen). Das meine ich nicht im abwertenden Sinne, sondern ich bin dankbar in einem Land geboren zu sein und einen Lebensstil zu führen der es mir erlaubt überhaupt so kritisch auf meine Ernährung blicken zu können!
Als nächstes gäbe es da den Punkt des Veganismus als praktizierte Gewaltlosigkeit und das Vermeiden von Leid und Tod.
Für mich ist es ein ganz wundervoller Gedanke, zu versuchen so gewaltfrei wie möglich zu leben und meiner Umwelt einschließlich Mutter Erde mit all ihren Kindern so wenig Schaden wie möglich zuzufügen. Aber ich denke trotz allem das ein vollkommen gewaltfreies Leben indem niemand durch meine Handlungen Schaden nimmt nicht möglich ist. Für mich gibt es nicht diese platte Dualität von gut und böse, Gott und Teufel, brav und ungezogen usw. Unsere Handlungen haben immer Konsequenzen die wir oftmals nicht absehen können und in den wenigsten Fällen – vor allem was unsere Nahrung angeht – kommt wirklich niemand zu schaden. Das Leben auf unserem Planeten ist so gestaltet das ein gewaltloses, leidfreies Leben per se nicht möglich ist. Wenn ein Mähdrescher über das Feld fährt und Getreide einbringt kommen dabei Hamster, Mäuse, Kaninchen und bestimmt auch viele Insekten zu Tode. Das heißt Mehl bzw. Getreide in jeder Form und daraus entstandene Produkte haben Leid und Tod verursacht. Wenn ich auf einen Apfelbaum zugehe um mir einen Apfel zu pflücken trete ich auf Insekten und andere Kleinstlebewesen die zu Tode kommen. Solange ich mich nicht nur von Früchten, Nüssen und anderen Samenständen ernähre verletzte oder töte ich Pflanzen um mich von diesen zu ernähren. Ich denke es kann immer nur darum gehen eine möglichst gewaltfreie Lebensweise zu wählen und so wenig Schaden anzurichten wie möglich. Auch als vegan lebender Mensch verursacht man Leid und Tod und ich denke das ist nichts schlechtes/schlimmes/verwerfliches sondern es ist auch einfach natürlich. Es liegt in der Natur dieses Planeten das alles entsteht und wieder vergeht und sich dabei gegenseitig nährt. Wir Menschen haben nur das große Glück am Ende der Nahrungskette zu stehen und nur noch selten selber Opfer von Fressfeinden zu werden. Es geht also darum abzuwägen was mehr Leid und Tod verursacht. Sicherlich hängt an einer Kuh die in einem großen Massentierhaltungsstall steht eine viel größere Summe an Leid (das Leid der Kuh, lange Transportwege, hoher Methangasausstoß, Medikamentenverbrauch, Wasserverbrauch, Sojaanbau zur Ernährung des Tieres usw.) als an einem Kaninchen das von einem Mähdrescher erfasst wurde. Aber wenn ich nur vom Leben der Kuh ausgehe (die von mir aus in diesem Beispiel auf einem Demeter Biohof auf der Weide steht)  fängt es für mich schon an schwierig zu werden. Ist die Kuh mehr wert als das Kaninchen? Liegt der Unterschied nur darin begründet das eine Kuh vorsätzlich getötet wurde, dass Kaninchen aber versehentlich/ungewollt? Ist das Leben eines Säugetiers mehr Wert als das eines Insekt, ist generell tierisches Leben mehr wert als das einer Pflanze? Ja, an dieser Stelle werde ich vielleicht etwas philosophisch. Das liegt einfach darin begründet das in meinem Glaubenssystem, meiner spirituellen Weltbild allem eine Heiligkeit innewohnt und für mich Pflanzen ebenso beseelt sind wie Tiere und Menschen. Nur weil wir von unserem heutigen Wissensstand aus sagen Tiere empfinden Schmerz und Emotionen und Pflanzen nicht, gibt es doch kritische Betrachtungsweisen ob dies stimmt. Eine Pflanze muss ich ebenso töten um mich am Leben zu erhalten. Ich versuche so viel Leid zu vermeiden und so gewaltlos zu leben wie ich kann, dass sagt sich immer so schön und ich sage das auch gerne, ich meine es sogar so. Aber handle ich wirklich danach? Wäre es nicht die beste Möglichkeit nach diesen Grundsätzen zu leben wenn ich in ein südliches Land ziehe in dem es das ganze Jahr über frische Südfrüchte gibt? Ich dort in einer Unterkunft lebe ohne Strom und fließend Wasser, mit selbstgefertigter Kleidung aus lokalen Pflanzenstoffen bekleidet, mich nicht schminke, kein Plastik benutze und besitze, nur mit pflanzlichen abbaubaren Tensiden wasche und den Weg vor mir kehre und einen Mundschutz trage um keine Lebewesen zu verletzten und zu töten? Ja dieses Beispiel ist total überspitzt, ich meine damit nur man kann immer NOCH gewaltloser leben und NOCH weniger Leid verursachen. Wo ist da das Limit erreicht? Doch wohl am ehesten bei meiner eigenen Komfortzone oder bei den Grenzen meiner Umstände und körperlichen Möglichkeiten.
Dann ist da noch der Punkt der Tierhaltung und Nutzung. Die Eltern einer Freundin haben zum Beispiel eine Herde Schafe, sie leben mit viel Platz und schönem Stall zum unterstellen auf grünen baumbewachsenen Weiden. Die Eltern meiner Freundin kümmern sich gut, betreiben eine Schäfchenschule für Kindergarten- und Schulklassen um Kindern diese Tiere nahe zu bringen, zu zeigen woher Wolle kommt und was man daraus machen kann. Sie betreiben diese Schule und einen kleinen Hofladen mit Produkten ihrer eigenen Schafe um den Erhalt zu finanzieren. Wolle von solchen Schafen zu nutzen empfinde ich nicht als unethisch oder verwerflich. Als Veganerin müsste ich dies ablehnen, aber es fühlt sich für mich nicht grundsätzlich falsch an. Tiere als seelenlose Wesenheiten zu betrachten und sie wie Ware zu behandeln ist mir absolut zuwider. Aber Tierhaltung an sich und Nutzung von Produkten wie Wollte lehne ich nicht grundsätzlich ab. Ich weiß das es viele Argumente gegen Tierhaltung bzw. gegen „Nutztierhaltung“ gibt, ich kann dies aber vom Gefühl her nicht grundsätzlich ablehnen, dann könnte ich auch meine Katzen nicht halten, da würde sich in mir etwas widersprechen. In manchen Ländern sind Menschen was ihren Lebensunterhalt und auch ihre körperliche Versorgung angeht absolut abhängig von ihren Tieren. Auch hier stellt sich für mich manchmal die Frage ob es unser Luxus ist das wir so etwas überhaupt ablehnen können oder ob es eine Weiterentwicklung unserer Gesellschaft ist, dass wir dies tun.
Diese Punkte hinterlassen in mir ein Gefühl das mich davon abhält zu 100% davon überzeugt zu sein das Veganismus auf jeden Fall der richtige Weg ist. Auf mein eigenes Leben übertragen sieht es in der Konsequenz so aus, dass ich zu Hause fast vegan lebe. Ich kaufe für mich keine tierischen Lebensmittel mit Ausnahme von Honig, den ich jedoch in der Regel nur bei bestimmten regionalen Imkern kaufe. Ab und zu gibt es bei uns Eier da mein Nachbar bei uns hinter dem Haus eigene Hühner hält. Milch, Fleischaufschnitt  und Butter befindet sich im Kühlschrank weil mein Freund Omnivore ist, aber ich benutze diese Dinge nicht. Ich kaufe zu 90% biologisch angebaute Nahrungsmittel, wenn ich Fleischaufschnitt oder Milch kaufen muss (manchmal gehe ich nunmal für uns beide einkaufen) wähle ich immer biologische bzw. am liebsten Erzeugnisse in Demeter Qualität.  Ich koche vegan, ich backe vegan. Ich nehme mir veganes Essen mit auf die Arbeit wenn es die Zeit zuläßt. Wenn ich unterwegs bin versuche ich die veganen Alternativen zu finden und zu essen. Manchmal ist das schwer bis unmöglich, bzw. geht es dann auch wieder um die eigenen Komfortzone. Wenn Pommes mit Ketchup oder ein trockenes Weizenbrötchen die Alternative zu vegetarischem Essen ist, wähle ich lieber die vegetarische Variante. Wenn wir zum Essen eingeladen sind erwähne ich immer das ich Fleisch- und Fischlos essen möchte. Ich freue mich und empfinde es nicht als Selbstverständlichkeit das viele sich bemühen mir diesen Wunsch zu erfüllen obwohl sie bei dem Gedanken an vegetarisch schon leichte Panik bekommen, da sie es einfach nicht gewohnt sind fleischlos zu kochen. Wenn dann Milchprodukte verwendet werden – was eigentlich immer der Fall ist – lehne ich dies nicht ab. Ich schätze vielmehr die Mühen die sie ohnehin auf sich genommen haben (für viele Menschen stellt es eine Mühe dar, für mich wäre es natürlich kein Problem vegetarisch oder vegan zu kochen) und möchte sie nicht auch noch damit belasten vegan zu kochen, was oftmals dazu führen würde das sie mir ein eigenes Essen kochen müssten. Gerade ältere Generationen tun sich mit vegetarischer Kost schwer und finden die Vorstellung vegan zu kochen schon überfordernd. Natürlich könnte ich mir mein eigenes Essen mitbringen, aber der Sinn und Zweck zum Essen eingeladen zu werden besteht für mich nicht darin mir mein eigenes Essen mitzubringen. Für mich gehört es auch zu einer Freundlichkeit und Respekt die ich meinem Gastgeber gegenüber bringe, dass ich sein für mich gekochtes Essen zu würdigen weiß.
Ein paar Mal im Jahr kommt es vor das ich Fleisch oder Fisch esse. Ich bin mit sehr, sehr viel Fleisch großgeworden und habe mich schließlich vom Menschen der von klein auf täglich große Mengen Fleisch aß und kein Gemüse, Salat oder Obst mochte zu jemandem entwickelt der zu 90% vegan ißt. Trotzdem schmeckt mir Fleisch und Fisch immer noch, sind damit Erinnerungen verbunden. Ich esse es sehr selten und kaufe mir nie selber Fleisch oder Fisch.
Ich halte eine überwiegend vegane Ernährung für erstrebenswert und gesund, weswegen ich mich ja zum Großteil vegan ernähre, viel darüber lese, mich mit vegan lebenden Menschen austausche, meine Gäste vegan bekoche und beschenke und auch jedem der mich fragt zu einer veganen Ernährung raten würde. Aber für mich persönlich gehört zu veganem Leben schon ein gewisser Verzicht. Vielen Menschen mag das anders gehen! Aber wenn ich es vor meinem Dienst nicht schaffe mir etwas zu Essen zu machen, dann ist es für mich ein Verzicht wenn ich die Quinoagefüllte Paprika ablehnen muss weil sie mit Käse überbacken wurde und stattdessen an einer Scheibe Brot mit Marmelade kaue. Es ist für mich ein Verzicht wenn ich im Restaurant einen Salat mit Essig und Öl bestellen muss weil auf der Karte nur vegetarische Aufläufe mit Sahne & Käse stehen. Es bedeutet auch Verzicht für mich zum Essen eingeladen zu sein und mir mein Essen selbst mitbringen zu müssen weil ich die einzige Veganerin bin und der Gastgeber sich von veganen Gerichten überfordert fühlt. Verzicht kann ich eine Weile üben, im Rahmen einer Diät, einer Kur, aber nicht auf Dauer meines ganzen Lebens.
Ich kann nicht hinter meiner Entscheidung stehen und mein Hobby des Strickens schöner Wollsachen aufzugeben oder durch Baumwoll- bzw. Kunststoffgarne zu ersetzen oder nie mehr zu filzen weil man nun mal nur mit Schafswolle filzen kann. Ich spüre keine Überzeugung in mir wenn ich die Eier meines Nachbarn ablehne obwohl ich weiß, dass seine Hühner den ganzen Tag auf einer großen Freilandfläche herumscharren.
Als ich begann mich vegetarisch zu ernähren merkte ich sofort, wenn ich von etwas nicht 100% aufrichtig und zutiefst überzeugt bin, dann kann ich es nicht umsetzen, denn dann gibt es Schwachpunkte, weiße Flecken auf meiner Landkarte. Um den Verzicht den ein 100% veganes Leben mit sich bringen würde zu leisten, müsste ich auch wirklich zu 100% in meinem tiefsten Inneren davon überzeugt sein das dieser Weg wirklich das Non Plus Ultra ist. Ja, da ich stehe ich nun an dieser Stelle ganz offen dazu, trotz meiner Überzeugung das eine vegane Ernährung heilsam ist, reicht es nicht für diese 100%.
Solange ich 1x im Monat in unserer Kantine ein Gericht bestelle bei dem das Gemüse in Butter gewälzt oder mit Käse überbacken wurde, beim einem Bäcker ein Schokohörnchen bestelle, 3x im Jahr einen Bissen Fleisch esse, alle paar Monate ein schönes Stück aus Wolle stricke oder filze, ich den Lippenbalsam mit Bienenwachs benutze den mir eine Freundin geschenkt hat, die alten Ledertaschen meiner Mutter auftrage, auf einer Grillfeier den Fisch probiere den ein Freund an diesem Tag geangelt hat… solange werde ich mich weder als Veganerin, noch als Vegetariern bezeichnen.
Wie ihr gelesen habt hat das alles für mich ganz viel mit Gefühl zu tun, daher kann ich einiges nur schlecht beschreiben oder in Worte fassen. In diesem Text habe ich versucht die „Knackpunkte“ zu beschreiben an denen es mir am meisten von einem Gefühl von „ich will voll- und ganz und ohne Ausnahmen vegan leben denn das ist einfach genau richtig“ mangelt.
Davon abgesehen wertschätze ich die Individualität jedes Menschen und denke, dass es nicht DEN richtigen Weg für alle gibt.
Ich versuche mich jeden Tag darin nach meinem besten Wissen und Gewissen zu handeln, hinterfrage meine Taten, mein Essverhalten, mein Konsumverhalten, den Müll den ich produziere, die Ressourcen welche ich verbrauche usw. Manchmal komme ich mir vor wie Leo Hickman in seinem Buch „Fast nackt – mein abenteuerlicher Versuch ethisch korrekt zuleben“ und es gibt immer wieder genügend Stolpersteine auf meinem Weg und die Frage wo das noch alles hinführen kann und soll. Letztendlich bin ich nach all den Jahren in denen ich generell an meiner Ernährung herumfeile zu einem Fazit gekommen das mir hilft mit mir selbst Frieden zu schließen und das ich auch gerne anderen Menschen mit auf den Weg geben möchte, nicht nur auf unser Essen bezogen sondern auch unser ganzes Leben und Verhalten im allgemeinen: „I`m so done with trying to be perfect!“
Es ist lobenswert wie sehr wir uns bemühen alles richtig zu machen, aber jeder von uns darf sich Fehler leisten. Am schwierigsten ist es da manchmal, sich selbst zu akzeptieren, so wie man ist. Weder unser Essverhalten, noch unser Konsum, unsere Art zu reden, unser Bemühen um Mitmenschen, unsere Yogapraxis, unsere Meditationen, unsere spirituelle Praxis macht aus uns einen perfekten Menschen. Das darf so sein und das ist gut so, denn es macht uns menschlich.
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